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Schwere Verluste für Russland: Putin sieht aber „keine Probleme“

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Von: Kilian Bäuml

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Der russische Präsident sprach über eine mögliche Einigung zum Kriegsende. Er behauptet weiterhin, dass seine Mission erfolgreich verlaufe.

Moskau/Kiew – Der Angriff auf die Ukraine verläuft nicht wie von Wladimir Putin geplant. Doch der russische Präsident selbst will das offenbar nicht wahrhaben. In einer Pressekonferenz sprach er über den Krieg in der Ukraine, wie die britische Zeitung The Guardian berichtet. Trotzdem spricht er auch davon, die ukrainische Infrastruktur weiter angreifen zu wollen.

„Ja, das tun wir“, sagte Putin zu den Angriffen auf das ukrainische Stromnetz. „Aber wer hat damit angefangen? Es gibt eine Menge Lärm um unsere Angriffe auf die Energieinfrastruktur eines Nachbarlandes. Das wird unsere Kampfeinsätze nicht beeinträchtigen“. Begründet wurden die Angriffe mit der Behauptung, es handle sich um eine Vergeltung für den Angriff auf die Brücke von Kertsch. Die Brücke verband das russische Festland mit der Krim und wurde durch eine Explosion zerstört. Die Behauptung wird von ukrainischer Seite zurückgewiesen.

Angriffe auf die Infrastruktur werden von der Ukraine als Völkermord betrachtet

Angriffe auf die kritische Infrastruktur in der Ukraine trifft die Zivilbevölkerung und führt dazu, dass Millionen Menschen keinen Zugang zu Strom, Heizung und fließendem Wasser haben. Gerade durch den Wintereinbruch in der Ukraine wird dadurch der zivilen Bevölkerung der Ukraine geschadet. Der ukrainische Generalstaatsanwalt Andrij Kostin erklärte letzten Monat, dass die Angriffe von Russland auf das ukrainische Energienetz einen Völkermord darstellen.

Ukraine-Krieg
Ein im Ukraine-Krieg zerstörter russischer Panzer. © Dimitar Dilkoff / AFP

Das Hilfswerk Unicef schreibt, dass seit der Annexion der Krim im Jahr 2014 mindestens 35 Wassertechniker:innen verletzt oder getötet wurden. Das führte dazu, dass seitdem viele Dörfer kein Wasser haben. Die aktuellen Angriffe betreffen unter anderem den ukrainischen Energieversorger Ukrenergo, was zu Defiziten in der Stromversorgung führen kann.

Putin will von Verlusten nichts wissen, er spricht von einem Einigungsprozess

„Die Russen haben ihre Bemühungen in Donezk und Luhansk intensiviert“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Oleksiy Arestovych am Donnerstag (8. Dezember) in einem Video. „Sie befinden sich jetzt in einer sehr aktiven Phase, in der sie versuchen, offensive Operationen durchzuführen. Wir rücken nirgendwo vor, sondern verteidigen, zerstören die Infanterie und die Ausrüstung des Feindes, wo immer er versucht, vorzurücken.“

Putin selbst scheint von den russischen Verlusten im Ukraine-Krieg nichts mitzubekommen. Er behauptet weiter, dass seine Militäroperation nach Plan verlaufe, eine Niederlage ist offenbar keine Option für ihn. „Alles ist stabil. Es gibt keine Fragen oder Probleme“, sagte er und fügte hinzu, dass die Öffentlichkeit transparent über die Vorgänge im Ukraine-Krieg informiert werde. In einer Pressekonferenz sagt der russische Präsident außerdem: „Der Einigungsprozess als Ganzes, ja, er wird wahrscheinlich schwierig sein und einige Zeit in Anspruch nehmen. Aber auf die eine oder andere Weise werden sich alle Teilnehmer an diesem Prozess mit den Realitäten, die sich vor Ort abzeichnen, abfinden müssen.“

Putin will von Verlusten nichts wissen, dabei sollte der Krieg nur Wochen dauern

Die Äußerungen zum Einigungsprozess machte Putin nur wenige Tage, nachdem er die russische Bevölkerung auf einen lang anhaltenden Krieg mit der Ukraine eingestellt hatte. Bei Beginn des Krieges im Februar gingen die russischen Befehlshaber von einem russischen Sieg innerhalb weniger Wochen aus. Das geht aus Plänen hervor, die zu Kriegsbeginn sichergestellt wurden. Inzwischen dauert der Krieg jedoch bereits zehn Monate an und es kam auch zu Verlusten auf russischer Seite. Inzwischen gibt es auch Berichte über einen möglichen Fluchtplan für Putin im Falle einer Niederlage Russlands. (kiba)

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