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Mike Pence und Donald Trump: Vier Jahre lang stand Pence dem ehemaligen Präsidenten als Vize zur Seite. Jetzt kommt es zu einem klaren Bruch. (Symbolbild/Archivbild)
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Mike Pence und Donald Trump: Vier Jahre lang stand Pence dem ehemaligen Präsidenten als Vize zur Seite. Jetzt kommt es zu einem klaren Bruch. (Symbolbild/Archivbild)

US-Politik

Mike Pence bricht mit Donald Trump: „Der 6. Januar war ein dunkler Tag“

  • Anna Charlotte Groos
    VonAnna Charlotte Groos
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Der ehemalige Vizepräsident Mike Pence spricht sich eindeutig gegen Donald Trumps Behauptungen zur US-Wahl 2020 aus. Dabei hat er ein bestimmtes Ziel vor Augen.

Simi Valley – Über diesen Bruch dürfte der ehemalige US-Präsident Donald Trump wohl alles andere als erfreut sein: Der ehemalige Vizepräsident Mike Pence hat sich von Donald Trump und dessen Aussagen zum Wahlbetrug bezüglich der US-Wahl Ende 2020 und Anfang 2021 deutlich distanziert. „Der sechste Januar war ein dunkler Tag in der amerikanischen Geschichte“, so Pence bei einer Parteirede in der Ronald Reagan Presidential Library im kalifornischen Simi Valley am Donnerstag (24.06.2021).

Der 6. Januar – eine Anspielung auf die Ereignisse rund um den Sturm auf das Kapitol in Washington D.C., bei dem tausende Trump-Fans in das Gebäude eingedrungen waren, nachdem Donald Trump kurz nach seiner Wahlniederlage in den USA eine aufstachelnde Rede gegenüber seinen Anhänger:innen gehalten hatte.

Nach der US-Wahl: Mike Pence weist Donald Trumps Aussagen zurück

Mike Pence Auftritt in der Ronald Reagan Presidential Library konzentrierte sich hauptsächlich darauf, sich eine Plattform für eine mögliche eigene Karriere im Weißen Haus bereitzulegen. Aber Pence bewertete auch die Behauptungen des ehemaligen Präsidenten Trump in den Tagen und Wochen vor dem 6. Januar über sich selbst harsch: „Die Verfassung räumt dem Vizepräsidenten keine Befugnis ein, dem Kongress vorliegende Wahlstimmen der Bundesstaaten abzulehnen oder zurückzugeben.“ Trump hatte zuvor immer wieder von Wahlbetrug gesprochen und bei seiner Kundgebung am 6. Januar erklärt, sein Vizepräsident könne „das Richtige tun“ und das Ergebnis der offiziellen Stimmauszählung nicht annehmen.

Pence distanzierte sich nicht nur von Trumps Aussagen über ihn und seine ehemalige Rolle als Vizepräsident, sondern sprach auch im Namen seiner Partei, den Republikanern, eine deutliche Botschaft aus: „Die amerikanische Bevölkerung soll wissen, dass unsere republikanische Partei immer der Verfassung treu sein wird – selbst wenn es politisch zweckmäßig wäre, es nicht zu tun.“

Mike Pence bricht mit Donald Trump – „Es steht mehr auf dem Spiel als unsere Partei“

Trump besteht weiterhin darauf, dass bei der Wahl betrogen worden sei. Laut CNN sagte er erst in einem Interview in dieser Woche, dass er „nie eine Niederlage zugegeben“ habe und „sehr enttäuscht war, dass (Pence) die Niederlage nicht zurückgewiesen“ habe. Mike Pence hingegen räumte die Wahlniederlage ein und sagte, er könne verstehen, dass viele über die vergangene Wahl enttäuscht seien. Jedoch spiele die Zukunft der USA eine wichtigere Rolle als eine Wahlniederlage: „In diesem Moment steht mehr auf dem Spiel als unsere Partei und unser politisches Vermögen. Wenn wir das Vertrauen in die Verfassung verlieren, verlieren wir nicht nur Wahlen - wir werden... unser Land verlieren.“

Pence Äußerungen bei seinem Auftritt in Simi Valley stellen den ersten und bisher einzig klaren Bruch mit Donald Trump dar. Vier Jahre lang hatte Pence dem ehemaligen Präsidenten, dessen Platz er im Präsidentschaftswahlkampf 2024 selbst gerne einnehmen würde, treu gedient. Erschwert wird dieses Vorhaben jedoch durch die Tatsache, dass Donald Trump möglicherweise selbst wieder kandidieren könnte. Auch schreiben viele Trump-Vertraute die Wahlniederlage Mike Pence zu.

Mike Pence identifiziert sich mit Trump-Agenda und lobt die „Trump-Pence-Administration“

Während seiner Rede am Donnerstag äußerte sich Pence zudem zu Themen aus der Trump-Agenda wie Einwanderung, Grenzsicherheit, Handel, China und öffentliche Sicherheit. Neben seinen kritischen Äußerungen zu Donald Trumps Wahlbehauptungen scheint er mit der republikanischen Partei vollkommen zu harmonisieren. Stolz sprach er von den Leistungen der „Trump-Pence-Administration“ und forderte die Republikaner auf, ihre „traditionell konservativen Prioritäten“ mit den „neuen Säulen“ von Trumps Agenda zu verschmelzen.

Derzeit ist zu beobachten, dass sich Mike Pence in zwei Richtungen bewegt: Auf der einen Seite versucht er, sich von Donald Trump abzugrenzen, auf der anderen Seite, sich an den Errungenschaften aus der Trump-Ära zu orientieren, die bei den Republikanern gut ankommen. Bei einer Rede in South Carolina im April, sein erster öffentlicher Auftritt seit seinem Ausscheiden aus der Vizepräsidentschaft, hatte er es noch weitestgehend vermieden, über die Ereignisse des 6. Januars, Trumps Rede über Pence und den Sturm auf das Kapitol, zu sprechen. (Anna Charlotte Groos)

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