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Milo Yiannopoulos: Marjorie Taylor Greene hilft rechtem Posterboy zum Comeback

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Von: Nail Akkoyun

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Milo Yiannopoulos auf einer Veranstaltung der rechtsextremen Verschwörungstheoretikerin Laura Loomer im August 2020. (Archivfoto)
Milo Yiannopoulos auf einer Veranstaltung der rechtsextremen Verschwörungstheoretikerin Laura Loomer im August 2020. (Archivfoto) © Allen Eyestone/Imago

„Endlich aus dem Ruhestand“ zurück, verschlägt es den rechtsextremen Blogger Milo Yiannopoulos zurück in den Dunstkreis der Republikanischen Partei.

Atlanta – Irgendwann während des Wahlkampfs von Donald Trump wurde ein britischer Blogger als rechtsextremer Unterstützer des späteren US-Präsidenten bekannt. Als Mann, der sich als homosexuell identifizierte, das Schwulsein gleichzeitig aber als „Sünde“ betrachtete. Lesbische Frauen seien zudem „nicht real“, heute ist er offen „ex-schwul“: Milo Yiannopoulos ist zurück – wenn auch nur als unbezahlter Praktikant.

Am Montag (6. Juni) bestätigte die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, dass ihr Büro den 37-jährigen Yiannopoulos angestellt hat. „Ich habe also einen Praktikanten, der als junger Teenager von einem Priester vergewaltigt wurde, der schwul war, der irgendwann jeden beleidigt hat, der sein Leben wieder Jesus und der Kirche zugewandt und sein Leben geändert hat. Tolle Geschichte!“ verkündete Taylor Greene stolz gegenüber dem Nachrichtenportal Medaite.

Dabei behauptete die Republikanerin erst kürzlich, dass „Satan“ die Kirche kontrolliere. In ihr Team dürfte Yiannopoulos aber hervorragend passen. Taylor Greene vertritt rechtsextreme Ansichten und glaubt an abstruse Verschwörungen – ebenso wie der frühere Breitbart-Kolumnist.  

Milo Yiannopoulos: Rückkehr als unbezahlter Praktikant bei Republikanerin

„Ich bin endlich aus dem Ruhestand überredet worden. Aber meine Fähigkeiten sind ein bisschen eingerostet, also war die beste Rolle, die ich bekommen konnte, ein unbezahltes Praktikum bei einer Freundin. Betet für mich!“, schrieb Yiannopoulos am Montag auf Telegram. In seinem Profil beschreibt er sich jedoch nach wie vor als „Bürgerrechtsikone im Ruhestand“.

Noch bevor Twitter das Profil von Milo Yiannopoulos im Jahr 2016 gesperrt hatte, kritisierte der ehemalige Breitbart-Autor und Redner zumeist politische Korrektheit, Feminismus, den Islam sowie die Demokratische Partei. Ein Jahr später wurde Yiannopoulos kometenhaftem Aufstieg in der Alt-Right-Szene ein abruptes Ende gesetzt, als vergangene Kommentare wieder auftauchten, in denen er allem Anschein nach Pädophilie verteidigte.

Der Aufruhr kostete den Briten sowohl seinen Job bei der rechtspopulistischen US-Nachrichtenwebsite Breitbart als auch mehrere geplante Reden in den USA sowie einen lukrativen Deal für ein eigenes Buch.

USA: Milo Yiannopoulos und Marjorie Taylor Greene sind Teil der Alt-Right-Szene

Nun, mehr als fünf Jahre später, hat es Yiannopoulos wieder in den Dunstkreis der Republikaner:innen geschafft. Einem Bericht von Mediaite zufolge wurden Abgeordnete und Praktikant gemeinsam auf einer Pressekonferenz auf dem Capitol Hill in Washington gesichtet. Dort sollen die beiden zu einem Treffen mit Infowars-Gründer Alex Jones sowie Tesla-CEO Elon Musk aufgerufen haben, um über die angebliche Zensur von Konservativen durch Twitter zu sprechen.

Erst im Februar erklärte der 23-jährige rechtsextreme Streamer Nick Fuentes, es sei Yiannopoulos zu verdanken, dass Marjorie Taylor Greene Monate zuvor auf der America First Political Action Conference sprach. Die Kongressabgeordnete aus Georgia wurde damals massiv kritisiert, weil sie auf der nationalistischen Veranstaltung teilnahm, die vom Holocaust-Leugner Fuentes ins Leben gerufen wurde. (nak)

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