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Auf der schottischen Insel North Ronaldsay ernähren sich die Schafe von Algen und setzen so weniger Methangas frei.
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Auf der schottischen Insel North Ronaldsay ernähren sich die Schafe von Algen und setzen so weniger Methangas frei.

Klima

Klimawandel: Fokus auf Treibhausgas Methan „ist längst überfällig“

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Das zweitwichtigste Treibhausgas Methan ist ein starker Klimaerwärmer – lässt sich aber auch leichter als CO2 reduzieren.

Glasgow - Methan ist ein starkes Treibhausgas. Es entsteht unter anderem bei der Kohle-, Erdöl- und Erdgasgewinnung, in Mülldeponien und in der Landwirtschaft, in den Mägen von Wiederkäuern. Klimafachleute sehen in einer schnellen Reduktion von Methan eine wichtige Stellschraube, um die globale Erwärmung zu bremsen. Das UN-Umweltprogramm Unep hat nun am Rande des G20-Gipfels in Rom die Gründung einer Internationalen Beobachtungsstelle für Methanemissionen (Imeo) angekündigt. Sie soll die Basis dafür legen, dass der Ausstoß des Gases gezielt heruntergefahren werden kann. Unterstützt wird das Projekt von der Europäischen Union.

Die Datenlage bei Methan ist deutlich schlechter als beim wichtigsten Treibhausgas CO2. Die neue Beobachtungsstelle wird sich zunächst auf die Methanemissionen aus dem Energiesektor konzentrieren, später sollen unter anderem die Abfallwirtschaft und der Agrarsektor hinzukommen. Genutzt werden direkte Daten von Messsensoren, wissenschaftliche Studien und nationale Emissionsverzeichnisse. Unternehmen können sich freiwillig beteiligen. Die Öl- und Gasindustrie arbeitet bereits mit Unep zusammen und hat zugesagt, der Imeo Daten zur Verfügung zu stellen.

Methanemissionen können fast halbiert werden

Eine Unep-Untersuchung zeigte jüngst, dass die Methanemissionen mit geringen Nettokosten fast halbiert werden können und der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur bis 2050 um 0,28 Grad Celsius verringern werden könnte. Dadurch würden Folgen des Klimawandels wie steigende Meeresspiegel, die Zunahme von Extremwetterereignissen oder Schäden an Ökosystemen verlangsamt. Laut dem Pariser Klimaabkommen soll die Erwärmung möglichst auf 1,5 Grad gegenüber vorindustrieller Zeit begrenzt werden. Erreicht sind bereits rund 1,2 Grad, und es wird erwartet, dass die 1,5-Grad-Grenze ohne drastische Einsparungen bereits in den kommenden zwei Jahrzehnten überschritten wird.

CO2 ist für rund zwei Drittel des Treibhauseffekts verantwortlich, Methan für fast ein Viertel. Schritte, um den Methanausstoß herunterzufahren, sind vor allem die Eindämmung von Erdöl- und Erdgaslecks, etwa an Pipelines, die Sanierung stillgelegter Kohlegruben oder die bessere Erfassung von Emissionen aus Deponien. In der Diskussion sind auch Futterergänzungsmittel für Rinder. In der Energiebranche sind laut Analysen der Internationalen Energieagentur Reduktionen teils sogar ohne zusätzliche Kosten möglich.

Der „Vorteil“ von Methan ist, dass es in der Atmosphäre relativ schnell abgebaut wird, es verbleibt dort nur zehn bis zwölf Jahre, CO2 hingegen für Jahrhunderte, wodurch es sich stark anreichert. „Sich auf Methan als Treibhausgas zu fokussieren, ist längst überfällig“, sagte Maria Pastukhova vom Klima-Thinktank E3G. „Die Zeitspanne zwischen Maßnahmen und Ergebnissen ist bei Kohlendioxid viel länger.“

Klimagipfel in Glasgow: 60 Länder wollen mehr tun

Der Start von Imeo ergänzt die von den USA und der EU initiierte Globale Methanverpflichtung („Global Methane Pledge“), die offiziell auf dem Klimagipfel in Glasgow vorgestellt werden soll. Mehr als 60 Länder haben bereits angekündigt, sich dieser Initiative anzuschließen. Sie verpflichten sich dazu, ihren Ausstoß bis 2030 um mindestens 30 Prozent zu senken.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte unlängst gesagt: „Wenn man sich die Treibhausgase anschaut, ist Methan die am niedrigsten hängende Frucht.“ Hier müsse dringend etwas getan werden, „und wir können eine Menge tun“. Die EU arbeitet an einer neuen Methanstrategie. Gegenüber 1990 sind die Methanemissionen in der EU im Energiesektor um die Hälfte, in der Abfallwirtschaft um ein Drittel und im Agrarsektor um etwas mehr als ein Fünftel zurückgegangen. (Joachim Wille)

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