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Stephan E. nach einem Termin vorm Bundesgerichtshof.

Fall Lübcke

Mordfall Walter Lübcke: Neuer Verdacht gegen Stephan E.

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Staatsanwalt ermittelt wegen Gewalttat von 2016 gegen mutmaßlichen Mörder von Lübcke.

Gegen den Tatverdächtigen im Mordfall Lübcke laufen weitere Ermittlungen wegen einer Gewalttat. Die Ermittler prüfen eine Beteiligung von Stephan E. in einem bislang ungeklärten Altfall, wie die Staatsanwaltschaft Kassel am Freitag mitteilte. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen sei erneut das Wohnhaus von Stephan E. durchsucht worden. Weitere Angaben machte die Staatsanwaltschaft nicht.

Laut „Spiegel Online“ geht es um einen Angriff auf einen irakischen Flüchtling vor dreieinhalb Jahren. Der damals 22 Jahre alte Asylbewerber wurde 2016 in Lohfelden bei Kassel von Unbekannten mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Den Angaben nach besteht der Anfangsverdacht, dass Stephan E. daran beteiligt war.

Auffällig schon als Teenager

Der Rechtsextremist soll im Juni den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) mit einem Kopfschuss getötet haben. Der mutmaßliche Täter, gegen den die Bundesanwaltschaft wegen Mordes ermittelt, sitzt in Untersuchungshaft. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-jährige Stephan E. hatte die Tat gestanden und dann sein Geständnis widerrufen.

Der mutmaßliche Mord an Lübcke wäre nicht seine erste Gewalttat. Bereits im Alter von 15 Jahren soll E. 1989 ein Mehrfamilienhaus in Aarbergen-Michelbach (Taunus) in Brand gesetzt haben. Gerade mal 19 geworden, verletzte er auf einer öffentlichen Toilette in Wiesbaden einen Ausländer mit einem Messer lebensgefährlich. Am Tag vor Heiligabend 1993 versuchte der 20-jährige E., der damals noch zu Hause wohnte, einen Sprengsatz vor einer Asylbewerberunterkunft in Hohenstein-Steckenroth (Taunus) zur Detonation zu bringen.

Dafür, dass der neueste Verdacht Substanz haben könnte, spricht neben der Vorgeschichte von E. und seiner rechtsextremistischen Gesinnung, dass sich der Tatort der 2016 verübten Gewalttat in Lohfelden nur 2,5 Kilometer von Ernsts Wohnhaus befand. In Lohfelden fand im Oktober 2015 auch die Bürgerversammlung statt, bei der Lübcke während der Diskussion über eine geplante Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber auf Zwischenrufe mit dem Satz reagierte: „Da muss man für Werte eintreten, und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist, das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“ E. war bei der Versammlung anwesend und nahm den Regierungspräsidenten anschließend offenbar ins Visier. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zum neuesten Ermittlungsstand: „Es ist richtig, dass die Sicherheitsbehörden jetzt ungeklärte rechtsextremistische Straftaten und insbesondere Tötungsdelikte auf Verbindungen zum Tatverdächtigen prüfen.“ Sie erwarte, dass die Aufklärung des Mordanschlags auf Walter Lübcke sowie mögliche Verbindungen zu rechtsterroristischen Strukturen konsequent fortgeführt werden.

Die Gefahr durch Rechtsextremisten steigt

In einem Brief des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesjustizministerium, Christian Lange (SPD), an die Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Andrea Lindholz (CDU), heißt es: „Die Ermittlungen laufen nach wie vor auf Hochtouren, und sie werden noch weitere Monate andauern.“ Zwischenergebnisse könnten nicht mitgeteilt werden, „um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden“.

Als sicher gilt in Sicherheitskreisen, dass die durch Rechtsextremisten verursachte Gefahr steigt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte am Donnerstag, alle Sicherheitsbehörden seien wachsam.

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