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Midterms in den USA: Zahlen und Grafiken zu den Zwischenwahlen

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Von: Christian Stör

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Die Zwischenwahlen in den USA sind hart umkämpft. Die Stimmauszählung könnte sich eine Weile hinziehen. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Washington, D.C. - Wenige Stunden nach der Schließung erster Wahllokale ist bei den Midterms in den USA noch völlig offen, welche Partei künftig die Mehrheit im Kongress haben wird. Viele Schlüsselrennen sind noch nicht entschieden. Dass sich die Auszählung länger hinziehen dürfte, war erwartet worden.

Bei den Zwischenwahlen in der Mitte der vierjährigen Amtszeit von Präsident Joe Biden werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus neu vergeben und 35 der 100 Sitze im Senat, der zweiten Kammer des US-Parlaments. Auch über zahlreiche Gouverneursposten und andere wichtige Ämter in den Bundesstaaten wird abgestimmt. Vielerorts finden auf lokaler Ebene Referenden statt, etwa zu Themen wie Abtreibung, Mindestlohn oder die Legalisierung von Marijuana.

Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, spricht am 7. November 2022 in Orlando, Florida, bei einer Wahlkampfkundgebung.
Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, bleibt im Amt. © IMAGO/Paul Hennessy

Midterms: Wichtige Ergebnisse der Zwischenwahlen in den USA

Midterms in den USA: Harter Kampf um den Senat

Im Senat sind mehrere Bundesstaaten scharf umkämpft. Das gilt vor allem für Arizona, Georgia, Nevada, New Hampshire, Pennsylvania und Wisconsin. Wer die Mehrheit dieser Staaten gewinnt, dürfte auch die Kontrolle im Senat besitzen. Den Demokraten reicht dazu ein Patt von 50 zu 50, da die Stimme von Vizepräsidentin Kamala Harris in ihrer Rolle als Senatspräsidentin in diesem Fall den Ausschlag gibt.

Senat: Daten und Zahlen zu Arizona

Mark Kelly (D)Blake Masters (R)
56,8 %41,0 %
Stimmenauszählung: 54 %NYT-Prognose: Kelly gewinnt mit 64 % Wahrscheinlichkeit

Senat: Daten und Zahlen zu Georgia

Raphael Warnock (D)Herschel Walker (R)
49,4 %48,6 %
Stimmenauszählung: 95 %NYT-Prognose: Warnock gewinnt mit 56 % Wahrscheinlichkeit

Senat: Daten und Zahlen zu Nevada

Catherine Cortez Masto (D)Adam Laxalt (R)
54,1 %43,2 %
Stimmenauszählung: 42 %NYT-Prognose: Cortez Masto gewinnt mit 54 % Wahrscheinlichkeit

Senat: Daten und Zahlen zu New Hampshire

Maggie Hassan (D)Donald Bolduc (R)
54,1 %43,9 %
Stimmenauszählung: 75 %Hassan zur Siegerin erklärt

Senat: Daten und Zahlen zu Pennsylvania

John Fetterman (D)Mehmet Oz (R)
49,9 %47,7 %
Stimmenauszählung: 91 %Fetterman zum Sieger erklärt

Senat: Daten und Zahlen zu Wisconsin

Mandela Barnes (D)Ron Johnson (R)
49,3 %50,7 %
Stimmenauszählung: 93 %NYT-Prognose: Johnson gewinnt mit 89 % Wahrscheinlichkeit

(Quelle: New York Times, Stand: 08.10 Uhr)

Midterms 2022: Wahl zum Repräsentantenhaus

Bei der Wahl zum Repräsentantenhaus der USA stehen alle 435 Sitze zur Wahl. Die Abgeordneten werden per Direktwahl in ihrem Wahlbezirk für zwei Jahre gewählt. Da bei den Zwischenwahlen 2022 erstmals die Sitzverteilung gemäß dem United States Census 2020 verwendet wird, wurden alle Wahlbezirke neu zugeschnitten. Derzeit verfügen die Demokraten über die Mehrheit von 220 Sitzen, die Republikaner haben 212 Sitze inne, drei Sitze sind vakant. Alle Umfragen deuten darauf hin, dass die Republikaner hier eine Mehrheit erreichen werden.

Midterms 2022: Gouverneurswahlen

Bei den Zwischenwahlen in den USA wird in 36 Staaten auch der Gouverneursposten neu besetzt. Der Republikaner Ron DeSantis konnte im US-Bundesstaat Florida bereits einen großen Erfolg einfahren: Der 44-Jährige gewann in dem bevölkerungsreichen Bundesstaat im Südosten des Landes deutlich die Gouverneurswahl - er gilt innerparteilich als größter Rivale von Donald Trump. In Arizona bahnt sich derweil ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump-Kandidatin Kari Lake und der Demokratin Katie Hobbs an. Nach Auszählung von 50 Prozent der Stimmen liegt Hobbs vorne, das kann sich aber schnell ändern.

Gouverneurswahlen: Zwischenstand in Arizona

Katie Hobbs (D)Kari Lake (R)
55,3 %44,7 %
Stimmenauszählung: 52 %

Gouverneurswahlen: Zwischenstand in Florida

Charlie Grist (D)Ron DeSantis (R)
39,9 %59,4 %
ErgebnisDeSantis zum Sieger erklärt

(Quelle: New York Times, Stand: 08.10 Uhr)

Midterms: Demokraten befürchten Blockade

Bei den Zwischenwahlen in der Mitte der Amtszeit eines US-Präsidenten bekommt dessen Partei üblicherweise einen Denkzettel verpasst. Biden hatte innenpolitisch zuletzt die hohe Inflation im Land zugesetzt - insbesondere steigende Spritpreise sorgten für Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Bei einer Nachwahlumfrage nannte rund ein Drittel der Befragten Inflation als wichtigstes Thema für die Wahlentscheidung. An zweiter Stelle mit 27 Prozent gaben die Menschen demnach das Thema Abtreibung an - gefolgt von Kriminalität, Einwanderung und Waffenpolitik.

Übernehmen die Republikaner die Kontrolle im Kongress, dürfte die zweite Hälfte von Bidens Amtszeit von Blockade, Reformunfähigkeit und parteipolitischen Kämpfen geprägt sein. Erobern die Republikaner eine oder beide Kongresskammern, wird der Demokrat Biden ab Januar keine größeren Gesetzesinitiativen mehr durchsetzen können. Außerdem drohen ihm und seiner Regierung in dem Fall parlamentarische Untersuchungen bis hin zu Amtsenthebungsverfahren. (cs/dpa)

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