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Militärmanöver: USA und Südkorea beginnen größte Übung seit Jahren

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Als Teil des jährlichen Sommermanövers finden wieder Übungen im freien Gelände statt. In Pjöngjang dürfte das Manöver als Provokation gesehen werden.

Seoul - Inmitten wachsender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel führen die Streitkräfte Südkoreas und der USA ihr größtes gemeinsames Sommermanöver seit fünf Jahren durch. Das elftägige Manöver „Ulchi Freedom Shield“ (UFS) habe am Montag wie geplant begonnen, teilte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums mit.

Zur Zahl der teilnehmenden Soldaten und zur militärischen Ausrüstung machte es keine Angaben, laut Angaben des britischen Guardian umfassten die Manöver in der Vergangenheit neben Bodentruppen die Nutzung von Flugzeugen, Kriegsschiffen und Panzern. Aktuell sind 28 500 US-Soldaten im südlichen Teil der koreanischen Halbinsel stationiert.

USA und Südkorea: Größtes Militärmanöver seit Jahren

Nach Angaben Seouls sind die Übungen, die bis zum 1. September stattfinden, die umfangreichsten seit 2017. Neben Computersimulationen, die beide Seiten auf mögliche Szenarien eines militärischen Einsatzes vorbereiten sollen, werden auch Übungen im Gelände aufgenommen. Dabei soll etwa auch die Beseitigung von Massenvernichtungswaffen eingeübt werden.

Gemeinsames Militärmanöver von USA und Südkorea
Panzer der US-Armee und der südkoreanischen Streitkräfte bei einem gemeinsamen Militärmanöver nördlich von Seoul. © Kim Hee-Chul/EPA/dpa

Die Spannungen in der Region hatten sich in diesem Jahr nach einer Reihe von Tests mit atomwaffenfähigen Raketen durch Nordkorea wieder verschärft. Im Mai vereinbarten der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol und sein US-Amtskollege Joe Biden bei einem Treffen in Seoul, die gemeinsamen Militärmanöver auszubauen.

Militärübungen in Südkorea: Neuer Präsident kündigt härtere Gangart gegen Nordkorea an

Yoon Suk Yeol, erst seit Mai 2022 im Amt, kündigte eine härtere Gangart gegen „Provokationen“ des nördlichen Nachbarn an. Darunter auch die „Normalisierung“ von Militärübungen, um sein Land gegen Aggressionen aus dem Norden zu verteidigen, wie der Guardian Yoon zitiert.

Während Washington und Seoul die Übungen als defensiv bezeichnen, gelten sie in Pjöngjang als Invasionsübungen, um somit als Rechtfertigung für die Entwicklung von Atomwaffen und Raketen. Als US-amerikanischen und südkoreanischen Truppen mit dem Training für das Sommermanöver begangen, feuerte Nordkorea laut Informationen von Al Jazeera als Reaktion zwei Marschflugkörper an der eigenen Westküste ab.

Militärübungen in Südkorea: Diplomatische Bemühungen Trumps zeigen keinen Erfolg

In den vergangenen Jahren hatten die USA und Südkorea den Umfang gemeinsamer Übungen auch aus diplomatischen Gründen reduziert oder abgesagt. Als die USA unter Führung von Donald Trump das Sommermanöver in Südkorea 2018 abgesagt hatten, wollten sie damals eine größere Chance für Diplomaten in den Verhandlungen über Nordkoreas Atomwaffenprogramm schaffen. Die Verhandlungen kommen jedoch seit dem gescheiterten Gipfeltreffen der USA mit Nordkorea im Februar 2019 in Vietnam nicht mehr voran. (dpa/nki)

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