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Midterms: Republikaner macht Wahlkampf vor Hitlers ehemaligem Auto

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Von: Daniel Dillmann

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Dr. Mehmet Oz tritt mit Unterstützung Donald Trumps für die Republikaner bei den Midterms an.
Dr. Mehmet Oz tritt mit Unterstützung Donald Trumps für die Republikaner bei den Midterms an. © Ed Jones/afp

Der Wahlkampf vor den Zwischenwahlen in den USA produziert wieder einmal eine bizarre Geschichte rund um Trump-vertraute Republikaner.

Santa Ana (Kalifornien) - Dr. Mehmet Oz will in den US-Senat. Der ehemalige Fernsehmoderator tritt bei den Midterms in den USA im Bundesstaat Pennsylvania gegen John Fetterman von den Demokraten an. Um sein Ziel zu erreichen, muss Oz Wahlkampf betreiben. Dafür wiederum benötigt er Geld. Deshalb besuchte der Kandidat, den auch Donald Trump unterstützt, eine Spendengala am andere Ende des Landes, nämlich in Santa Ana.

Veranstaltet wurde die Gala von Palmer Luckey, Schwager von Matt Gaetz. Der wiederum ist wie Oz ein Republikaner, Trump-Vertrauter und derzeit im Wahlkampf vor den Midterms aktiv. Die Party, bei der nach Informationen der Website Jezebel die Teilnahme bis zu 5000 US-Dollar kostete, fand im Lyon Air Museum statt. Das Museum besitzt zahlreiche Memorabilien aus dem Zweiten Weltkrieg. Ebenfalls anwesend waren laut Jezebel weitere hochrangige Kandidaten der „Grand Old Party“ (GOP), darunter Adam Laxalt, der im US-Bundesstaat Nevada für den Senat kandidiert.

Midterms in den USA: Wahlkampf nimmt an Fahrt auf

Doch den medienwirksamsten Moment hatte Dr. Mehmet Oz. Der republikanische Kandidat hielt eine Rede und ließ sich dabei auch fotografieren. Dumm nur, dass genau zu diesem Zeitpunkt ein historisches Auto hinter ihm geparkt stand, das einst Adolf Hitler gehörte.

Laut der Website des Museums handelt es sich um einen spezial angefertigten Mercedes-Benz G4. Das Auto wurde „ursprünglich Ende 1939 an Adolf Hitler geliefert und vom Führer in Ober Salzberg, Berlin und Polen eingesetzt, bis die französische Armee es in Berchtesgaden beschlagnahmte.“

Fotos vom Republikaner vor dem ehemaligen Auto Adolf Hitlers machten schnell die Runde in den sozialen Medien - und dürften der Kampagne von Oz in den Midterms kaum helfen. Ohnehin sieht es nicht gut aus für den TV-Arzt, der in der Vergangenheit vor allem damit auffiel, fragwürdige Diätmittel und sonstige Wunderpillen zu vertreiben - ein Geschäft, das ihm 2018 eine Klage einbrachte, die er nur abwenden konnte, indem er sich außergerichtlich auf eine Zahlung von mehr als fünf Millionen US-Dollar einließ. Auch die Unterstützung Donald Trump nutzt Oz im Wahlkampf gegen den sehr populären John Fetterman bislang wenig. Ob ein Foto mit dem Auto Adolf Hitlers zielführender ist, wird die Welt wohl erst am 8. November erfahren. (Daniel Dillmann)

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