Polen

Missbrauchsskandal in der Kirche trifft auch PiS-Partei

Dokumentation erschüttert Polen.

Die Schockwellen eines polnischen Dokumentationsfilms über Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche könnten auch die Politik ins Wanken bringen. Das Hauptaugenmerk ist dabei auf die rechtsnationalistische Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) gerichtet, deren Nähe zur Kirche sie nun teuer zu stehen kommen könnte. In den Umfragen zur bevorstehenden Europawahl liegt die PiS von Parteichef Jaroslaw Kaczynski bisher Kopf an Kopf mit einem proeuropäischen Bündnis aus mehreren Oppositionsparteien – doch das könnte sich nun ändern.

Der polnische Politologe Stanislaw Mocek sagte, der Skandal „droht das Gleichgewicht zugunsten der Opposition zu kippen“. In Polen gebe es ein Bündnis zwischen „Thron und Altar“, eine „Symbiose, die beiden Seiten gefällt“. Die am Samstag vergangener Woche bei YouTube veröffentlichte Dokumentation hatte in Polen für große Empörung gesorgt.

Der zweistündige, teils mit versteckter Kamera gedrehte Film zeigt Begegnungen von Opfern pädophiler Priester mit ihren einstigen Peinigern. Der katholische Theologe Stanislaw Obirek aus Warschau sagte, dass sowohl die PiS als auch die Bischöfe „im Panikmodus“ seien. Er geht davon aus, dass anlässlich des Besuchs vom Vatikanexperten für Kindesmissbrauch durch Priester, Charles Scicluna, am kommenden Montag eine Reihe polnischer Bischöfe zurücktreten könnte. Die Kirche stehe am Rand „fundamentaler Veränderungen“. (afp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion