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Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater der USA Michael Flynn während einer Pro Trump-Demo im Dezember 2020.
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Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater der USA Michael Flynn während einer Pro Trump-Demo im Dezember 2020.

Ermittlungen gefordert

Ehemaliger Trump-Berater Michael Flynn kündigt zum „Spaß“ Mord in Washington D.C. an

  • VonMirko Schmid
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Donald Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn „witzelt“ darüber, jemanden in Washington D.C. erschießen zu wollen. Rufe nach Konsequenzen werden laut.

Yuba City, Kalifornien – Michael Flynn ist nicht für verbale Zurückhaltung bekannt. Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater der USA und glühende Trump-Anhänger leistet sich mit seinen Provokationen häufig einen beherzten Tritt ins Fettnäpfchen. So auch am Sonntag (25.07.2021). Die neueste Episode der verbalen Flynn-Ausrutscher ereignete sich, als der US-General im Ruhestand in einer Kirche in Kalifornien ein Gewehr überreicht bekam.

Mit den Worten „Wir haben versucht, ein Gewehr zu entwickeln, das unserer Meinung nach für einen General geeignet ist“ überreichte ihm die Waffe dort Jason Parker, seines Zeichens Eigentürmer einer Waffenfirma. Deswegen habe er sich für ein Gewehr mit einer Old-School-Woodland-Tarnung als Präsent entschieden, „eine unserer hochwertigsten Waffen“, wie Parker betonte.

Michael Flynn nahm das Gewehr und „witzelte“: „Vielleicht finde ich jemanden in Washington D.C.“ Die Reaktion des Publikums: Gelächter und Applaus. Parker stieg in Flynns „Spaß“ ein und antwortete: „Dieses Gewehr ist Florida-konform.“ Warum und wofür genau Flynn in der Church of Glad Tidings, die zuletzt für eine impfkritische Haltung in der Kritik stand, geehrt wurde, ist bisher nicht überliefert.

Nationaler Sicherheitsberater unter Donald Trump: Michael Flynn geht viral

Nachdem das Video mit Flynns „flapsiger“ Bemerkung in den Sozialen Medien viral ging und für heftige Kritik sorgte, entfernte die Kirche es von ihren Internet-Auftritten, was natürlich nichts daran änderte, dass sich der kurze Clip weiter verbreitete. Die in den USA prominente Twitter-Nutzerin „Maraleia“, der unter anderem der ehemalige Präsident Barack Obama folgt, nannte Flynn umgehend eine „klare und gegenwärtige Gefahr“. Der ehemalige britische Staatssekretär im Gesundheitsministerium Jonathan Slater fragte Flynn auf Twitter: „Wie können Sie so etwas sagen? Und wie kann es sein, dass die Leute darüber lachen und applaudieren?“

Ein Twitter-Nutzer mit dem Namen „Dan M.“ schrieb: „Ein Humor, der auf der Drohung basiert, jemanden in Washington D.C. zu erschießen, ist grotesk. Genauso wie das Gelächter darüber.“ Sarkastisch stellte er die rhetorische Frage hintenan: „Warum wird in einer Kirche mit Waffen gehandelt? Vertrauen die etwa nicht darauf, dass Gott sie beschützt?“

In eine ähnliche Kerbe schlug die Twitter-Nutzerin „Patricia G.“. Sie verlinkte verschiedene US-Sicherheitsbehörden und regte das FBI, das Pentagon oder das Justizministerium dazu an, Ermittlungen gegen Flynns aufzunehmen. Sie habe das Video gemeldet, da Flynns Äußerung eine „klare Drohung“ darstelle. Anschließend merkte sie an: „Wenn das eine Person of Color gesagt hätte, wäre sie sofort verhaftet worden.“

Twitter-Nutzerin fordert Sicherheitsbehörden auf, gegen Michael Flynn zu ermittelt

Der Twitter-Nutzer „Brent“ nannte Flynns Äußerung eine „Entehrung seines Eids, seiner Uniform und unserer Flagge“: „Es handelt sich um eine ziemlich direkte Morddrohung – und das von einem Mann, der auch direkt an der Planung eines Putsches beteiligt war.“ Damit bezieht er sich auf vorherige Äußerungen Flynns, der angeregt hatte, Joe Biden im Stile von Myanmar per Militärputsch aus dem Weißen Haus zu entfernen, um anschließend schnell zurückzurudern.

NameMichael Thomas „Mike“ Flynn
Alter62 Jahre (24. Dezember 1958)
GeburtsortFort Meade, Maryland, USA
Ehemalige PositionenGeneral der US-Armee
Nationaler Sicherheitsberater der Trump-Regierung
Direktor der Defense Intelligence Agency

Bisher ist keine Reaktion der Sicherheitsbehörden an die Öffentlichkeit gedrungen. Michael Flynn hatte in der Vergangenheit jedoch bereits mit der Justiz zu tun. Im Prozess seiner Ernennung zum Nationalen Sicherheitsberater soll er über Auslanfskontakte gelogen haben. Dies gestand der ehemalige General zunächst, zog sein Geständnis allerdings wieder zurück. Bevor sein Fall abschließend behandelt werden konnte, begnadigte Donald Trump seinen Mitstreiter, was für wütende Proteste seitens der Demokraten sorgte.

Wie Trump selbst behauptet Flynn, dass die Präsidentschaftswahlen 2020 manipuliert worden seien. Außerdem hegt der pensionierte General eine öffentliche Nähe zum rechtsextremen Verschwörungskult „QAnon“. (Mirko Schmid)

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