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Selenskyj rechnet mit Racheaktionen: Russland kämpft gegen „zivilisiertes Leben“

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Von: Sandra Kathe, Helena Gries, Nail Akkoyun

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Die Kämpfe im Ukraine-Krieg dauern an. Präsident Selenskyj erklärt warum russische Rachepläne scheitern müssen. Der News-Ticker.

Dieser News-Ticker wird nicht mehr bestückt. Aktuelle News zum Krieg in der Ukraine lesen Sie in unserem neuen Ticker.

Selenskyj rechnet mit Racheaktionen: Russland kämpft gegen „zivilisiertes Leben“

+++ 21.05 Uhr: Obwohl die Wintermonate wohl dafür sorgen, dass die Kämpfe im Ukraine-Krieg stellenweise langsamer vorangehen, rechnet der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, mit drohenden Racheaktionen des russischer Militärs. Das sagte das Staatsoberhaupt bei einer Stellungnahme vor Teilnehmenden des Weltwirtschaftsforums in Davos, die Selenskyj in einer Videoschalte abgab. Demnach beobachte die Ukraine, wie das russische Militär versuche, auch im Winter Land und neue Stärke zu gewinnen und Racheaktionen für befreite Gebiete und Rückschläge vorzubereiten.

Selenskyj zufolge würden die Rachepläne Russlands aber allein daran scheitern, dass Russland „nicht gegen die Ukraine“ kämpfe, „sondern gegen eine zivilisierte Herangehensweise an das Leben“. Derzeit kontrollierten ukrainische Truppen vor allem die Lage im Süden und Norden der Front. Im Osten käme es weiterhin täglich zu erbitterten Kämpfen. Die Soldaten in der Region bewiesen jedoch täglich Stärke und Entschlossenheit, die Front zu verteidigen.

In den Wintermonaten gehen die Kämpfe im Ukraine-Krieg vor allem an der Ostfront und deutlich verlangsamt weiter, sagt Selenskyj. Doch Grund zum Aufatmen sei das nicht.
In den Wintermonaten gehen die Kämpfe im Ukraine-Krieg vor allem an der Ostfront und deutlich verlangsamt weiter, sagt Selenskyj. Doch Grund zum Aufatmen sei das nicht. (Symbolfoto) © Anatolii Stepanov/AFP

News im Ukraine-Krieg: Kiew meldet dutzende Luft- und Raketenangriffe

+++ 18.55 Uhr: Laut Lagebericht des ukrainischen Generalstabs gab es am Mittwoch (18. Januar) erneut dutzende Luft- und Raketenangriffe auf ukrainische Ziele durch russische Truppen. Wie die Behörde in ihrem abendlichen Facebook-Bericht mitteilt, habe es 22 Luftangriffe sowie 50 Angriffe durch russische Mehrfachraketenwerfer gegeben. Zudem habe die Ukraine erneut gemeinsame Truppenübungen russischer und belarussischer Einheiten beobachtet.

Darüber hinaus berichtet der ukrainische Generalstab, dass russische Soldaten in besetzten Regionen in zahlreichen Ortschaften innerhalb der besetzten Gebiete erneut auf Beutezug gingen und in Gruppen von rund einem Dutzend Soldaten die leeren Häuser geflohener Familien und Zivilpersonen ausräumten. Mitgenommen würden vor allem Möbel und Haushaltsgegenstände.

Angriffe durch Russland: IAEA will weitere Angriffe auf Atomkraftwerke verhindern

+++ 17.10 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) will mit der ständigen Anwesenheit ihres Expertenteams in Tschernobyl weitere Angriffe auf den ukrainischen Unfallreaktor verhindern. Das sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Mittwoch in der Anlage nahe der belarussischen Grenze, als die Beobachtermission seiner Behörde ihre Arbeit aufnahm. „Wir hoffen, dass es keine weitere Besetzung oder keinen weiteren Angriff auf das Kraftwerk geben wird“, sagte Grossi.

Grossi reiste Anfang der Woche in die Ukraine, um in Tschernobyl sowie in drei in Betrieb stehenden Atomkraftwerken in der Ukraine kleine IAEA-Teams dauerhaft einzusetzen. Die Präsenz internationaler Beobachterinnen und Beobachter soll nicht nur das Risiko russischer Angriffe verringern, sondern das Expertenteam soll auch ständig über die Sicherheit der Anlagen berichten und technische Hilfe leisten. Grossis Vorschlag einer Nichtangriffs-Zone um das AKW Saporischschja wurde bislang nicht umgesetzt.

News zum Ukraine-Krieg: Explosions-Serie in Tschernihiw

+++ 15.50 Uhr: Wie die ukrainische Armee auf Facebook mitteilt, kam es am Mittwochnachmittag zu schwerem Beschuss im Gebiet Tschernihiw. Russische Truppen hätten mithilfe von Mörsern „innerhalb von 15 Minuten insgesamt elf Luftangriffe“ gestartet. Dies berichtete das „Operative Kommando Pivnich“ auf Facebook.

Bei den heftigen Explosionen sei ersten Erkenntnissen zufolge jedoch keine Soldaten verletzt worden. Informationen über zivile Verluste sowie infrastrukturelle Schäden liegen bislang nicht vor.

News zum Ukraine-Krieg: Putin stellt Industriearbeiter Freibrief in Aussicht

+++ 14.32 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei seinem Besuch im Obuchow-Werk in St. Petersburg erklärt, dass Arbeitnehmer der Militärindustrie von der bevorstehenden Frühjahrseinberufung ausgenommen werden könnten. Darüber berichtet unter anderem CNN.

„Was die Wehrpflichtigen betrifft, die zum Militärdienst einberufen werden, so sind sie von der Einberufung ausgenommen: In Anbetracht der Tatsache, dass die Verteidigungsindustrie derzeit überlastet ist und Sie in drei Schichten arbeiten und die Produkte der Unternehmen der Verteidigungsindustrie sehr gefragt sind, prüfen wir derzeit die Möglichkeit, denjenigen, die zum Wehrdienst einberufen werden, einen Aufschub zu gewähren“, sagte er am Mittwoch vor den Fabrikarbeitern.

News zum Ukraine-Krieg: Kiew plant offenbar nächste Gegenoffensive

+++ 13.22 Uhr: Medienberichten zufolge plant die Ukraine eine neue Gegenoffensive in der Region Luhansk. Im Mittelpunkt der Gefechte: die Kleinstadt Kreminna und ihre Umgebung. Der Ort ist von einem Wald umgeben und dient der russischen Armee unter anderem als logistisches Zentrum. Wie die Bild berichtet, sollen dort größtenteils russische Reservisten stationiert sein, die ein leichtes Ziel für kampferprobte Ukrainer darstellen könnten.

News zum Ukraine-Krieg: Versorgungsprobleme für die ukrainische Armee rund um Bachmut

Update vom Mittwoch, 18. Januar, 10.34 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste stellt die russische Einnahme der ukrainischen Stadt Soledar für die Ukraine auch Probleme bei der Versorgung der größeren Stadt Bachmut dar. Eine von zwei Hauptversorgungsrouten gerate zunehmend unter Druck, hieß es am Mittwoch im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Seit sich die ukrainischen Kräfte in den vergangenen Tagen aus Soledar in der Donbass-Region zurückgezogen hätten, sei der Ort unter der Kontrolle des russischen Militärs und der von Russland eingesetzten Wagner-Söldner. Die ukrainischen Streitkräfte hätten mutmaßlich weiter im Westen eine neue Verteidigungslinie aufgebaut, hieß es von den Briten. In den Randgebieten von Bachmut sei die Ukraine mutmaßlich weiterhin damit beschäftigt, die Stadt gegen kontinuierlichen russischen Angriffen zu verteidigen.

News zum Ukraine-Krieg: Putin setzt seiner Armee neue Frist

Erstmeldung vom Mittwoch, 18. Januar: Moskau/Kiew – Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem neuen Befehlshaber der russischen Streitkräfte in der Ukraine eine Frist gesetzt, um die Kontrolle über die Donbass-Region zu übernehmen. Wie der Sprecher des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Andriy Yusov, gegenüber dem ukrainischen Freedom TV mitteilte, sei der russische General Valery Gerasimov angewiesen worden, die östliche Region der Ukraine bis März zu erobern. 

In der Vergangenheit hatte Putin mehrere ähnliche Fristen gesetzt, welche jedoch nicht eingehalten werden konnten. Das geht aus Berichten der Nachrichtenagentur Ukrainska Pravda hervor.

Bereits Ende Dezember hatte das britische Verteidigungsministerium in einem Geheimdienstbericht mitgeteilt, dass die russischen Streitkräfte in der Ukraine anscheinend Teile ihrer Frontlinie verstärken, um Standorte im Donbass zu erobern. Der militärische Geheimdienst der Ukraine gehe derzeit davon aus, dass Russland sich auf einen langfristigen Krieg einstelle. Putin halte demnach weiter daran fest, die Ukraine als Nation zu zerstören.

News zum Ukraine-Krieg: Suche nach Vermissten in Dnipro eingestellt

In der ukrainischen Stadt Dnipro haben die Einsatzkräfte unterdessen die Suche nach Verschütteten eingestellt. Der russische Raketenangriff vom vergangenen Samstag (14. Januar) ist ukrainischen Angaben nach für die Energieversorgung des Landes einer der verheerendsten seit Kriegsbeginn gewesen.

Bei dem Einschlag einer russischen Rakete in einem Hochhaus in der ukrainischen Stadt Dnipro sind 45 Menschen ums Leben gekommen, etwa 80 Menschen wurden verletzt, unter ihnen auch 16 Kinder. Durch den Angriff seien zudem acht Blöcke von Wärmekraftwerken im Westen und einer im Osten des Staatsgebietes beschädigt worden. (red mit Agenturen)

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