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Ukraine-Krieg: Wie der Westen Russland stoppen kann

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Von: Constantin Hoppe

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Militärexperten in Deutschland sehen keinen Spielraum für eine diplomatische Lösung in der Ukraine. Nur weitere Waffenlieferungen könnten zu einem Frieden führen.

Frankfurt - Mehrere deutsche Wissenschaftler und Militärexperten sehen mit Blick auf den Ukraine-Krieg weitere Waffenlieferungen als einzige Möglichkeit an, den Konflikt zu beenden. In einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fordern die 22 Autoren, „das Niveau und die Quantität westlicher Waffenlieferungen“ an die Ukraine zu erhöhen.

Nur so ließe sich die militärische Schlagkraft der Ukraine erhöhen und das Land könne einen „Diktatfrieden“ erzielen, also einen Friedensvertrag, dessen Bedingungen von der Siegerseite einseitig festgelegt werden. Für eine diplomatische Lösung sehen die Experten in der aktuellen Situation dagegen keine Chance.

Ukraine-Krieg: Militärexperten sehen keine Chance auf einen diplomatischen Frieden

Die Experten gehen davon aus, dass Russland den Angriff auf die Ukraine von langer Hand vorbereitet habe. Die Invasion symbolisiere das „Wiederaufleben eines großrussischen Imperialismus“. Russland ziele nicht nur auf militärische Angriffe auf Nachbarstaaten ab, sondern auch auf „die Zerstörung westlicher Gesellschaften“ inklusive der Nato und der EU.

Das High Mobile Artillery Rocket System (HIMARS) im Einsatz in der Ukraine.
Das High Mobile Artillery Rocket System (HIMARS) im Einsatz in der Ukraine. © imago-images

Aktuell sehen sie die Gefahr, dass Russland in einem länger dauernden Abnutzungskrieg nach anfänglichen Problemen in der Ukraine die Oberhand gewinnt. Sollte die Ukraine dem russischen Angriff unterliegen, sei damit zu rechnen, dass Moskau weitere Kriege plane, „um die europäische Sicherheitsordnung zu zerstören“, warnten sie.

Ukraine-Krieg: Russland setzt Gas-Lieferungen als Waffe ein

Von der Bundesregierung fordern die Experten eine bessere, und deutlichere Kommunikation: „Notwendig ist eine stringente, nachvollziehbare Strategie, die öffentlich vermittelt wird“, heißt es in dem Text. Der bisherige Misserfolg russischer Truppen zeige, dass der Westen Möglichkeiten habe, auf den weiteren Verlauf des Krieges Einfluss zu nehmen.

Darüber hinaus müsse sich Deutschland auf eine Knappheit von Erdgas einstellen, der Westen müsse mittelfristig von fossiler Energie unabhängig werden. Russland setze auf eine Schwächung der Unterstützung des Westens und werde deshalb auch Gas-Lieferungen als Waffe einsetzen.

Militärexperten widersprechen Forderung nach schnellem Waffenstillstand

Zu den Unterzeichnern des Gastbeitrags gehörten unter anderem mehrere, frühere Bundeswehrgeneräle, der Militärhistoriker Sönke Neitzel von der Universität Potsdam, der Militärexperte Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr in München, der Militärhistoriker Sönke Neitzel von der Universität Potsdam und der Verteidigungs- und Russlandexperte Gustav Gressel vom European Council on Foreign Relations.

Mit ihrem Beitrag widersprachen sie einem offenen Brief deutscher Schriftsteller, Journalisten und Philosophen, die Ende Juni in der Wochenzeitung Die Zeit eine möglichst rasche Beendigung des Krieges gefordert hatten. (con)

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