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Ukraine-Krieg: Baby getötet – „Schmerz überflutet unsere Herzen“

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Von: Nadja Austel, Nail Akkoyun, Lucas Maier

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Russland attackiert die Ukraine massiv mit Luftangriffen. Bei den Attacken wird eine Entbindungsstation in Saporischschja getroffen. Der News-Ticker.

Dieser News-Ticker wird hiermit beendet. Alle weiteren Neuigkeiten und militärischen Entwicklungen im Ukraine-Krieg finden Sie in unserem neuen Ticker.

+++ 9.36 Uhr: In der Region Saporischschja ist bei Russlands nächtlichen Raketenangriffen nach ukrainischen Angaben die Entbindungsstation eines Krankenhauses getroffen worden. „Schmerz überflutet unsere Herzen – ein Säugling, der gerade erst auf die Welt gekommen ist, wurde getötet“, schrieb der Militärgouverneur von Saporischschja, Olexandr Staruch, auf seinem Telegram-Kanal. Rettungskräfte seien in der Kleinstadt Wilnjansk im Einsatz, dem Ort des Raketeneinschlags.

Raketeneinschläge gab es auch in den benachbarten Regionen Donezk und Dnipropetrowsk. In Donezk, wo die russischen Truppen seit Wochen verstärkt angreifen, sprachen ukrainische Behörden von einem Toten und acht Verletzten. In der Region Dnipropetrowsk habe es keine Opfer gegeben. Es seien aber mehr als 30 Geschosse in Ortschaften eingeschlagen, sagte Militärgouverneur Walentyn Resnitschenko.

Soldaten tragen Leichen, die unter den Trümmern eines zweistöckigen Hauses gefunden wurden.
Viele Zivilistinnen und Zivilisten sterben bei russischen Luftangriffen im Ukraine-Krieg. (Archivbild) © Ukrinform/dpa

News zum Ukraine-Krieg: Harter Winter steht bevor

Update vom Mittwoch, 23. November, 6.30 Uhr: Nach den Angriffen auf das ukrainische Energiesystem bereitet sich die Ukraine auf einen schwierigen und kalten Winter vor. Dafür eröffnet das Land öffentliche Wärmestuben, die als „Stabilitätspunkte“ dienen sollen. Davon wird es mehr als 4000 geben. Diese Wärmeräume entstehen in Schulen und Verwaltungsräumen. „Alle grundlegenden Dienstleistungen werden dort bereitgestellt“, sagte Wolodymyr Selenskyj in einer Video-Ansprache am Dienstag (22. November) in Kiew. „Dazu gehören Strom, mobile Kommunikation und Internet, Wärme, Wasser, Erste Hilfe. Völlig kostenlos und rund um die Uhr.“

Auch Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko machte auf die schwierige Situation aufmerksam.  „Das ist der schlimmste Winter seit dem Zweiten Weltkrieg“, sagte er der Bild. Das EU-Parlament möchte am Mittwoch (23. November) über eine Resolution abstimmen. Danach soll Russland wegen der Angriffe auf soziale Ziele als Sponsor von Terrorismus bezeichnet werden können.

Ukraine-Krieg: Russische Angriffe verursachen „kolossale“ Schäden an ukrainischen Kraftwerken

+++ 22.30 Uhr: Ein Angriff russischer Streitkräfte auf das ukrainische Stromnetz in der vergangenen Woche verursachte „kolossale“ Schäden. Nach Angaben des Leiters des staatlichen Stromnetzbetreibers blieb kein Wärme- oder Wasserkraftwerk in der Ukraine unversehrt. „Dies war der größte Angriff, der größte in der Geschichte. Es wurden über 100 schwere Raketen abgeschossen. Ihre Ziele waren Einrichtungen des ukrainischen Energiesystems, vor allem Umspannwerke von Ukrenergo und ukrainische Wärmekraftwerke, die Energie für ukrainische Verbraucher produzieren“, sagte Volodymyr Kudrytskyi, CEO von Ukrenergo, am Dienstag (22. September 2022).

„Um das Ausmaß dieser Angriffe zu verstehen, mit denen wir es zu tun haben, wurde fast die gesamte Wärme- und Stromerzeugung von Großkraftwerken durch Raketeneinschläge beschädigt. Es gibt so gut wie keine Umspannwerke von Ukrenergo, die intakt sind. Praktisch jedes wichtige Umspannwerk wurde mindestens einmal getroffen, einige sogar drei-, fünf- oder achtmal“, fügte er hinzu.

Das ukrainische Stromnetz ist derzeit „stabilisiert“, wobei es aufgrund der massiven Kriegsschäden an den Kraftwerken zu planmäßigen Stromausfällen kommt, da diese nicht in der Lage sind, ausreichend Strom für das Land zu liefern. Wenn es nicht zu neuen massiven Angriffen kommt, sollte die Situation stabil sein, wobei vierstündige Stromausfälle pro Tag geplant sind, sagte Kudrytskyi.

News zum Ukraine-Krieg: Ukraine hofft auf weitere Drohnen aus den USA

+++ 21.35 Uhr: Das Pentagon (US-Verteidigungsministerium) soll die Lieferung von „Gray-Eagle“-Drohen an die Ukraine überdenken. Dies hatte eine überparteiliche Gruppe von 16 US-Senatoren gefordert. Die Biden-Administration hat Anträge auf die Gray-Eagle-Drohnen, die eine Einsatzhöhe von knapp 9.000 Metern haben und mehr als 24 Stunden fliegen können, bisher abgelehnt. Die Begründung war, die Drohnen könnten abgeschossen werden und den Konflikt eskalieren lassen.

Da Russland zunehmend Kamikaze-Drohnen einsetzt, und zivile Infrastrukturen angreift, hat die Ukraine nachdrücklich an die USA appelliert, ihr leistungsstarke Drohnen zu liefern, mit denen sie sich in dem Konflikt einen Vorteil verschaffen kann. In ihrem Schreiben haben die Senatoren dem Verteidigungsminister Lloyd Austin eine Frist bis zum 30. November gesetzt, um zu erklären, warum das Pentagon die Drohne nicht für den Kampf in der Ukraine für geeignet hält.

News zum Ukraine-Krieg: Russland verstärkt Patrouillen

+++ 20.30 Uhr: Die russischen Besatzer verstärken laut der Ukrainska Pravda ihre Patrouillen in der besetzten Stadt Mariupol. In der Stadt würden zudem stichprobenartige Kontrollen der Einwohner durchgeführt, teilte Petro Andiushchenko, Berater des Bürgermeisters von Mariupol, auf Telegram mit.

Demnach gebe es plötzliche „Stichprobenkontrollen der Bürger, Besuche bei möglicherweise unzufriedenen Einwohnern“, sowie, eine erneute „Welle von Hausdurchsuchungen“. Er fügte hinzu, dass der neue, von Russland unterstützte Verwaltungschef der Stadt den Bürgern mit strafrechtlicher Verfolgung aufgrund von „Extremismus“ drohe, wenn „jemand mit etwas unzufrieden“ sei.

News zum Ukraine-Krieg: Explosionen auf der Krim nach Drohnenangriffen

+++ 19.30 Uhr: Die Berichte über Drohnenangriffe der Ukraine auf die russisch besetzte Halbinsel Krim scheinen sich zu bestätigen. Weitere Nachrichtenportale, unter anderem die Ukrainska Pravda, berichten von Explosionen, die teilweise von Bewohnern der Krim als Video via Social Media verbreitet würden. Zu sehen seien darauf Raketen der russischen Luftabwehr, die ukrainische Drohnen abschießen.

Zuvor hatte ein mutmaßlicher Angriff der Ukraine auf russische Öldepots nahe dem Hafen Noworossijsk die Verwundbarkeit der russischen Schwarzmeerflotte demonstriert. Das berichtet das britische Verteidigungsministerium in seinem täglichen Update. Demnach soll es am 18. November zu einem Angriff auf das Ölterminal gekommen sein.

News im Ukraine-Krieg: Auf der Krim soll es zu Explosionen durch Drohnen kommen

+++ 19.20 Uhr: Laut Bericht des Kyiv Independent waren in den beiden Städten Sewastopol und Jewpatoria auf der russisch besetzten Krim Explosionen zu hören. Der von Russland eingesetzte „Gouverneur von Sewastopol“, Michail Raswoshajew, berichtete demnach via Telegramm, dass die Halbinsel angeblich „von Drohnen angegriffen“ worden sei.

„Unsere Luftverteidigungskräfte sind im Moment im Einsatz. Es gibt einen Drohnenangriff“, schrieb er dort. Nach „vorläufigen Informationen“ der russischen Besatzungsbehörden seien zwei Drohnen bereits zerstört worden. Er fügte hinzu, dass „alle Kräfte und Dienste in Alarmbereitschaft sind“. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 16.30 Uhr: Die russische Armee greift weiter die zuletzt von der Ukraine eroberte Stadt Cherson an. Laut Halyna Luhova, Leiterin der regionalen Militärverwaltung, ist am Dienstagnachmittag eine Zivilperson getötet worden, als ein Projektil in eine Hauptgasleitung einschlug. Dies erklärte Luhova im Gespräch mit einem öffentlich-rechtlichen Sender. Die Stadt sei nach wie vor unter Beschuss.

News zum Ukraine-Krieg: Russland plant angeblich weitere Mobilisierungsrunde

+++ 17.15 Uhr: Durch die massiven russischen Raketenangriffe im Oktober und November sind in der Ukraine praktisch alle Wärme- und Wasserkraftwerke beschädigt worden. Dazu seien alle wichtigen Knotenpunkte des Stromnetzes getroffen worden, sagte der Chef des ukrainischen Stromnetzbetreibers Ukrenerho, Wolodymyr Kudryzkyj, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Kiew. „Praktisch jedes wichtige Umspannwerk hat einen Treffer abbekommen“, sagte Kudryzkyj. Einige Umspannwerke seien sogar mehrmals getroffen worden.

„Das Ausmaß der Zerstörungen ist kolossal“, unterstrich der 36-Jährige. Dennoch sei es durch Reparaturen gelungen, das System seit Samstag wieder zu stabilisieren. Es gebe jetzt vor allem planmäßige und kaum noch Notabschaltungen des Stroms.

News zum Ukraine-Krieg: Russland attackiert Cherson

News zum Ukraine-Krieg: Russland plant angeblich weitere Mobilisierungsrunde

+++ 15.15 Uhr: Anton Geraschtschenko, ein Berater des ukrainischen Innenministeriums, behauptet auf Twitter, dass Russland sich auf eine zweite Mobilisierungsrunde im Januar vorbereitet. Moskau plane demnach, bis zu 700.000 Reservisten einzuberufen – im September waren es noch, offiziellen Angaben zufolge, 300.000 Männer. Erst am Montag (21. November) erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hingegen, dass man keine weitere Mobilisierung plane.

Ukraine-Krieg: Nach Angriffen auf Energiezentren – Monatelange Stromausfälle drohen

Update vom Dienstag, 22. November, 7.10 Uhr: DieInfrastruktur der Ukraine ist durch russische Angriffe schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. „Der Systemschaden, der an unserem Energiesektor durch die Anschläge der russischen Terroristen entsteht, ist so groß, dass alle unsere Bürger und Unternehmen sehr sparsam sein und den Verbrauch über die Stunden des Tages verteilen sollten“, sagte Selenskyj laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Bis Ende März 2023 werden die Ukrainerinnen und Ukrainer mit Ausfällen zu kämpfen haben, wie der Chef des Stromversorgers Yasno, Serhij Kowalenko, auf Facebook mitteilte. Am Dienstag wird es dem Netzbetreiber Ukrenergo zufolge, Abschaltungen in der ganzen Ukraine geben.

Macron verurteilt Beschuss von AKW Saporischschja 

+++ 20.40 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach einem Telefonat mit Präsident Wolodymyr Selenskyj den Beschuss des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja verurteilt. In einer Erklärung nach dem Telefonat erklärte Macron, dass auch andere Kernkraftwerke in Rowno und Chmelnizki sowie der Staudamm von Nowa Kachowka beschossen worden seien. Der ukrainische Staatschef erklärte, er habe „die Notwendigkeit der Entmilitarisierung“ der Anlage in Saporischschja betont, und die beiden hätten „über die Zusammenarbeit bei der Sicherung der Energiestabilität der Ukraine, insbesondere beim Schutz des Systems vor Luftangriffen“ gesprochen.

Update vom Montag, 21. November, 16.50 Uhr: Bei einem russischen Beschuss der kürzlich befreiten Stadt Cherson im Süden der Ukraine ist Berichten zufolge mindestens ein Mensch getötet worden. Drei weitere wurden verletzt, teilte der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, auf Telegram mit. Die Großstadt Cherson ist infolge der russischen Angriffe noch immer ohne Strom. Man arbeite jedoch daran, sagte Tymoschenko. „Das ist mit Sicherheit die wichtigste Aufgabe.“

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj hält Ansprache vor Sitzung in Madrid

Erstmeldung vom Montag, 21. November: Kiew/Moskau – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Einigkeit aller demokratischen Nato-Länder gegen den russischen Überfall auf sein Land beschworen. „Ich rufe sie auf, alles dafür zu tun, dass unsere Gemeinschaft niemals geschwächt wird“, sagte Selenskyj am Montag (21. November) bei einer Videoansprache bei einer Plenarsitzung der Parlamentarischen Versammlung der Nato in Madrid laut Simultanübersetzung.

Es sei für jedermann sichtbar, welchen Beitrag Kiew im Ukraine-Krieg gerade für die Sicherheit aller Demokratien leiste. Selenskyj bekräftigte den Willen seines Landes, Mitglied der EU und der Nato zu werden.

News zum Ukraine-Krieg: Russland soll als „terroristischer Staat“ eingestuft werden

Angesichts der russischen Luftangriffe auf die Ukraine betonte Selenskyj die Notwendigkeit, jedes Land gegen solche Angriffe zu schützen. Das gelte vor allem für die Ukraine, die deshalb dringend weitere Luftverteidigungswaffen benötige. Die Folgen der russischen Angriffe für die ukrainische Zivilbevölkerung seien derart hart, dass Russland von allen Parlamenten als „terroristischer Staat“ gebrandmarkt werden solle, forderte Selenskyj. Auch die Sanktionen gegen Russland müssten weiter verschärft und die Schuldigen für Kriegsverbrechen vor Gericht gebracht werden.

Die 1955 gegründete Parlamentarische Versammlung der Nato ist kein Gremium des Verteidigungsbündnisses, sondern ein rechtlich selbstständiger Zusammenschluss der Parlamente der Mitgliedsstaaten und assoziierten Länder. 269 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den 30 Nato-Mitgliedsländern beraten in diesem Rahmen über sicherheits- und verteidigungspolitische Themen. Auch Delegierte aus assoziierten Staaten können teilnehmen. (nak/na/lm mit AFP/dpa)

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