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Immer mehr Menschen sterben auf der Flucht. Seenotretter versuchen zu helfen. 

Flucht über das Mittelmeer

Bereits mehr als 1000 Menschen 2019 im Mittelmeer ertrunken

Bereits jetzt zählt das Flüchtlingskommissariat 1028 Menschen, die im Mittelmeer auf der Flucht zu Tode kamen. Europa müsse sich seiner Verantwortung stellen.

Bei der Flucht über das Mittelmeer sind in allein diesem Jahr bereits mehr als 1000 Menschen ertrunken. „Wir müssen mit Stand gestern jetzt von 1028 Toten ausgehen“, sagte der Repräsentant des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR), Dominik Bartsch, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Berlin. Europa müsse sich endlich seiner Verantwortung stellen. 2018 hatte das UNHCR am Ende des Jahres 2277 Tote und Vermisste gezählt. 

15.000 Menschen sind seit 2014 im Mittelmeer gestorben

„Das ist das sechste Jahr in Folge, in dem mehr als 1000 Menschen im Mittelmeer ertrinken“, sagte Bartsch und führte weiter aus: „Diese Situation ist ein moralisches Fiasko und absolut inakzeptabel.“ Als einen wichtigen Vorstoß wertete Bartsch die Einigung der europäischen Staaten Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Maltas auf eine Übergangslösung zur Seenotrettung im Mittelmeer. Danach sollen alle aus Seenot geretteten Asylbewerber, die an Land gebracht werden können, innerhalb von vier Wochen auf die teilnehmenden EU-Staaten verteilt werden. 

Angestrebt wird also eine für alle EU-Staaten geltende Regelung, die die politisch weitgehend nicht umsetzbare Dublin-Vereinbarung ablöst. Derzeit ist danach jenes Land für die Bearbeitung von Asylanträgen zuständig, in dem Geflüchtete zuerst europäischen Boden betreten haben.

Dominik Bartsch von den Vereinten Nationen kritisiert „wochenlange Schacherei“

„Ein tragfähiger Mechanismus muss her, damit Menschen, die auf dem Mittelmeer gerettet werden, nicht als Geiseln einer wochenlangen Schacherei unter oft unwürdigen Bedingungen auf dem Boot bleiben“, sagte Bartsch. 

Hier lesen Sie: Das Sterben vor Italiens Häfen

„Das Problem kann mit einem ordentlichen System gelöst werden.“ Dabei gehe es nicht um eine Aufnahmegarantie. „Aber diese Menschen müssen das Recht haben, ihr Asylgesuch vorzubringen.“ 

Der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge entfallen fast zwei Drittel der verifizierten Todesfälle von Migranten im Mittelmeer auf die Route von Nordafrika nach Italien. Seit Anfang 2014 seien mindestens 15 000 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer umgekommen. (red/dpa)

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