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Mysteriöse Umstände: Kreml-Kritiker stürzt aus Hotel in den Tod

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Von: Patrick Mayer

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Trat den Krieg in der Ukraine los: der russische Machthaber Wladimir Putin.
Trat den Krieg in der Ukraine los: der russische Machthaber Wladimir Putin. © IMAGO / ZUMA Wire

In Indien stirbt ein russischer Abgeordneter und Unternehmer unter mysteriösen Umständen. Er hatte den Ukraine-Krieg Wladimir Putins deutlich kritisiert.

München/Kalkutta - Was hat Wladimir Putin im Ukraine-Krieg als Nächstes vor? Plant der Kremlchef eine neue Großoffensive seiner russischen Armee auf Kiew Anfang 2023? Und wird er auf Widerstand auch im eigenen Land stoßen?

Ein Beispiel dafür, dass nicht jeder in Russland die Invasion des russischen Präsidenten gutheißt, war der Unternehmer und Regional-Abgeordnete Pawel Antow. Jetzt ist der Fleisch-Fabrikant offenbar unter mysteriösen Umständen in Indien ums Leben gekommen, berichtet merkur.de.

Pavel Antow: Russischer Abgeordneter und Oligarch kommt in Indien ums Leben

Das berichten mehrere Medien, darunter auch die kremlnahe staatliche russische Nachrichtenagentur Tass aus Moskau. Demnach wurde Antow im Distrikt Rayagada im indischen Bundesstaat Odisha tot vor einem Hotel aufgefunden. Dort wollte er angeblich seinen 66. Geburtstag feiern.

Im Video: Kompakt - Die wichtigsten News zum Russland-Ukraine-Krieg

Laut n-tv.de berichten indische Medien, Antow sei vom Dach des Hotels gesprungen. Das russische Generalkonsulat in Kalkutta habe dagegen mitgeteilt, er sei aus einem Fenster im dritten Stock des Hotels gefallen.

Mysteriös: Wenige Tage zuvor soll im selben Hotel die Leiche eines Reisebegleiters Antows gefunden worden sein. Bei dem Toten soll es sich um einen 61-jährigen Russen namens Vladimir Bydanow gehandelt haben, schreibt n-tv.de. Nach Angaben der indischen Polizei verstarb Bydanow am Mittwoch (21. Dezember) an einem Herzinfarkt, der Tod Antows sei dann an Heiligabend (24. Dezember) festgestellt worden.

Pavel Antow: Russischer Oligarch hatte Putins Krieg in der Ukraine kritisiert

Antow saß für Putins Regierungspartei „Geeintes Russland“ als Abgeordneter in der gesetzgebenden Versammlung der Region Wladimir (Zentralrussland), die den Vornamen des russischen Präsidenten bereits zu Zeiten des Russischen Zarenreiches im 18. und 19. Jahrhundert trug. Antow war dort Vorsitzender des Ausschusses für Agrarpolitik, Naturschutz und Ökologie. Er belegte als Gründer des Fleischunternehmens „Wladimir Standard“ laut Wirtschaftsmagazin Forbes mit einem Einkommen von 9,97 Milliarden Rubel, umgerechnet rund 137 Millionen Euro, im Jahr 2019 den ersten Platz in der Rangliste der reichsten Beamten Russlands.

Laut Tass erklärte Alexej Idamkin, Generalkonsul der Russischen Föderation im indischen Kalkutta: „Wir sind in ständigem Kontakt mit den Angehörigen der toten Russen, mit lokalen Behörden und der Polizei. Die Polizei sieht in diesen tragischen Ereignissen noch keine kriminelle Komponente.“

Antow habe sich im Juni kritisch über Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine geäußert, berichtete n-tv.de weiter. Konkret habe er damals im Internet russische Raketenangriffe als „Terror“ bezeichnet. Kurz darauf habe er den Eintrag im Netz wieder gelöscht und öffentlich um Entschuldigung gebeten. Seit Kriegsbeginn waren immer wieder russische Oligarchen unter teils ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Erst in den letzten Tagen waren zwei wichtige militärische Personen Russlands auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen.

Häufung von Todesfällen unter russischen Oligarchen: Starben sie eines unnatürlichen Todes?

„Es wird aufgeräumt, und es ist schwierig, eine einzelne Person zu bestimmen, die das tut“, erklärte der schwedische Wirtschaftswissenschaftler und Autor von „Russia‘s Crony Capitalism“ Anders Aslund im Gespräch mit der New York Post kürzlich zu den toten russischen Oligarchen, wie fr.de berichtete. „Für mich sieht das nach Kreml-Morden aus.“ Beweise für diese These gibt es indes nicht. (pm)

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