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Midterms in den USA: Entscheiden die Benzinpreise die Wahl?

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Von: Daniel Dillmann

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In den USA streiten beide Parteien über die Entwicklung der Benzinpreise. Die könnten bei den anstehenden Midterms eine große Rolle spielen.

Washington, D. C. - Das Rennen um den Senat wird in wenigen Bundesstaaten entschieden. Da sind sich rund drei Wochen vor den Midterms in den USA alle Fachleute einig. Welche Staaten das sind, darüber wird gestritten. Doch fast immer genannt werden Nevada und Arizona.

In diesen beiden Bundesstaaten der USA werden ebenso wie in Utah spannende Duelle um die Sitze im Senat erwartet. Alle drei verbindet ein weiterer Faktor: Sie gehören zu den Staaten, in denen die Benzinpreise landesweit am höchsten sind. Wie viel es kostet, das Auto vollzutanken, spielt für die Wahlentscheidung in den Staaten kurz vor den Midterms eine große Rolle.

Midterms in den USA: Republikaner holen in Umfragen auf

Aufgrund der steigenden Öl-Preise hatte US-Präsident Joe Biden verkündet, Staatsreserven anzapfen zu lassen. 15 Millionen Barrel Öl sollen fließen. In Nevada und Arizona führte das zu einem Preisabfall beim Benzin von zwölf bis 19 Cent. Das berichtete das Nachrichtenportal Newsweek. Biden bestritt, dass dieser Schritt in irgendeiner Beziehung zu den anstehenden Wahlen in den USA stünde. „Es ist überhaupt nicht politisch motiviert“, so der US-Präsident in einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Seine Demokraten werden sich von den sinkenden Preisen dennoch sicher einen Schub in der Wählergunst erhoffen.

Laut den letzten Umfragen zu den Midterms flog diese nämlich wieder den Republikanern zu. Die „Grand Old Party“ nutzte die steigenden Preise der vergangenen Woche immer wieder als Wahlkampfthema. Ex-Präsident Donald Trump sagte auf einer Veranstaltung in Nevada, die Benzinpreise dort seien unter demokratischer Herrschaft „um 100 Prozent“ gestiegen. Bidens Stabschef im Weißen Haus, Ronald Klain, widersprach auf Twitter. Es sei genau umgekehrt und die Preise vielerorts am Fallen.

Midterms in den USA: Welche Rolle spielen die Benzinpreise?

Beide liegen laut einer Newsweek-Recherche daneben. In Utah sind die Preise demnach im monatlichen Vergleich durchschnittlich zwar um ein Cent gesunken, in Arizona dagegen um 50 Cent gestiegen, und in Nevada immerhin noch im 22 Cent. Das ist weit entfernt von den 100 Prozent-Anstieg Trumps, aber ein dortiger Preis von nun rund 4,4 US-Dollar für eine Gallone (ca. 3,7 Liter) liefert Stoff für Debatten so kurz vor wichtigen Wahlen in den USA.

Joe Biden im Wahlkampf für die diesjährigen Midterms in den USA.
Joe Biden im Wahlkampf für die diesjährigen Midterms in den USA. © Jordan Tovin/imago

Welche Rolle die Benzinpreise für die Wahlentscheidung bei den Midterms in den USA haben, auch darüber wird diskutiert. Laut einer Analyse der Washington Post würde der Einfluss sinken. Doch gerade in den berühmten Swing States, also den Staaten, die weder klar in die eine noch andere Richtung tendieren, spielt die ökonomische Lage des Landes eine große Rolle. Steigende Benzinpreise dürften da eher den Republikanern in die Karten spielen. (Daniel Dillmann)

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