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Midterms 2022: Demokraten verhindern Trump-Kandidaten

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Von: Lukas Zigo

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Donald Trump, Ex-Präsident der USA. © Sean Kilpatrick / AP / dpa

Georgias Staatssekretär Brad Raffensperger hätte die Vorwahlen der Republikaner wohl nicht ohne die Unterstützung der Demokraten gewonnen.

Atlanta – So ungebrochen hoch wie Donald Trumps Popularität bei den konservativen Wählerinnen und Wählern in den USA auch ist – ebenso wenig scheint seine Hilfe den von ihm ausgewählten Kandidaten:innen nutzen. Die nächste Pleite während der Midterms kommt für die Trump-Clique (schon wieder) aus Georgia. Dort haben sich Demokraten schweren Herzens dazu entschlossen, für einen Republikaner zu stimmen. Somit konnte jedoch ein schlimmeres Szenario, mit weitreichenden Folgen, verhindert werden.

Bis zum Wahltag haderte Diane Murray mit ihrer Entscheidung. Die 54-jährige Demokratin aus Georgia gab ihre Stimme bei den Vorwahlen der Republikaner am 24. Mai Brad Raffensberger. Sie empfand es als Verstoß gegen ihre Grundwerte, für den Republikaner zu stimmen, aber es musste sein. Sie entschied so, um zu verhindern, dass der von Trump unterstützte „Wahlverweigerer“ Jody Hice Wahlleiter des umkämpften Bundesstaates wird.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass unserer Demokratie in Gefahr ist und dass Menschen, die die große Lüge, wie wir sie nennen, aufrechterhalten und an dem ehemaligen Präsidenten festhalten, eine Gefahr für die Demokratie darstellen“, sagte Murray, die an der Universität Georgia arbeitet. „Ich weiß nicht, ob ich es noch einmal tun würde, deswegen, wie ich mich danach so gefühlt habe. Ich fühlte mich einfach ekelig.“

Vorwahlen in den USA: Demokraten verhelfen Republikaner zum Sieg

Der konservative Raffensperger weigerte sich einst, den direkten Aufruf des ehemaligen Präsidenten zu unterstützen, und die Wahl 2020 zu kippen. Die Vorwahl am Dienstag (24. Mai 2022) hätte Raffensperger ohne Leute wie Murray wahrscheinlich nicht gewonnen.

Eine Analyse von Frühwahlaufzeichnungen des Datenunternehmens L2 ergab eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Wechselwählern:innen (37.000 nahmen zuvor an den Vorwahlen der Demokraten teil). Es zeigt die entscheidende Auswirkung, die diese Wechselwähler:innen auf den Ausgang der Wahlen gehabt haben und wie groß der Wille war, den Trump-Kandidaten von einem so entscheidenden Amt fernzuhalten.

Vorwahlen in den USA: Praxis der Wechselwähler soll in Michigan, Wyoming und Alaska genutzt werden

Trump schwor seine Anhänger:innen bei einer Veranstaltung in Wyoming auf Widerstand ein: „Lasst die Demokraten nicht tun, was sie letzte Woche in einem anderen Bundesstaat getan haben“, und beschwerte sich darüber, was passiert, „wenn man Demokraten erlaubt, in einer republikanischen Vorwahl zu wählen.“

Dieses Vorgehen ist zwar nicht immer effektiv, kann jedoch das Zünglein an der Waage sein. In den kommenden Vorwahlen in Michigan, Wyoming und Alaska wird diese Praxis erneut auf ihre Wirksamkeit hin getestet werden. Trumps Widersacher in der Republikanischen Partei sind bemüht, die, sich ausbreitende, Machtbasis Trumps im Zaum zu halten und wo immer möglich zu reduzieren. (lz)

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