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Midterms: Deshalb könnte das Ergebnis in Georgia erst im Dezember feststehen

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Von: Johanna Soll

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Eine Handvoll US-Bundesstaaten sind für die Midterms entscheidend. Einer davon ist Georgia. Dort könnte die Wahl in eine zweite Runde gehen.

Atlanta – Am 8. November ist der Wahltermin für die Midterms in den USA. Doch bereits vor dem Wahltag haben mehr als 40 Millionen Menschen in 47 Bundesstaaten beim early voting, der Frühwahl, ihre Stimme abgegeben, wie CNN berichtet. In Texas wurden mehr als 5,4 Millionen Stimmzettel abgegeben, die meisten in einem Bundesstaat bei dieser Wahl. In Florida sind es über 4,5 Millionen und in Kalifornien mehr als 4,1 Millionen. Georgia und North Carolina sind die einzigen anderen Bundesstaaten, in denen mehr als 2 Millionen Stimmen vorzeitig abgegeben wurden.

Die Wähler:innen in Georgia haben den Rekord mit der vorzeitigen Abgabe von mehr als 2,5 Millionen vor dem Wahltag der Midterms gebrochen. Diese Zahl bezieht sich auf Freitag (4. November) und wurde am Samstag vom Innenminister des Bundesstaates bekannt gegeben. Georgia verzeichnete am ersten Frühwahltag Mitte Oktober eine Rekordwahlbeteiligung – fast doppelt so hoch, wie am gleichen Tag bei den letzten Midterm-Wahlen im Jahr 2018.

Joe Biden konnte 2020 in Georgia nach 28 Jahren einen Sieg für die Demokraten erringen

Damals gaben 1,8 Millionen Wähler:innen in Georgia ihre Stimme vor dem Wahltag ab und bei den Präsidentschaftswahlen 2020 machten 2,6 Millionen Menschen von der Möglichkeit zur Frühwahl Gebrauch. Die hohe Wahlbeteiligung kam 2020 US-Präsident Joe Biden zugute, der den Südstaat erstmals nach 28 Jahren wieder für die Demokraten gewinnen konnte. Derzeit sind auch die beiden Senatoren aus Georgia Demokraten, Raphael Warnock und Jon Ossoff.

Kandidieren in Georgia für den US-Senat: Demokrat Raphael Warnock (l.)  und Republikaner Herschel Walker
Kandidieren in Georgia für den US-Senat: Demokrat Raphael Warnock (l.) und Republikaner Herschel Walker © Imago/The Canadian Press

Warnock tritt bei den Midterms gegen den MAGA-Republikaner Herschel Walker an, dessen Kandidatur von ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump unterstützt wird. Walker ist ein bekannter ehemaliger American Footballspieler, dessen zahlreichen Skandale, die während des Wahlkampfes ans Licht kamen, nicht dazu führten, dass Amtsinhaber Warnock ihn in den Umfragen hinter sich lassen konnte – das Rennen ist völlig offen. Warnock ist Pastor der Ebenezer Baptist Church in Atlanta, in der seinerzeit die Bürgerrechtsikone Martin Luther King predigte.

Stichwahl ist nach den Midterms in Georgia wahrscheinlich

Gemeinhin wird eine hohe Wahlbeteiligung als gutes Zeichen für die Demokraten gewertet, doch mancherorts lag man mit dieser Prognose bei der US-Wahl 2020 daneben – und Donald Trump war der Nutznießer des Andrangs auf die Wahllokale. In Georgia hatte die hohe Wahlbeteiligung allerdings vor zwei Jahren den Demokraten genutzt.

Derzeit zeichnet sich in Georgia FiveThirtyEight zufolge ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab, Warnock und Walker liegen in den Umfragen gleichauf. Und beide liegen bei knapp unter 50 Prozent. Sollte kein Kandidat bei ein Ergebnis bei den Midterms erzielen, das über der Marke 50 liegt, sieht das Wahlrecht in dem Bundesstaat eine Besonderheit vor: eine Stichwahl. Warnock und Walker müssten dann am 6. Dezember noch einmal gegeneinander antreten. Für den Fall, dass die Mehrheit im Senat von dieser Wahl abhängt, was nicht unwahrscheinlich ist, ist die Stichwahl die entscheidende Wahl, auf die beide Parteien ihre Ressourcen und die Medien ihre Aufmerksamkeit richten werden. (Johanna Soll)

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