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„Volksverräterin“: Angela Merkel wird im August 2015 bei einem Besuch im sächsischen Heidenau beschimpft.

Angela Merkel

Merkel zeigt Verständnis für Wut vieler Ostdeutscher

In Ostdeutschland schlägt Angela Merkel häufig besonders stark die Wut vieler Bürger entgegen. Sie zeigt aber Verständnis für deren Unzufriedenheit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kann die Unzufriedenheit und die Wut vieler Menschen in Ostdeutschland nachvollziehen. „Ich finde es nicht so verwunderlich, dass es in Ostdeutschland Frustrationen gibt“, sagte Merkel (CDU) der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Mit Blick auf die im Herbst anstehenden drei Landtagswahlen in Ostdeutschland, wo Erfolge der rechtspopulistischen AfD erwartet werden, sprach Merkel von einer großen politischen Herausforderung. Sie tue sich aber schwer, „zu sagen, das Land sei so gespalten wie nie zuvor. Das Land war vielleicht nie so versöhnt, wie man dachte.“

In Ostdeutschland gebe es noch einige große strukturelle Probleme, sagte Merkel. „Hoffnungen, die Angleichung werde schnell gehen, sind in einigen Bereichen zerstoben.“ So seien die Erbschaften und auch die Steuereinnahmen geringer, die Menschen könnten zu wenig Vermögen aufbauen. „Deshalb fragen die Leute jetzt: Wie lange soll es denn noch dauern?“ Deswegen sei es eine herausragende Aufgabe von Politik, gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen.

In sehr vielen Bereichen seien die Ostdeutschen unterrepräsentiert, sagte Merkel. Darüber hinaus hätten viele Ostdeutsche beispielsweise lange akzeptiert, weniger als Westdeutsche zu verdienen. „Man hat immer darauf gesetzt, dass sich das eines Tages angleicht. Aber wenn man heute noch immer die erheblichen Lohnunterschiede zwischen Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt sieht, dann ärgert das viele.“

In diesem Jahr wird gleich in drei ostdeutschen Bundesländern gewählt, in Brandenburg und Sachsen am 1. September, in Thüringen am 27. Oktober. Die AfD hofft in allen drei Ländern auf Ergebnisse von mehr 20 Prozent. (dpa)

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