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Scharfe Reaktion auf Twitter vom mexikanischen Außenminister Marcelo Ebrard.

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Nach dem Massaker von El Paso: Mexikos Geduld ist erschöpft

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Die Regierung des mittelamerikanischen Staates sieht bei Donald Trump eine klare Mitschuld für das Massaker von El Paso.

Am Tag nach dem Attentat in El Paso wies Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador seinen Außenminister Marcelo Ebrard an, eine für mexikanische Verhältnisse scharfe Reaktion an den Nachbarn im Norden zu übermitteln. „Wir verurteilen diese barbarische Tat, bei der unschuldige Mexikaner getötet wurden“, sagte Ebrard in einer auf Twitter veröffentlichten Videobotschaft. Man sah dem Minister an, dass er seine Wut und sein Entsetzen über die Vorkommnisse nur schwer in die gebotene diplomatische Zurückhaltung fassen konnte.

Es war dann an Vize-Außenminister Jesús Seade, das zu ergänzen, was ein ganzes Land und vermutlich auch die gesamte Regierung des Präsidenten López Obrador denken. Zumindest eine gehörige Mitschuld an diesem Massaker trage Donald Trump, der sich voller Rassismus und Abwertung über Minderheiten äußerte, vor allem aus Mexiko und Zentralamerika. „Solche mutwilligen Taten der fremdenfeindlichen Barbarei haben keinen Platz in der heutigen Welt“, schrieb Seade auf Twitter. „Die Rhetorik, die sie anstachelt, muss vollständig beendet werden.“

Mexiko hat seit Trumps Amtsantritt fast jede Zumutung relativ klaglos hingenommen

El Paso und das auf der mexikanischen Seite liegende Ciudad Juárez sind praktisch Zwillingsstädte, die nur durch Brücken und eine massiv befestige Grenze getrennt sind. Täglich überqueren Zehntausende Mexikaner aus Juárez die Grenze, um in El Paso zu arbeiten oder wie an diesem Samstag einzukaufen. 80 Prozent der Einwohner der texanischen Stadt haben einen hispanischen Hintergrund.

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Mexikos Regierung hat seit Trumps Amtsantritt fast jede Zumutung, Beschimpfung und Drohung relativ klaglos hingenommen. Das Land ertrug es, als Trump die Mexikaner „Drogendealer und Kriminelle“ nannte, es setzte sich mit ihm an einen Tisch, als er die Nordamerikanische Freihandelszone (Nafta) aufkündigte und neu verhandeln wollte und es verschärfte auf Druck aus Washington die eigene großzügige Migrationspolitik.

Diese Geduld scheint nun aufgebraucht. Das zeigt sich auch darin, dass die Mexikaner erwägen, die Auslieferung des mutmaßlichen Mörders von El Paso zu beantragen. Eine Entscheidung müsse die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft treffen, sagte Ebrard. Zudem werde die Regierung rechtliche Schritte gegen denjenigen einleiten, der dem mutmaßlichen Täter die Waffe verkauft hat.

Präsident López Obrador kritisierte zudem das liberale Waffenrecht in den USA: Nichts lasse sich durch Gewalt und das lösen, „was man Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit und Hass auf Migranten nennt“, sagte er.

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