Afghanistan

Mindestens 20 Tote bei Selbstmordanschlag in Afghanistan

Im Osten Afghanistans sind bei einem Selbstmordanschlag mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen.

Bei einem doppelten Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee im Osten Afghanistans sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Mindestens 50 weitere seien am Freitag verletzt worden, sagte der Polizeichef der Provinz Paktia, Ras Mohammed Mandosai, der Nachrichtenagentur AFP. Demnach sprengten sich zwei Attentäter während des Freitagsgebets im Inneren der Moschee in der Stadt Gardes in die Luft.

Die Polizei befürchtete, dass die Opferzahl noch steigen könnte. Einige Behördenvertreter gaben die Zahl der Todesopfer bereits mit 25 an. „Alle Opfer sind Gläubige,“ sagte der Polizeichef. Er fügte hinzu, dass die Angreifer zunächst das Feuer auf die Betenden in der Moschee eröffnet hätten, bevor sie Sprengsätze zündeten. Demnach trugen die Angreifer Burkas, um ihre Waffen und Sprengsätze zu verbergen.

Die radikalislamischen Taliban erklärten über den Online-Dienst Whatsapp, nicht für den Anschlag verantwortlich zu sein. Die Gruppe hat sich bereits seit mehreren Wochen zu keinem Anschlag bekannt. Zuvor hatte es mehrere Rückschläge in dem möglichen Friedensprozess mit der afghanischen Regierung gegeben.

Von den zahlreichen tödlichen Anschlägen der vergangenen Monate besonders in städtischen Regionen wurden viele der sunnitischen Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben. Ihr Schwerpunkt in Afghanistan liegt im Osten des Landes, wo auch der jüngste Anschlag stattfand.

In der Vergangenheit hatte der IS bereits wiederholt Anschläge gegen Schiiten in Afghanistan verübt: Im vergangenen Herbst wurden etwa 60 Menschen in einer schiitischen Moschee getötet, wenige Monate zuvor kamen bereits mehr als 30 Schiiten bei einem Anschlag auf eine Moschee ums Leben. Die Dschihadistenmiliz sieht Schiiten als Ketzer an.

Der IS hat in dem Land vergleichsweise wenige Mitglieder, ist aber schlagkräftig. Er ist dort seit 2014 aktiv. Nach Schätzungen hat er insgesamt bis zu 2000 Mitglieder. (afp)

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