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Der designierte US-Außenminister Mike Pompeo liegt ganz auf Trumps Linie.

Neuer US-Außenminister

Mike Pompeo - Trumps harter Hund

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Mike Pompeo wird der neue Außenminister der USA. Während der geschasste Tillerson auf Realpolitik setzte, gilt Pompeo als impulsiver, konservativer Hardliner - ganz im Sinne von Donald Trump.

Der markige Spruch könnte auch von Donald Trump sein. „Wir können unsere Mission nicht erfüllen, wenn wir nicht aggressiv sind. Jede Minute müssen wir uns darauf konzentrieren, unsere Feinde zu zerstören“, sagte Mike Pompeo im Herbst in Texas. Der CIA-Direktor wollte den Einsatz von Spezialeinheiten zur Tötung von Taliban-Führern in Afghanistan verteidigen. Doch die Rhetorik sagt auch viel über ihren Urheber aus.

Pompeo, der designierte neue Außenminister der USA, ist ein harter Hund. Nach dem Studium an der Militärakademie Westpoint und dem Armeedienst als Panzerkommandant in Deutschland, arbeitete er zunächst als Geschäftsmann, bevor er 2010 auf der Welle der ultrarechten Tea Party in den Kongress gespült wurde. Dort erarbeitete sich der Republikaner seinen Ruf als konservativer Hardliner, der den Klimawandel anzweifelte, die Todesstrafe für Edward Snowden forderte und vehement gegen die Auflösung des Gefangenenlagers Guantanamo kämpfte. 

Trump war ihm schnell gewogen

In den 13 Monaten als Chef des Auslandsgeheimdienstes CIA gewann der stämmige Mann aus Kansas bei den morgendlichen Sicherheitsbriefings im Weißen Haus rasch das Vertrauen des Präsidenten. Er wetterte scharf gegen den Iran-Deal und beschied Trump, dass die russische Einmischung den Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahlen nicht beeinflusst habe. So überrascht es nicht, dass der Präsident seinen Kandidaten für das Außenamt, der noch vom Kongress bestätigt werden muss, als Gleichgesinnten anpries: Er habe „eine andere Denkweise“ als der gefeuerte Rex Tillerson.

Tatsächlich hatte sich der glücklose Vorgänger stets als eine Art realpolitisches Gegengewicht zum impulsiven Präsidenten gesehen. Das ist von Pompeo nicht zu erwarten. Der 54-Jährige gilt selbst als Heißsporn. Und er ist weitgehend dem militärischen Denken verhaftet. So applaudierte er Trump früh für dessen harte Linie gegenüber dem nordkoreanischen Herrscher Kim Jong-un. Pompeo plädierte sogar dafür, in Pjöngjang einen politischen Umsturz („regime change“) zu befeuern. Konstruktive Beiträge für das von Trump angekündigte Gespräch mit dem Diktator sind von ihm also kaum zu erwarten. Ohnehin gibt es in der Umgebung des Präsidenten nun keinen einzigen Diplomaten mehr.

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