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Melnyk-Nachfolger: Das ist der neue Ukraine-Botschafter Makeiev

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Von: Christian Einfeldt

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Melnyk-Nachfolger Oleksii Makeiev tritt heute sein Amt als neuer Ukraine-Botschafter an. Welche Gemeinsamkeiten teilen die Diplomaten – welche Unterschiede gibt es?

Berlin – Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk galt während seiner Amtszeit als Botschafter als umstritten. Ein Regierungsbeauftragter, der für einen Diplomaten ein mal mehr mit ungewohnt provokanten Statements aufgefallen war. Nicht nur in Politikreisen wurde Melnyk als der ukrainische Undiplomat wahrgenommen. Dass der ukrainische Präsident Selenskyj sich für seine Dienstentlassung entschieden hatte, soll zufolge des ukrainischen Präsidenten jedoch weniger mit aufkommender Kritik an seiner Person zu tun haben.

Er spricht vielmehr von einem gewöhnlichen Vorgang, der nun Platz für einen neuen Botschafter macht: Oleksii Makeiev. Heute, am 24. Oktober 2022, tritt er gegen 16 Uhr offiziell sein Amt an.

Ukraine-Botschafter Makeiev tritt sein Amt an: Steinmeier empfängt Melnyk-Nachfolger

In wenigen Stunden beginnt die Amtszeit des neuen ukrainischen Botschafters: Oleksii Makeiev – Kiews nächster Klartextredner erreicht das Berliner Schloss Bellevue. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet seine Ankunft gegen 16 Uhr. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) soll ihm dann das Beglaubigungsschreiben überreicht werden. Vorgänger Melnyk adressiert man das Abberugungsschreiben.

Mit dem Ende des zeremoniellen Ereignisses läuft Makeievs Amtszeit. Mit 21 Jahren setzt er seinen Fuß erstmals in diplomatische Kreise, es folgte unter anderem die Benennung als politischer Direktor der Ukraine. Seine Vita strotzt vor Expertise – doch inwiefern unterscheidet sich der designierte Botschafter eigentlich von Vorgänger Andrij Melnyk?

Oleksii Makeiev
Neuer Botschafter der Ukraine: Oleksii Makeiev tritt am 24. Oktober 2022 die Nachfolge von Andrij Melnyk an. © Ukrinform/Imago

Neuer Botschafter Makeiev: Diplomatischer als Vorgänger Melnyk

Die Ära von Melnyk überdauerte fast acht Jahre. Etwa in Talkshows suchte der ukrainische Botschafter das Spotlight – und lieferte wie zuletzt bei „Hart aber fair“ einmal mehr polarisierende Statements. Nun erfolgt also die Ablösung. Bereits am vergangenen Montag (17. Oktober) traf Makeiev als zukünftiger Diplomat der Ukraine in Berlin ein. Nach Berichten des Redaktionsnetzwerks Deutschlands (RND) beschreiben Vertraute seinen Charakter als aufgeschlossen, zudem kompromissbereiter als etwa Andrij Melnyk.

Auf den ersten Blick teilen die beiden Diplomaten viele Gemeinsamkeiten. Beide im Jahr 1975 geboren, beide sprechen gutes Deutsch, beide waren vor ihrer Amtszeit als Botschafter im Außenministerium von Kiew tätig. Was die beiden Regierungsbeauftragte jedoch unterscheidet – der politische Führungsstil. Melnyk hält seine Meinung – vor allem medial – nur selten zurück. Makeiev, der bereits auf eine lange Laufbahn als Diplomat zurückblicken kann, gilt hingegen nicht als jemand, der sich die Öffentlichkeit als Bühne für Provokationen zu eigen macht.

„Wir brauchen mehr, wir brauchen viel mehr“ – Makeiev fordert größere Unterstützung von Deutschland

Der neue Botschafter kommt gebürtig aus Kiew. In seiner Geburtsstadt studierte er internationale Beziehungen und sammelte im Alter von 21 Jahren erste Erfahrungen in diplomatischen Kreisen. Im Anschluss arbeitete er in Bern und Berlin, ab 2014 als politischer Direktor in der Ukraine und wurde damit zu einem elementaren Baustein des Außenministeriums unter des ehemaligen Ministers Pawlo Klimkin. Nun erfolgt also die offizielle Ernennung als neuer ukrainischer Botschafter in Berlin.

So sehr sich sein Wesen auch von seinem Vorgänger Melnyk unterscheiden soll. In einer Sache wählen beide Repräsentanten ähnlich schwerwiegende Formulierungen. Wie Melnyk nimmt auch Makeiev Deutschland in die Pflicht. Er fordert im Zuge des Ukraine-Krieges eine Verstärkung der Waffenlieferung. „Wir brauchen mehr, wir brauchen viel mehr“, sagt er diesbezüglich in einem auf Twitter geteilten Video. Mit Oleksii Makeiev zieht ein Regierungsbeauftragter in die ukrainische Botschaft, der seinem Status als Diplomat versuchen wird, gerecht zu werden.

In seinem Stil weniger offensiv als Vorgänger Melnyk – eine Sache, die Letzterer übrigens von seinem Nachfolger einfordert. „Er kann kein zweiter Melnyk sein. Das würden die Deutschen auch nicht wollen. Er muss was anderes erfinden, er muss halt Makeiev sein“, sagte zuletzt Melnyk – trotz seiner Abberufung als Botschafter, kündigte er bereits an, sich auch zukünftig in die deutsche Politik einzumischen.

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