Rechtsradikale

Munition gestohlen aus Bundeswehrkasernen

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Seit Jahren verschwindet Ausrüstung - und offenbar vornehmlich in Kasernen oder an Standorten, die für rechte Umtriebe berüchtigt waren.

Aus Kasernen der Bundeswehr sind seit 2011 Munition und Geräte verschwunden. Das hat das Bundesinnenministerium auf Anfrage der Linken im Bundestag bestätigt. Demnach gingen in der Staufer-Kaserne im baden-württembergischen Pfullendorf zwischen 2011 und 2013 zwei Laserlichtmodule, ein Funk- und ein Notfunkgerät, eine Signalpistole sowie fünf Schuss Munition verloren. Aus der Kaserne im bayerischen Altenstadt wurden vor sechs Jahren 60 Patronen gestohlen. Auch beim Verschwinden eines Nachtsichtgeräts aus Calw, wo das Kommando Spezialkräfte stationiert ist, geht man von Diebstahl aus.

Altenstadt war in den 90er Jahren nach rechten Exzessen in den Schlagzeilen. In Pfullendorf wurden Lehrgangsteilnehmer angeblich regelmäßig erniedrigt. Einer der Ausbilder soll sie unter anderem als „genetischen Abfall“ bezeichnet haben. In einer durch den KSK-Soldaten André S. ,alias „Hannibal“, geführten Chatgruppen war von Planung und Errichtung von Waffendepots und Zufluchten die Rede. Mitglieder der zu seinem Netzwerk gehörenden Gruppe „Nordkreuz“ bereiteten sich auf einen Tag X vor, an dem nach Ausbruch einer nationalen Krise politische Gegner inhaftiert und umgebracht werden sollten.

Tobias Pflüger, verteidigungspolitischer Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, befürchtet, die Diebstähle könnten von Neonazis in der Bundeswehr begangen worden sein. „Die Verantwortlichen müssen schnellstmöglich ausfindig gemacht werden. Wir brauchen dringend eine lückenlose Aufklärung rechter Netzwerke in den Sicherheitsbehörden“, sagte Pflüger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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