Normalerweise sind die Cafés auf dem Stuttgarter Schlossplatz gegen 12 Uhr gut besucht. Aber was ist schon normal in diesen Tagen?
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Normalerweise sind die Cafés auf dem Stuttgarter Schlossplatz gegen 12 Uhr gut besucht. Aber was ist schon normal in diesen Tagen?

Coronakrise

Wie mobil dürfen wir noch sein?

  • Marina Kormbaki
    vonMarina Kormbaki
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Vorerst ist keine Ausgangssperre geplant – sagt die Regierung. Das Robert-Koch-Institut wertet nun die Bewegungsdaten von Handynutzern aus.

Nach Italien, Spanien, Österreich und Frankreich hat auch Belgien eine Ausgangssperre wegen des Coronavirus verhängt: Seit Mittwoch dürfen die Belgier nur noch zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Arbeit gehen. Die Bundesregierung will diesen Schritt derzeit nicht gehen. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte stattdessen in ihrer Fernsehansprache am Mittwochabend eindringlich an alle, die von Regierung und Behörden ausgegebenen Regeln zu befolgen. „Es kommt ohne Ausnahme auf jeden Einzelnen an“, sagte sie. 

Ausgangssperren sind umstritten. Die SPD-Europapolitikerin Katarina Barley sagte, das Wichtigste sei, dass soziale Kontakte unterblieben. „Wenn sich die Menschen dran halten, dann brauchen wir keine Ausgangssperren.“ Der Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery lehnte Ausgehverbote kategorisch ab. Er sagte der „Rheinischen Post“, Italien habe gezeigt, dass dieses Mittel nicht funktioniere. 

Die Forscher des Robert-Koch-Instituts (RKI) wollen nun prüfen, ob die Deutschen ihre sozialen Kontakte tatsächlich einschränken und zu Hause bleiben. Dafür stellt ihnen die Telekom anonymisierte Bewegungsdaten von Handynutzern zur Verfügung. „Die Daten zeigen uns, ob insgesamt die Mobilität der Bevölkerung nachgelassen hat“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz mahnte zur Einhaltung des Datenschutzes. Die geltenden Regeln böten die notwendige Rechtssicherheit, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat keine Einwände: Unter den aktuellen Umständen spreche nichts gegen die Weitergabe der Daten zum Zweck des Gesundheitsschutzes. (mit dpa)

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