US-Wahl 2020

US-Wahlkampf: Wo ist First Lady Melania Trump?

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Erstmals nach einem Jahr tritt Melania Trump wieder im US-Wahlkampf auf. Warum die First Lady derart im Hintergrund bleibt, erklären Vertraute von ihr.

  • Melania Trump ist selten bei öffentlichen Wahlkampf-Auftritten ihres Mannes Donald Trump dabei.
  • Dass sich eine First Lady völlig aus dem Wahlkampf heraushält, ist in den USA eher ungewöhnlich.
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Washington D.C. - Während sich Donald Trump in den wichtigen Swing States auf Stimmenfang befindet, ist es um Melania Trump ausgesprochen ruhig. Dass die First Lady im Wahlkampf wichtig ist, steht für die Trump-Kampagne außer Frage. Sie selbst will allerdings nicht an die Öffentlichkeit - und steht damit im Gegensatz zu bisherigen First Ladies der USA.

US-Wahl: Melania Trump hält Abstand zum Wahlkampf - Erster Auftritt seit einem Jahr

Ob sich Melania Trump keine zwei Wochen vor der US-Wahl noch irgendwie in den Wahlkampf einbringt, ist nicht auszuschließen, denn: Die First Lady „macht, was sie will, wann sie will“. So erklärt es ein Mitarbeiter des Weißen Hauses gegenüber „CNN“. Nach ihrer Infektion mit dem Coronavirus war sie bei dem finalen TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden zwar erstmals wieder zu sehen. Doch bis zum 3. November könnte es bei diesem einen Auftritt bleiben.

First Lady Melania Trump hält sich weitgehend aus dem US-Wahlkampf 2020 heraus.

Für Melania Trumps Entscheidung, nicht zur Veranstaltung des US-Präsidenten nach Pennsylvania am Dienstag (20.10.2020) zu reisen, gab es nach offizieller Lesart zwei Gründe: „Überfluss an Vorsicht“ und „anhaltender Husten“. Es wäre ihr erster größerer Auftritt seit Juni 2019 gewesen. Wie eine Quelle mitteilt, soll Melania Trump das ständige Reisen und die öffentliche Präsenz im Wahlkampf missfallen. Sie bleibe lieber zu Hause bei ihrem Sohn Barron Trump.

US-Wahl: Meinung der First Lady nicht zu ändern

Dass Melania Trump ungern an Veranstaltungen teilnimmt, soll bei den Leitern der Trump-Kampagne schon für reichlich Frust gesorgt haben. Die First Lady ist für den Wahlkampf nämlich äußerst wichtig. Aber „so ist sie halt“, so eine vertraute Quelle zu „CNN“. Donald Trump selber habe sich bereits damit abgefunden und beschäftige sich nicht weiter mit der Sache. Er kenne seine Frau gut genug und wisse, dass er oder irgendjemand anders ihre Meinung nicht ändern könne.

Vor einigen Wochen hat „CNN“ das Wahlkampfteam gefragt, ob es zu Auftritten von Melania Trump kommen werde. „Die First Lady ist ein unglaublicher Gewinn für das Land, den Präsidenten und die Kampagne. Wir stehen im Kontakt mit ihrem Team, um die besten Wege zu bestimmen, mit denen sie von nun aninvolviert werden kann.“ Doch zu Auftritten Melania Trumps kam es nicht.

Vor der US-Wahl 2016 bot sich ein ähnliches Bild. Melania Trump behauptete, dass ihr damals zehnjähriger Sohn Barron Priorität habe. Die Antwort hieß so oft „nein“, dass man irgendwann aufgehört hatte, sie zu fragen, erzählt ein Mitarbeiter, der in leitender Position tätig war. „Jeder würde sie nehmen, jederzeit. Sie ist ein Rockstar“, teilt eine weitere Quelle „CNN“ mit. Ihre längste Rede hielt sie dann schließlich in Pennsylvania, fünf Tage vor der Wahl.

NameMelania Trump
TitelFirst Lady der Vereinigten Staaten von Amerika
Geburtsdatum26. April 1970
GeburtsortNovo Mesto, Sozialistische Republik Slowenien
GeburtsnameMelanija Knavs
EhepartnerDonald John Trump
KinderBarron Trump (geb. 2006)

US-Wahl: Melania Trump weigert sich, Wahlkampf zu machen

„Ich denke nicht, dass es zu spät wäre, eine Wirkung zu erzielen, wenn Melania Trump jetzt noch auftritt“, so Kate Andersen Brower, Journalistin und Autorin eines Buches über First Ladys der USA. „Sie könnte den Trump-Wählern Antrieb geben, die nicht mehr ganz so entzückt von ihm sind wie sie es einst waren.“

Brower spricht an, dass es diese Unsichtbarkeit einer First Lady im Wahlkampf so noch nie gegeben habe. „Das einzige moderne Beispiel, das mir einfällt, ist Jackie Kennedy, die zur Zeit der Kampagne schwanger war.“ Dennoch habe sie, wann immer sie konnte, an Interviews und Fotoshootings teilgenommen. Ein Solo-Interview für ein Magazin hat Melania Trump während ihrer Zeit im Weißen Haus beispielsweise nie gegeben. Ein hochrangiges Fernsehinterview ist bereits zwei Jahre her.

US-Wahl: Melania Trump, die erste moderne First Lady ohne Auftritte im Wahlkampf

Dabei habe ein Interview den gleichen Effekt wie ein Wahlkampfauftritt, behauptet ein ehemaliger Funktionär der US-Regierung unter Donald Trump. Melania Trump sei „sehr wählerisch mit dem, was sie tut und wann oder warum sie es tut. Es geht nicht um ein mangelndes öffentliches Interesse oder Anfragen. Es geht darum, dass sie sich nicht beteiligen will.“

Um ihrem Ehemann möglicherweise zum Sieg in der US-Wahl zu verhelfen, bleibt Melania Trump nicht mehr viel Zeit. Die Präsidentschaftswahl findet am ersten Dienstag im November statt. Dann wird sich entscheiden, ob US-Präsident Donald Trump und die First Lady auch die nächsten vier Jahre im Weißen Haus bleiben oder Joe Biden und seine Frau Jill Biden im kommenden Januar dort einziehen. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/dpa

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