Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Michael Kretschmer (l.) nimmt die Glückwünsche von seinem Amtsvorgänger Stanislaw Tillich entgegen.
+
Michael Kretschmer (l.) nimmt die Glückwünsche von seinem Amtsvorgänger Stanislaw Tillich entgegen.

Sachsen

Michael Kretschmer vor großen Problemen

  • Bernhard Honnigfort
    VonBernhard Honnigfort
    schließen

Michael Kretschmer kann als Ministerpräsident in Sachsen loslegen. Er muss nun in kurzer Zeit eine Menge ausbessern und flicken, was die Vorgängerregierungen verschlafen haben.

Er gehört zu den Jungen seiner Spezies: Michael Kretschmer, 42, seit Mittwoch Ministerpräsident von Sachsen und damit aktuell das Küken unter den Landeschefs in Deutschland. Knapp vor der Schwerinerin Manuela Schwesig und dem Kieler Daniel Günther, die nur wenig älter sind. Mit großer Mehrheit hat ihn die alte Koalition aus CDU und SPD im Dresdner Landtag gewählt. Er bekam 69 von 122 Stimmen, 48 Gegenstimmen, es gab zwei Enthaltungen und dreimal ungültig.

Es fehlten ihm ein paar Stimmen aus dem eigenen Lager, aber das regte niemanden auf an dem strahlend sonnigen Vormittag im Landtag. Auch nicht der auf ein riesiges Transparent gedruckte unübersehbare Spott der Linken am gegenüberliegenden Ufer: „Michael Kretschmer, Krönung der sächsischen Demokratie“. Spott hin oder her – er hatte es geschafft.

Nun ist der ehemalige Bundestagsabgeordnete und CDU-Generalsekretär aus Görlitz gewählt und kann loslegen. Als neuer Regierungschef leitet der Wirtschaftsingenieur Kretschmer eine politische Reparaturbrigade, die in kurzer Zeit eine Menge ausbessern und flicken muss, was die Vorgängerregierungen verschlafen haben.

„Wir wollen eine Problemlöser-Koalition sein“, sprang ihm am Mittwoch der SPD-Wirtschaftsminister und SPD-Chef Martin Dulig zur Seite. Die SPD in Sachsen will – anders als in Berlin – unbedingt mit der CDU weiterregieren. Dulig: „Wichtig ist, was vor uns liegt, nicht zwischen uns.“

Mehr Lehrer, mehr Polizisten, deutlich mehr Geld

Tatsächlich gibt es enormen Ärger in Sachsen, der sich bei der Bundestagswahl im September entladen hat: nur 26,9 Prozent für die CDU, einen Zehntelpunkt hinter der AfD und 30 Punkte hinter jenen Traumresultaten, die einst mit Kurt Biedenkopf erreicht wurden. Am Montag verständigten sich CDU und SPD in Dresden grob auf das, was die gemeinsame Reparaturbrigade angehen muss: schleunigst mehr Lehrer und mehr Polizisten, bessere Bezahlung, deutlich mehr Geld für Städte und Gemeinden, mehr politische Bildung an Schulen, mehr Geld und Tempo beim Ausbau der Infrastruktur, vor allem dem Verlegen von Breitbandkabeln auf dem flachen Land. Und vor allem: reden mit dem Volk, zuhören, Politik mit den Leuten machen.

Im Januar wollen Kretschmer und Dulig ein 100-Tage-Programm vorstellen und damit verlorenes Vertrauen zurückholen. Kretschmer will auch sein Kabinett umbauen. „Wir haben es in der Hand, wie es in Sachsen sein wird“, sagte er, als er vereidigt war. „Wie freundlich es ist, wie weltoffen und der Zukunft zugewandt.“ Einfach wird es nicht. Auf der Landtagstribüne saßen als mahnende Umrahmung des Feiertages Betriebsräte der Siemens-Werke in Görlitz und Leipzig, denen das Aus droht, Kretschmers Aufgabe eins.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare