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Der Spitzenkandidat der Liberalen für die bayerische Landtagswahl, Martin Hagen (2.v.l), und seine Frau Anisha auf der Wahlparty der FDP.

Landtagswahl in Bayern

FDP muss zittern

In Berlin ist die FDP bereits letztes Jahr in den Bundestag zurückgekehrt. Nun könnte das Comeback auch in Bayern gelungen sein.

Von Sebastian Horsch

Daniel Föst muss lachen. „Es geht doch nichts über einen guten Krimi“, sagt er. Den Tag hat der Chef der bayerischen FDP mit seiner Familie verbracht, endlich mal keine Termine – bis auf den gemeinsamen Ausflug ins Wahllokal. Danach hieß es Daumen drücken und Däumchen drehen. Föst hoffte und bangte, dass genug Wähler ihr Kreuz bei der FDP machen, damit die Liberalen die Fünf-Prozent-Hürde knacken. Und am frühen Abend sieht es aus, als könnte Fösts Partei es nach fünf Jahren tatsächlich wieder in den Landtag geschafft haben. Doch sicher ist da noch nichts.

„Das wird“, sagt Föst optimistisch. Die Rückkehr der Liberalen sei „eine super Nachricht“ – nicht nur für seine Partei, sondern für alle. „Ich habe es satt, dass die Ränder alles bestimmen“, sagt Föst. Gerade nach einem Wahlkampf, der mit extremen Positionen polarisiert habe, „sind wir als Kraft der Mitte wichtig.“ Das Selbstbewusstsein der FDP scheint gut verheilt zu sein.

Dabei stand die Partei vor fünf Jahren noch vor ihren eigenen Trümmern. Spitzenkandidat Martin Zeil musste am 16. September 2013 ein Desaster bei der Landtagswahl erklären. Gerade hatte man noch gemeinsam mit der CSU den Freistaat regiert, Zeil selbst war Wirtschaftsminister, nun war man aus dem Landtag geflogen – und das mit etwas mehr als 3 Prozent nicht einmal knapp. Es herrschte liberale Fassungslosigkeit. Eine Woche später flog die Partei dann auch noch aus dem Bundestag.

Diese rabenschwarzen Zeiten sollen nun endgültig vorbei sein. In Berlin ist die FDP bereits letztes Jahr in den Bundestag zurückgekehrt. Nun könnte das Comeback auch in Bayern gelungen sein. Mit „Martin“-Sprechhören feiern die Anhänger auf der Wahlparty in München den Spitzenkandidaten Martin Hagen, als es am Abend so aussieht, als könnte es tatsächlich reichen. Hagen sitzt da allerdings schon im Taxi zum Landtag, wo er künftig vielleicht öfter hin muss.

Trotz der Zitterpartie scheint nun plötzlich wieder alles möglich. Selbst dass sie am Ende mitregieren dürfen, will Föst am Wahlabend nicht ausschließen. Auch wenn nach dem Wahlergebnis viel dafür spricht, dass die CSU ganz gut ohne die Liberalen zurechtkommt.

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