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US-Machtwechsel

Plan von Mike Pence: Niederlage von Donald Trump eingestehen - dann ins Ausland flüchten

  • Matthis Pechtold
    vonMatthis Pechtold
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Am 6. Januar tritt Joe Biden sein Amt als US-Präsident an. Spätestens dann muss Mike Pence, Noch-Vizepräsident Donald Trumps, die Niederlage zugeben. Und dann?

  • Am 6. Januar wird es für US-Vizepräsident Mike Pence unausweichlich sein, die Niederlage Donald Trumps öffentlich anzuerkennen.
  • Dokumente der US-Regierung legen nahe, dass Pence direkt danach eine Auslandsreise in den Nahen Osten und nach Europa antreten wird.
  • Alle Nachrichten zu Donald Trump, dem 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten, in den Trump News.

Washington, D.C. – Ob sich US-Vizepräsident Mike Pence zum neuen Jahr Vorsätze gemacht hat, ist nicht bekannt. „Business as usual“, „alles wie gehabt“ als Leitspruch für 2021 würde jedenfalls überraschen. Pence wird zum Thema Machtwechsel nicht mehr lange schweigen können. Denn er ist auch Präsident des Kongresses und wird in dieser Rolle am 6. Januar 2021 allen Erwartungen entsprechend die Niederlage seines Chefs Donald Trump erstmals öffentlich anerkennen müssen.

Das hat Mike Pence bisher tunlichst vermieden, sich um klare Bekenntnisse stets gewunden. Dem will er offenbar gleich entgehen: Seinen Mitarbeitenden zufolge plant er eine Auslandsreise direkt nach der Kongresssitzung, während der er Donald Trump erst mal nicht entgegentreten müsste.

Plant offenbar flotten Abgang direkt nach dem Eingeständnis der Niederlage von Donald Trump: Mike Pence

Vizepräsident MIke Pence: Nach öffentlicher Abkehr von Donald Trump direkt ins Ausland?

Wie das US-Medium „Politico“ berichtet, will Mike Pence am 6. Januar eine Auslandsreise nach Bahrain, Israel und Polen antreten. Offiziell könnte er dabei die außenpolitischen Coups von Trump weiter festigen und für sie werben. Auch dürfte ihm die Reise weitere Zuneigung vonseiten der Evangelikalen bescheren, die einen gewichtigen Teil der US-amerikanischen Christen bilden – und mehrheitlich zu Donald Trump halten; seine letzte Reise führte ihn im Januar nach Jerusalem und Rom. Nachdem er wie geplant am Freitag (18.12.2020) gegen das Coronavirus geimpft worden ist, ist auch eine Reise in den derzeitigen Corona-Hotspot Israel wieder möglich.

„Politico“ spekuliert aber auch, Pence könnte damit Konflikten mit Trump geschickt aus dem Weg gehen. Der insistiert weiter, er sei um den Wahlsieg betrogen worden und lässt sein Anwaltsteam einen bisher rundum erfolglosen juristischen Kampf ausfechten – ohne substanzielle Beweise für Manipulationen bei der US-Wahl 2020. Auch wenn viele Rechtsradikale, Verschwörungsmythiker und polarisierte Republikaner weiter zu ihm halten, schwindet sein Rückhalt bei mächtigen Parteikolleg:innen. Zuletzt gratulierte der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, Joe Biden zu dessen Sieg. Vizepräsident Mike Pence aber hat eindeutige Aussagen bisher penibel vermieden.

Vizepräsident Mike Pence wird Niederlage von Donald Trump eingestehen müssen

Am 6. Januar wird er dann Farbe bekennen müssen, wenn der Senat zusammentritt, um die die formelle Wahl von Joe Biden durch das Wahlpersonengremium seinerseits zu bestätigen. Als Vizepräsident ist Mike Pence gleichzeitig Präsident des Senats, wird um eine mindestens nüchterne Feststellung des Resultats der Senatssitzung also nicht umhinkommen. Wie groß der Zorn von Donald Trump darüber auch ausfallen mag, seines Amtes entheben kann er Pence nicht: Dafür bräuchte es ein Amtsenthebungsverfahren, das nur das Repräsentantenhaus anstoßen kann. Zuletzt hat der Justizminister William Barr nach einer für Trumps Geschmack zu wahrheitsnahen Bemerkung zur US-Wahl 2020 sein Amt aufgeben.

Nach Bidens Amtsantritt nach seiner Vereidigung als 46. Präsident der USA am 20. Januar ist die politische Karriere von Donald Trump respektive seiner Familienmitglieder nicht schlagartig vorbei. Auch das könnte Pence dazu bewegen, Trump gegenüber weiterhin möglichst loyal aufzutreten.

Trotz Distanz zu Donald Trump: Mike Pence setzt sich weiter für Republikaner ein

Was Mike Pence auch gelingt, denn die US-Wahlen 2020 insgesamt noch nicht vorbei sind: Georgia wählt am 5. Januar in einer Stichwahl seine beiden Senatoren. Hier engagiert sich Pence eifrig im Wahlkampf. Bitte ihn das Kampagnenteam von Donald Trump um Unterstützung, helfe Pence, ansonsten sei er in Georgia derzeit am hilfreichsten, so einer seiner Mitarbeitenden gegenüber „Politico“.

Dass Mike Pence tatsächlich noch am 6. Januar ein Flugzeug gen Osten betritt, sei laut Weißem Haus noch nicht bestätigt. Wenn, dann sei der Termin aber nur so gefallen, weil Pence vorher anderen Terminen verpflichtet gewesen sein wird. Ob Donald Trump mit dieser Rechtfertigung zufrieden wäre, ist unsicher. (Matthis Pechtold)

Rubriklistenbild: © Jeff Dean/AFP

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