Chronik

Der militärisch-politische Weg von Ariel Scharon

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist mit eine schweren Schlaganfall in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Derzeit ist fraglich, ob er seine

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist mit eine schweren Schlaganfall in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Derzeit ist fraglich, ob er seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen kann. Im Folgenden einige Daten aus der militärisch-politischen Karriere Scharons, zusammengestellt von der Nachrichtenagentur Reuters:

1948 - Scharon kommandiert eine Infanteriekompanie während des israelischen Unabhängigkeitskriegs.

1953 - Das von Scharon geführte Sonderkommando "Einheit 101" dringt nach Jordanien ein, um Vergeltung für Angriffe palästinensischer Extremisten zu üben. 69 Zivilisten werden getötet.

1967 - Scharon befehligt während des Sechs-Tage-Kriegs eine Division. Israel erobert das Westjordanland, die Golanhöhen und die Wüste Sinai.

1973 - Nach dem Angriff arabischer Staaten auf Israel zum Auftakt des Jom-Kippur-Krieges wird Scharon aus dem militärischen Ruhestand zurückgerufen. Unter Missachtung von Befehlen überquert seine Division den ägyptischen Suez-Kanal.

1977 - Scharon wird in das israelische Parlament gewählt und Landwirtschaftsminister in der ersten rechtsgerichteten Regierung des Landes. Er wird einer der wichtigsten Fürsprecher der Siedlerbewegung.

1982 - Als Verteidigungsminister ist Scharon für die Invasion des Libanon verantwortlich. Von dort sollen militante Palästinenser vertrieben werden. Mit Israel verbündete libanesische Christenmilizen töten hunderte Menschen in palästinensischen Flüchtlingslagern. Scharon organisiert den Umzug jüdischer Siedler aus dem Sinai. Laut Friedensvertrag fällt das Gebiet an Ägypten zurück.

1983 - Eine israelische Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass Scharon indirekt für die Massaker im Libanon Verantwortung trägt. Er wird zum Rücktritt gezwungen.

1998 - Als Außenminister fordert Scharon die Israelis auf, sich in den besetzten Gebieten "so viele Berggipfel wie möglich zu nehmen".

28. September 2000 - Scharon besucht als Oppositionsführer die heiligen Stätten in Jerusalem - es kommt zu Ausschreitungen. Nach palästinensischer Darstellung ist der Besuch der Auslöser der Intifada. Israel erklärt, der Aufstand sei zuvor bereits geplant gewesen.

7. März 2001 - Scharon wird Regierungschef, nachdem er bei der Wahl Ministerpräsident Ehud Barak von der Arbeitspartei schlug.

28. Januar 2003 - Scharon setzt harte Maßnahmen gegen die aufständischen Palästinenser ein und wird mit einer größeren Mehrheit wiedergewählt.

18. Dezember 2003 - Scharon gibt seinen Plan zur Trennung von Israelis und Palästinensern bekannt. Später erklärt er, alle Siedlungen im Gaza-Streifen und vier im Westjordanland sollten aufgelöst werden.

8. Februar 2005 - Scharon und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas verkünden eine Waffenruhe.

12. September 2005 - Israel zieht seine Soldaten und die jüdischen Siedler aus dem Gaza-Streifen ab. In Scharons Likud-Partei wächst der Widerstand ultra-nationalistischer Kräfte gegen diese Politik.

21. November 2005 Scharon verlässt den Likud und gründet vor den für Ende März angesetzten Wahlen die neue Kadima-Partei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion