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200 Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet - Alan Kurdi auf dem Weg nach Tarent

Seenotrettung

200 Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet - Alan Kurdi auf dem Weg nach Tarent

Die "Asso Trenta" rettet 200 Menschen aus Seenot. Währenddessen nimmt die Alan Kurdi mit 88 Geflüchteten Kurs auf Tarent in Apulien.

Update vom 02.11., 16:33: Vor der Küste Libyens hat das italienische Versorgerschiff "Asso Trenta" Berichten nach rund 200 Migranten aus Seenot gerettet. Der Versorger habe zwischen Freitagabend und Samstagfrüh rund 200 Menschen in internationalen Gewässern gerettet und an Bord genommen, berichtete die Notruf-Initiative Alarm Phone am Nachmittag auf Twitter. 

Das Schiff, das unter italienischer Flagge fährt, habe die italienische Küstenwache informiert. "Die Menschen sind aus Libyen geflohen und müssen in Europa in Sicherheit gebracht werden", so Alarm Phone. Unterdessen ist das Rettungsschiff "Alan Kurdi" der deutschen Organisation Sea-Eye mit 88 Geretteten an Bord unterwegs Richtung Tarent. Der Hafen der apulischen Stadt war der Crew am Freitagabend von Italien als sicherer Hafen zugewiesen worden. Laut Sea-Eye wird die Ankunft dort am Sonntag erwartet, acht Tage nach der Rettung. 

41 Migranten aus Kühllastwagen in Griechenland befreit: Offenbar im letzten Moment kann die griechische Polizei die Migranten vor dem Erstickungstod retten.

Seenotrettung bei Sturm und hohem Seegang

Am Freitag gab es auch eine Lösung für 15 Migranten, die das Schiff "Open Arms" der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms im Mittelmeer aufgenommen hatte. Sie wurden auf ein Schnellboot übergesetzt, das sie in Maltas Hauptstadt Valletta bringen sollte, wie Open Arms auf Twitter mitteilte. Die Aktion erfolgte demnach "mit stundenlanger Verspätung, inmitten eines Sturms und nach langem Warten auf Instruktionen der maltesischen Behörden". Die Organisation hatte laut eigenen Angaben am Dienstag sechs Männer, zwei Frauen sowie sieben Minderjährige gerettet. Sie drohten unterzugehen und zu ertrinken, da ihr Schlauchboot viel Luft verloren hatte und sich mit Wasser füllte, hieß es.

Sea Eye: Seenotretter werden auf dem Meer bedroht

Erstmeldung vom 27.10.2019, 14:37 Uhr: Berlin - Bei einem Einsatz zur Rettung von 90 Menschen aus dem Mittelmeer ist die Besatzung des Schiffs "Alan Kurdi" nach eigenen Angaben massiv von Einsatzkräften aus Libyen bedroht worden. 

Bei dem Vorfall am Samstag in internationalen Gewässern vor Libyen seien libysche Patrouillenboote "mit hoher Geschwindigkeit" auf die "Alan Kurdi" zugesteuert, die Einsatzkräfte seien maskiert gewesen, sagte der Sprecher der Hilfsorganisation Sea-Eye, Gorden Isler, der Nachrichtenagentur AFP. Die "libyschen Milizen" hätten Schüsse in die Luft und ins Wasser abgegeben und ihre Maschinengewehre auf die Menschen im Wasser gerichtet. 

Mittelmeer: Seenotretter werden bedroht 

Die libyschen Boote hätten "keine Bootskennung" gehabt und mit ihrem Bordgeschütz gedroht. Sie hätten die "Alan Kurdi" eingekreist, so dass das Schiff zeitweise nicht mehr manövrierfähig gewesen sei. Letztlich sei es aber mit einem Hilfsboot gelungen, die auf einem Schlauchboot treibenden Flüchtlinge an Bord der "Alan Kurdi" zu nehmen. "Die akute Bedrohungssituation ist beendet", sagte Isler am Nachmittag. Er zeigte sich empört über das Verhalten der "Schwerverbrecher" aus Libyen. "So etwas haben wir noch nie erlebt - weder mit der 'Alan Kurdi' noch mit anderen Schiffen", sagte Isler. Am Abend veröffentliche Sea-Eye eine Erklärung. 

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"Der Kontakt zum Schiff brach für fast eine Stunde ab. Bei der Informationslage hatten wir auch große Sorge um das Leben unserer eigenen Besatzung", erklärte Missionsleiter Jan Ribbeck. Die Besatzung habe professionell und besonnen reagiert. Die "Alan Kurdi" nahm nach dem Vorfall Kurs auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa. An Bord befanden sich die 17 Crew-Mitglieder und 90 Überlebende, unter ihnen eine schwangere Frau, die nach Einschätzung der Helfer ihr Kind verlieren könnte. Sea-Eye-Sprecher Isler nannte es "schockierend", dass die libyschen Einsatzkräfte "von den eigenen Heimatländern der Rettungskräfte bei völkerrechtswidrigen Bemühungen unterstützt werden, Menschen von der Flucht aus Libyen abzuhalten". (AFP/KNA) 

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