Friedrich Merz glaubt nicht an einen Kanzlerkanddaten aus den Reihen der CSU.
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Friedrich Merz glaubt nicht an einen Kanzlerkanddaten aus den Reihen der CSU.

Union

Merz glaubt nicht an Söder

Politiker sieht seine Chancen auf CDU-Vorsitz durch Corona-Pandemie erschwert.

Der Anwärter auf den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, hat eine Kanzlerkandidatur von CSU-Chef Markus Söder als unwahrscheinlich bezeichnet. „Er hat mehrfach gesagt, dass sein Platz in Bayern ist, wo er ja gerade in der Corona-Krise auch einen klasse Job macht“, sagte Merz der „Augsburger Allgemeinen“ (Montagsausgabe) über den bayerischen Ministerpräsidenten.

Merz verwies auf die früheren – jeweils erfolglosen – Kanzlerkandidaturen von CSU-Politikern: „Historisch betrachtet war es bisher so, dass die CSU den gemeinsamen Kanzlerkandidaten dann gestellt hat, wenn die CDU mit ihrer eigenen Führung unzufrieden war“, sagte er. „Das war 1980 so, das war 2002 so, und ich bin mir ziemlich sicher, dass das 2021 nicht so sein wird“, betonte Merz.

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, als neuer CDU-Chef Söder den Vortritt bei der Kanzlerkandidatur zu lassen, antwortete Merz in dem Zeitungsinterview: „Mit solchen ‚Was-wäre-wenn‘-Fragen beschäftige ich mich grundsätzlich nicht.“ Er gehe davon aus, dass erst nach der Wahl des neuen CDU-Chefs im Dezember die Vorsitzenden der beiden Unionsparteien sich „zusammensetzen und einen gemeinsamen Vorschlag machen“.

Merz räumte ein, dass seine Kampagne für seine Wahl zum CDU-Chef unter den Folgen der Pandemie leide: „Ich mache zurzeit relativ viel mit Videokonferenzen, eine davon sogar schon mit mehr als 2000 Teilnehmern, aber das kann persönliche Begegnungen natürlich nicht vollständig ersetzen“, sagte der CDU-Politiker. „Ich bin also nicht völlig von der Partei und den Menschen im Land abgeschnitten, aber ich freue mich doch schon sehr auf ein Stück mehr Normalität.“

In der Diskussion um seine frühere Tätigkeit für den Vermögensverwalter Blackrock sieht Merz keine Belastung für einen möglichen Bundestagswahlkampf. „Natürlich werde ich polemisch angegriffen werden“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“. Darauf werde er aber mit einem Verweis auf den Juso-Chef und SPD-Vize Kevin Kühnert antworten: „Wollt ihr in der Politik nur noch Leute wie Kevin Kühnert, die ohne Ausbildung und Examen ihr ganzes Leben aus öffentlichen Kassen gelebt haben?“

Für sein Berufsleben müsse er sich nicht erklären oder gar rechtfertigen, sagte Merz. „Ich war erfolgreich im Beruf, habe die letzten zehn Jahre lang mein Geld außerhalb der Politik verdient und in diesem Land auch immer ordentlich Steuern bezahlt.“ (afp)

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