Der simbabwische Präsident Robert Mugabe war kurzzeitig zum Sonderbotschafter der UN-Gesundheitsorganisation ernannt worden.
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Der simbabwische Präsident Robert Mugabe war kurzzeitig zum Sonderbotschafter der UN-Gesundheitsorganisation ernannt worden.

Weltgesundheitsorganisation

Mugabe kurzzeitig Sonderbotschafter der WHO

  • Johannes Dieterich
    vonJohannes Dieterich
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Nach Protesten ist Simbabwes Präsident nach wenigen Tagen seinen Job als WHO-Sonderbotschafter schon wieder los.

Kanadas Regierungschef Justin Trudeau drängte sich der Eindruck auf, dass im Kalender der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwas durcheinandergeraten sein musste: „Ich hielt es für einen schlechten Aprilscherz.“ Andere Empfänger der Botschaft, wonach der simbabwische Präsident Robert Mugabe zum Sonderbotschafter der UN-Gesundheitsorganisation ernannt worden war, äußerten sich weniger diplomatisch: „Ekelhaft“, fauchte Hillel Neuer, Generaldirektor der Genfer Organisation „UN Watch“; „eine Beleidigung“, schimpfte Obert Gutu, Sprecher der simbabwischen Oppositionspartei „Bewegung für demokratischen Wandel“.

Seine verblüffende Entscheidung hatte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus mit den Worten begründet, Simbabwe sei ein Land, das „die universelle Gesundheitsversorgung ins Zentrum seiner Politik“ gestellt habe. Dabei hätte der vor einem halben Jahr zum WHO-Generaldirektor gewählte Äthiopier eigentlich wissen sollen, dass Simbabwes Gesundheitswesen – wie der gesamte Staat im Süden Afrikas – in Wahrheit in Scherben liegt.

Bisherige Sonderbotschafter wie Angelina Jolie oder Roger Federer bringen der WHO wenigstens ein gutes Image oder Sondereinnahmen bei teuren Galaveranstaltungen ein. Doch mit dem geifernden Autokratengreis ist zumindest im wohlhabenden Teil der Welt kein müder Dollar zu machen. Sowohl die Regierungen in London wie in Washington drückten denn auch postwendend ihre „Enttäuschung“ und ihre „Verstimmung“ über Tedros’ Entscheidung aus. Der Sturm der Entrüstung führte schließlich zu einer drastischen Verkürzung der eigentlich auf zwei Jahre angelegten Amtszeit des simbabwischen „Goodwill“-Gesandten: Bereits am Sonntagnachmittag gab die WHO in Genf die Stornierung der Ernennung Mugabes bekannt.

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