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Midterms in den USA: Obama geht wählen - Demokraten verlieren viel Zustimmung

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Von: Daniel Dillmann

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In manchen Staaten darf bereits im Rahmen der Midterms gewählt werden. Das nutzt unter anderem Barack Obama. Seine Demokraten rutschen in Umfragen ab.

Chicago - Rund drei Wochen vor den Midterms in den USA hat Barack Obama seine Stimme bereits abgegeben. Gemeinsam mit seiner Frau Michelle Obama nutzte der ehemalige US-Präsident die Gelegenheit des „early voting“ - seine Stimme also im Vorfeld abzugeben. Auf Twitter veröffentlichte Obama ein Foto der beiden in einem Wahllokal in Chicago (Illinois). „Michelle und ich haben heute vorzeitig unsere Stimme abgegeben. Jetzt seid Ihr dran.“

Fast alle Bundesstaaten der USA ermöglichen ihren Wähler:innen die vorzeitige Stimmabgabe für die Midterms. Einzig Alabama, Connecticut, Mississippi, New Hampshire und Oregon bieten gar keine Form des „early voting“ an. Mit dem Prinzip soll die Wahl auch Menschen ermöglicht werden, die am Wahltag selbst keine Zeit haben, zur Urne zu gehen. Dieser liegt in den USA grundsätzlich auf dem ersten Dienstag im November - dieses Jahr der 8.11.

Michelle Obama und Barack Obama geben ihre Stimme bei den Midterms in den USA ab.
Michelle Obama und Barack Obama geben ihre Stimme bei den Midterms in den USA ab. © JIM VONDRUSKA/AFP

Midterms in den USA: Demokraten rutschen in Umfragen ab

Doch genau vor diesem Tag dürften die Demokraten mittlerweile zittern. Hatten sie in Umfragen zu den Midterms in den vergangenen Wochen häufig gut abgeschnitten, hat sich die Stimmung in den USA rund drei Wochen vor dem Wahltermin offenbar gedreht. Das ergab eine Umfrage, die vom Siena College und der New York Times in Auftrag gegeben worden war. Nur noch 45 Prozent der Befragten gaben an, einen demokratischen Abgeordneten in den Kongress wählen zu wollen. 49 Prozent gaben an, ihre Stimme einem Kandidaten der Republikaner zu geben. Noch im September waren die Demokraten bei derselben Umfrage auf 47 Prozent gekommen, die Republikaner damals auf 48.

Vor allem bei den für die Midterms als besonders wichtig geltenden Wechselwählern soll die Gunst nun eher bei den Republikanern liegen. Die Zustimmung zur Partei von Donald Trump sei laut der Umfrage bei unabhängigen Wähler:innen deutlich gestiegen. Vor allem Frauen gaben signifikant häufiger an, sich die Wahl eines republikanischen Abgeordneten vorstellen zu können. Hatten im September noch 14 Prozent mehr Frauen ohne Parteibindung gesagt, die Demokraten wählen zu wollen, änderte sich das Bild völlig. Nun wollen 18 Prozent mehr ihre Stimme den Republikanern geben.

Midterms in den USA: Neue Themen bestimmen die Debatte

Für diese Entwicklung gibt es ein einfaches Erklärungsmuster: Die Diskussionen um das Ende des Rechts auf Abtreibung in den USA hat an Dynamik verloren. Was den Demokraten vor allem Zustimmung aus dem Lager der Unabhängigen eingebracht hatte, ist nun zu einer Debatte am Rande der Gesellschaft geworden. Dagegen wird in den USA jetzt wieder über ökonomische Ängste gesprochen. Die Benzinpreise steigen ebenso wie die Preise für Lebensmittel.

Genau bei diesem Thema wird den Republikanern grundsätzlich mehr Kompetenz zugesprochen. Das wiederum nutzt die Partei im Wahlkampf zu den Midterms aus - und hat auch schon längst einen Schuldigen für die angespannte wirtschaftliche Lage gefunden: US-Präsident Joe Biden. Der steht bei den Midterms zwar nicht zur Wahl, ist aber Demokrat und passt daher perfekt ins bevorzugte Narrativ. (Daniel Dillmann)

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