1. Startseite
  2. Politik

Merkel rügt Trump

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniela Vates

Kommentare

Wird nun ruppig: Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Wird nun ruppig: Bundeskanzlerin Angela Merkel. © rtr

Die deutsche Kanzlerin wirft dem US-Präsidenten vor, die internationale Ordnung zu verletzen. Recht hat sie. Aber hört man das Bellen in Washington?

Diplomatische Zurückhaltung ist nicht Donald Trumps Ding. Insofern mag Angela Merkel den Ton des US-Präsidenten treffen, wenn sie ihm nun öffentlich vorwirft, durch die einseitige Aufkündigung des Iran-Abkommens das Vertrauen in die internationale Ordnung zu verletzen. Recht hat sie damit.

Dennoch ist die neue beidseitige Ruppigkeit bemerkenswert. Der erste Bruch erfolgte vor einem Jahr, als Trump den Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen verkündete. Merkel erklärte damals, Deutschland könne sich nicht mehr auf die USA verlassen. Es verschiebt sich also etwas im internationalen und auch im deutsch-amerikanischen Verhältnis. Selbst die USA-Freunde in der Regierung sind nicht sicher, ob sie noch von einem Verbündeten sprechen können.

Es ist kaum ein Zufall, dass jetzt die Pilgerschaft deutscher Regierungsmitglieder nach Russland eingesetzt hat. Merkel versucht, das Spiel umzudrehen. Es soll nicht mehr Trump sein, der der Welt seine Agenda diktiert. Vielmehr soll die Welt versuchen, ohne ihn klarzukommen.

Trump wird das Berliner Bellen wahrnehmen, beeindrucken wird es ihn kaum. Es richtet sich auch weniger an ihn. Merkels Worte sind nicht zuletzt als Ermutigung zu verstehen für Trumps Gegner im eigenen Land. 

Auch interessant

Kommentare