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US-Präsident Barack Obama kündigt den Rückzug der Truppen aus dem Irak an.

US-Truppen

Murren über Irak-Abzug

US-Präsident Barack Obama will bis zu 50.000 Soldaten vor Ort lassen - und erntet Kritik. Von Dietmar Ostermann

Von DIETMAR OSTERMANN

Washington. Die USA werden ihren Kampfeinsatz im Irak im August 2010 beenden. Bis dahin soll ein Großteil der derzeit 142 000 US-Soldaten aus dem Land abziehen. Ende 2011 soll dann der letzte US-Soldat den Irak verlassen. Dies kündigte Präsident Barack Obama am Freitag auf einem Militärstützpunkt im Bundesstaat North Carolina an.

"Lassen Sie mich so klar sein, wie es geht: Am 31. August 2010 wird unser Kampfauftrag im Irak enden", verkündete Obama vor Marineinfanteristen. US-Truppen würden danach nur noch eine unterstützende Rolle spielen. Eine entsprechende Vereinbarung hatten Washington und Bagdad bereits unter Präsident George W. Bush unterzeichnet.

Berichten zufolge plant die neue US-Regierung, die Truppenstärke im Irak bis August 2010 zunächst auf 35 000 bis 50 000 Mann zu reduzieren. Im Wahlkampf hatte Obama den Abzug der "Kampftruppen" innerhalb von 16 Monaten versprochen. Diese Frist hat er nun auf Drängen der Militärführung um drei Monate verlängert.

"Neue Ära" in der Region

Laut Obama geht es Washington künftig darum, einen souveränen, stabilen und selbstständigen Irak zu hinterlassen, der Terroristen keinen Unterschlupf gewähre. Die wichtigsten Fragen über Iraks Zukunft müssten nun die Iraker beantworten. An das irakische Volk gewandt erklärte Obama: "Die USA verfolgen keine Ansprüche auf Ihr Territorium oder Ihre Ressourcen." Der Abzug der Truppen bedeute aber keinen Rückzug aus der Region. Vielmehr werde "das Ende des Krieges im Irak eine neue Ära der amerikanischen Führung im Nahen Osten ermöglichen".

Für Kritik in der eigenen Partei sorgte Obamas Absicht, über 2010 hinaus bis zu 50 000 US-Soldaten im Irak zu belassen. Im Wahlkampf hatte er zwar stets nur vom Rückzug der "Kampftruppen" gesprochen und angekündigt, eine "Resttruppe" könne in dem Land zur Terrorbekämpfung, der Ausbildung irakischer Streitkräfte sowie zum Schutz von US-Zivilisten verbleiben.

Führende Demokraten zeigten sich nun aber von der Größenordnung überrascht. "Wenn sie über 50 000 reden, ist das etwas höher, als ich angenommen hatte", sagte der Fraktionschef im Senat, Harry Reid. Zur Kritik aus den eigenen Reihen erklärte Vizepräsident Joe Biden: "Das amerikanische Volk versteht genau, was wir machen, und wird zufrieden sein. Wir halten ein Wahlversprechen."

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