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Friedrich Merz.

Parteivorsitz

Merzschmerz hält in Teilen der CDU an

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Die Unterstützer des gescheiterten Kandidaten für den CDU-Vorsitz wollen, dass er der Partei erhalten bleibt.

In der CDU wächst die Sorge davor, dass Friedrich Merz der Partei nach seiner gescheiterten Kandidatur um den Vorsitz verloren gehen könnte. Vertreter des wirtschaftsliberalen und des konservativen Flügels fordern die Parteiführung auf, Merz mit einem verlockenden Angebot zu halten.

„Eine Einbindung von Friedrich Merz halte ich für dringend geboten – es ist unzweifelhaft Wunsch zahlreicher Mitglieder“, sagte Niedersachsens CDU-Landeschef Bernd Althusmann. „So, wie ich Friedrich Merz kennengelernt habe, wäre es ein Gewinn für alle, wenn er weiterhin mit Rat und Tat in einer aktiven Rolle seiner CDU zur Seite steht.“ Es sei nun an der neuen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, über Merz’ Einbindung zu entscheiden.

„Ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann“

Merz hatte beim Bundesparteitag der CDU weder für den stellvertretenden Bundesvorsitz noch für das Präsidium kandidieren wollen. Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer wird demnächst ein Gespräch mit dem früheren Unionsfraktionschef führen, in dem es um sein Engagement für die CDU gehen soll. Vom Ausgang dieses Gesprächs dürfte wohl abhängen, ob Merz Aufsichtsratsvorsitzender der Fondsgesellschaft Blackrock bleiben kann.

Aus Baden-Württemberg, wo Merz besonders viele Unterstützer hat, wächst nun der Druck auf Kramp-Karrenbauer und den neuen CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak: „Die Bundesvorsitzende und der Generalsekretär sind gefordert, Merz ein attraktives Angebot zu machen, das er nicht ausschlagen kann“, fordert etwa Olav Gutting, Bundestagsabgeordneter aus Karlsruhe.

In den ostdeutschen CDU-Landesverbänden ist der Wunsch groß, mit Merz im kommenden Jahr die Wahlkämpfe in Brandenburg, Sachsen und Thüringen zu bestreiten. „Ich würde mich freuen, wenn Friedrich Merz eine herausragende Rolle bei der inhaltlichen Neuaufstellung der CDU spielen würde und entsprechend in die Arbeit am neuen Grundsatzprogramm eingebunden werden kann“, sagte Thüringens CDU-Landeschef Mike Mohring. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich Kramp-Karrenbauer und Merz verständigen könnten. „Uns Wahlkämpfern hilft es zudem, wenn die Breite der Volkspartei auch künftig personell abgebildet wird. So verstehe ich auch die Ermutigung unserer neuen Vorsitzenden gegenüber ihren Mitbewerbern“, betonte Mohring.

Philipp Amthor, konservativer Bundestagsabgeordneter aus Mecklenburg-Vorpommern und Schatzmeister der Jungen Union, verwies auf die enttäuschten Hoffnungen vieler Mitglieder: „Eine inhaltliche Einbindung von Friedrich Merz brächte nicht nur Expertise in die Partei ein, sondern es wäre auch ein wichtiges Signal an enttäuschte Parteimitglieder.“ Amthor sähe Merz gern an führender Stelle bei der Erarbeitung des neuen CDU-Grundsatzprogramms. „Ein solches Engagement erfordert nicht immer politische Ämter.“ Der 26-jährige Amthor wird als potenzieller Nachfolger Ziemiaks im Amt des Junge-Union-Vorsitzenden gehandelt. Ziemiak erklärte am Dienstag, dass er dieses Amt mit sofortiger Wirkung ruhen lassen werde.

Derweil wies der ebenfalls im Wettstreit um den Parteivorsitz unterlegene Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Gerüchte über eine Absprache bei der Wahl zum CDU-Vorsitz zurück. Seine Unterstützer hätten von ihm nicht die Empfehlung erhalten, im zweiten Wahlgang für Kramp-Karrenbauer zu stimmen: „Die Delegierten haben eigenständig entschieden.“

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