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Melnyk soll offenbar zurückkehren

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Von: Viktor Funk

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Botschafter Andrij Melnyk.
Botschafter Andrij Melnyk. © dpa

Posten in Kiew für Ukraine-Botschafter

Wäre es nicht der Twitter-Account des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk, man könnte annehmen, es handele sich um einen Troll, um jemanden, der verbal austeilt und auch mal andere Twitter-User beleidigt. Andererseits finden sich auch Dankestweets und Erklärungen wie Botschafter Melnyk verstanden werden will – nicht etwa als jemand, der den Holocaust relativiert. Ob er das mit seiner Verherrlichung des ukrainischen Faschisten Stepan Bandera nun getan hat oder nicht – das ukrainische Außenministerium jedenfalls sah sich kürzlich gezwungen, auf Distanz zu einem seiner wichtigsten Vertreter im Ausland zu gehen.

Melnyk hatte im Interview mit dem Journalisten Tilo Jung unter anderem gesagt: „Bandera war kein Massenmörder. Von Juden und Polen, er war kein Massenmörder.“

In „normalen“ Zeiten wäre Melnyk – seit 2015 Botschafter in Deutschland – längst abberufen worden, er hat sich mehrfach gegen deutsche Spitzenpolitiker:innen im Wort vergriffen. Doch in einer Zeit, in der die Ukraine sich gegen Russland verteidigen muss und Hilfe aus Deutschland braucht, ließ Berlin einiges durchgehen. Kiew hoffte wohl, dass Melnyks Strategie fruchtet und Deutschland viele Waffen liefert.

Melnyk selbst soll im Herbst laut Berichten der „Bild“ und der „FAZ“ nach Kiew zurückkehren. Dort könnte er sogar Vize-Außenminister werden. vf

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