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Michael Flynn
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Michael Flynn: Der frühere General, unter Donald Trump nationaler Sicherheitsberater der US-Regierung, ruft zum Militärputsch gegen Joe Biden auf. (Archivbild)

„Wie in Myanmar“

Michael Flynn bestreitet Forderung nach gewaltsamen Militärputsch in den USA – trotz Videoaufnahmen

  • vonMirko Schmid
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Michael Flynn, ein von Donald Trump begnadigter Ex-General und vormaliger nationaler Sicherheitsberater, fordert einen Militärputsch in den USA. 

Update, 13.15 Uhr: Michael Flynn versucht sein Bestes, um sich irgendwie herauszureden. Auf einer QAnon-Veranstaltung in Dallas hatte Donald Trumps ehemaliger nationaler Sicherheitsberater immerhin nicht weniger als einen gewaltsamen Militärputsch in den USA gefordert. Doch nun will er alles gar nicht so gemeint haben – obwohl seine Aussage auf Video festgehalten wurde. Via Telegram sagt Flynn nun, dass er gar nicht gesagt hat, was er gesagt hat.

„Lassen Sie mich sehr klar sein“, schrieb er im Messenger-Dienst. „Es gibt KEINEN Grund für einen Putsch in Amerika, und ich habe zu keiner Zeit zu einer solchen Aktion aufgerufen.“ Laut Flynn ist alles ganz anders gewesen. Alles, was er gesagt habe, sei nämlich ganz harmlos gewesen. Und dann fügte er noch hinzu, wie denn seine beabsichtigte Botschaft gelautet habe: „Es gibt keinen Grund, warum das (ein Putsch) hier passieren sollte.“ QAnon-Gläubige haben den Putsch in Myanmar als Beispiel dafür angeführt, wie Trump als Präsident wieder eingesetzt werden könnte.

Michael Flynn hat den USA einen Staatsstreich wie in Myanmar vorgeschlagen

Update vom 01.06.2021, 09.50 Uhr: Mark Hertling, pensionierter Veteran der US-Armee, hat Michael Flynn wegen dessen Äußerungen scharf attackiert, wie die britische Independent jetzt auf ihrer Internetseite berichtet. Fynn, ehemaliger Sicherheitberater von Donald Trump, hatte  der USA einen Staatsstreich wie in Myanmar vorgeschlagen um Präsident Joe Biden zu stürzen.

Der pensionierte Generalleutnant Mark Hertling, der 37 Jahre lang in der US-Armee gedient hatte, äußerte die Vermutung, dass Flynn die Kontrolle über sich verloren haben könnte. „Ich kannte ihn, als er aktiver Soldat war. Und ich denke, einige der Dinge, die er sagt, deuten darauf hin, dass er immer verrückter und verrückter wird“, so Hertling. „Er sollte solche Dinge nicht sagen, weil dies im Widerspruch zu dem steht, wir als Soldaten und ehemalige Soldaten der US-Armee geschworen haben“.

Ex-Sicherheitsberater von Donald Trump fordert bewaffneten Putsch

Erstmeldung vom 31.05.2021: Washington D.C. - Michael Flynn hat bewegte Jahre hinter sich. Der ehemalige Lieutenant General der US-Armee wurde mit dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident nationaler Sicherheitsberater, weniger als einen Monat später musste er bereits wieder zurücktreten, da ihm Kontakte ins Ausland nachgesagt wurden, die er anlässlich seiner Ernennung nicht angegeben hatte.

Wenig später bekannte Flynn sich der Auslandskontakte für schuldig, zog sein Geständnis allerdings im Januar 2020 zurück, woraufhin im Mai desselben Jahres alle Vorwürfe der Anklage gegen ihn fallen gelassen wurden. Dennoch ordnete der zuständige Bundesrichter an, den Fall zurückzustellen, bis eine weitere Entscheidung in der Sache gefällt sei. Dem kam Donald Trump zuvor, indem er Flynn im November 2020 begnadigte. Führende Mitglieder der US-Demokraten warfen Trump daraufhin einen Machtmissbrauch vor.

Michael Flynn, unter Donald Trump nationaler Sicherheitsberater, spricht vor QAnon-Anhängerschaft

Seither macht Flynn vor allem mit einer Nähe zum rechtsextremen Verschwörungskult QAnon auf sich aufmerksam, weswegen ihm Tracy Connor, Chefredakteurin der Nachrichtenseite The Daily Beast, bescheinigt „jetzt fest im Wahnsinn verwurzelt“ zu sein. Auf einer Konferenz der Bewegung, deren Glaube es ist, dass eine von den Demokraten gesteuerte Elite Kinder entführt, foltert und ihr Blut trinkt, rief Michael Flynn nun dazu auf, die gewählte US-Regierung um Joe Biden mittels eines Militärputsches aus der Verantwortung zu entfernen.

In seiner Rede bezog sich Flynn auf die Militärjunta des südostasiatischen Staates Myanmar (vormals Birma), welche die Köpfe der bei den – von internationalen Wahlbeobachtungsorganisationen als frei und fair bezeichneten – Parlamentswahlen erfolgreichen Partei NLD in Anschluss an die Wahl verhaftete. Begründet wurden die Festnahmen unter anderem von Parteiführerin Aung San Suu Kyi sowie Staatspräsident Win Myint durch das Militär mit angeblichen Wahlfälschungen.

NameMichael Thomas „Mike“ Flynn
PositionenEhem. General der US-Armee
Ehem. nationaler Sicherheitsberater der US-Regierung
Ehem. Direktor der Defense Intelligence Agency
Alter62 Jahre (24. Dezember 1958)
GeburtsortFort Meade, Maryland, USA

Für Donald Trump: Michael Flynn fordert zum Militärputsch wie in Myanmar auf

In der Folge kam es in Myanmar zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Militärs und der Bevölkerung, welche nach übereinstimmenden Berichten internationaler Medien und Menschenrechtsorganisationen mindestens 800 Menschenleben gefordert hatten. „Warum kann das, was in Myanmar passiert ist, hier nicht passieren?“, stellte Flynn der versammelten QAnon- und Donald Trump-Anhängerschaft eine rhetorische Frage, welcher diese mit Jubel und Applaus begegneten.

Michael Flynn beantwortet seine Frage daraufhin selbst und rief mithin zum Militärputsch zugunsten von Donald Trump in den USA auf: „Es gibt keinen Grund dafür. Ich finde, das sollte hier auch passieren.“ Flynns Äußerung sorgte umgehend für scharfe Kritik. In den sozialen Medien wurde die Forderung laut, den ehemaligen General wegen Hochverrats vor ein Kriegsgericht zu stellen.

Donald Trump äußert sich bisher nicht zur Militärputsch-Forderung des Michael Flynn

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Eine Äußerung von Donald Trump selbst zur Forderung seines ehemaligen nationalen Sicherheitsberaters blieb bisher aus. In seinem Blog „From the Desk of Donald J. Trump“ widmete sich der Republikaner stattdessen dem Memorial Day, einem US-amerikanischen Feiertag, der jedes Jahr am letzten Montag im Mai zu Ehren der im Krieg für das Vaterland Gefallenen abgehalten wird. (Mirko Schmid)

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