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Melania Trump: Charity-Veranstaltung der ehemaligen First Lady im Fokus der Behörden

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Von: Delia Friess

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Melania Trump rührt im Hintergrund die Werbetrommel für Donald Trump - mit bedenklichen Methoden.

Washington D.C. - Es scheint etwas ruhiger geworden zu sein um die ehemalige First Lady Melania Trump. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump bedient seit seiner Wahlniederlage gegen den Demokraten Joe Biden weiter das Narrativ der „gestohlenen Wahl“ - obwohl unabhängige Wahlbeobachter keine Unregelmäßigkeiten festgestellt haben. Trump versucht wohl auch, die Republikaner für die Midterm Elections und sich die nächste Präsidentschaftswahl 2024 gegen die Demokraten und Konkurrenten aus den eigenen Reihen - wie den ehemaligen US-Vize Mike Pence - in Stellung zu bringen.

Melania Trump setzt auf NFT‘s und Kryptowährung - und erreicht Auktionsziel nicht

Aber was macht eigentlich Melania Trump? Das ehemalige Model will offenbar mit Charity-Veranstaltungen wie ihrer Initiative „Fostering the Future“ für gute Publicity sorgen. Als Weiterführung ihrer Kampagne „Be Best“ soll „Fostering the Future“ Pflegekinder bei ihrem Einstieg ins Erwachsenenleben unterstützen. Melania ist dafür auch in den Handel mit NFT‘s, sogenannte Non-Fungible Token, eingestiegen. Zwei NFT‘s, darunter ein animiertes Porträt Melanias mit einem weißen Hut, den sie 2018 bei dem Staatsbesuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und seiner Frau Brigitte Macron in Washington trug, sowie ein von ihr designtes NFT, das eine Rose zeigt, standen kürzlich bei einer Auktion zum Verkauf. NFT‘s werden wegen ihres hohen Energieverbrauchs allerdings als bedenklich für die Umwelt eingeschätzt. Auch der Hut selbst wurde versteigert. Melanias Outfits sorgten während Trumps Präsidentschaft immer wieder für Kritik und wurden oft als symbolisch gewertet.

Gezahlt werden konnte bei der Versteigerung nur mit Kryptowährung. Der Verkauf lief für Melania allerdings nicht rund: Statt der anvisierten 250.000 Dollar kamen nur 170.000 Dollar zusammen. Dies kann auch am Werteverlust der Kryptowährung in der Auktionswoche zusammenhängen, wie die New York Times schreibt.

Melania Trump: Charity-Veranstaltung im Fokus der Behörden

Melania Trump kündigte an, dass „ein Teil“ des Betrages ihrer Initiative Pflegekindern zugute komme. Unklar ist allerdings, wie viel sie von dem Betrag selbst behält. Recherchen des US-Portal Vice zufolge, könnte es sogar sein, dass es zu wenig Interessenten gab und Melania Trump den Hut letztendlich selbst ersteigerte. Der Kauf der NFT-Sammlung sei demnach von der gleichen Institution erfolgt, die sie auch angeboten hatte. Wenn es sich um einen Drittkäufer gehandelt habe, könnte die Auktion die Währung zur Verfügung gestellt haben und den Betrag im Anschluss zurückbekommen haben. Auch nach einer Anfrage von Vice an Melanias Pressestelle wurde nicht geklärt, warum die Auktion so organisiert war.

Auch bei einer anderen Charity-Aktion von Melania Trump gab es Probleme - diesmal juristischer Art, wie die New York Times berichtet: Melania Trump hatte für April 2022 ein Event namens „Tulpen und Sträucher“ angekündigt. Die Eintrittskarten kosteten stolze 50.000 Dollar. Allerdings war der Verein, der das Event organisierte, nicht wie von den Behörden verlangt, in Florida angemeldet. In Florida müssen Organisationen, die Spenden sammeln, erst beim Staat angemeldet sein und dann angeben, wie hoch der eingenommene Betrag ist. „Sie waren nicht als professionelle Spendensammler oder Berater registriert, wollen dies aber im Nachhinein ändern“, sagte Erin Moffet, eine Sprecherin des Florida Department of Agriculture and Consumer Services, das gemeinnützige Organisationen in Florida beaufsichtigt, der New York Times.

Melania Trump versteigert NFT‘s und ihren weißen Hut, den sie bei dem Staatsbesuch von Emmanuel und Brigitte Macron in Washington trug.
Melania Trump versteigert NFT‘s und ihren weißen Hut, den sie bei dem Staatsbesuch von Emmanuel und Brigitte Macron in Washington trug. © SAUL LOEB / afp

Melania Trump: Charity-Veranstaltungen in der Kritik

NFT‘s stehen nicht nur wegen ihres großen CO2-Fussabdrucks, sondern auch wegen Betrugsmöglichkeiten in der Kritik. Melanias ehemalige Kampagne „Be Best“ wollte sich eigentlich gegen Cybermobbing und -kriminalität einsetzen. Konkret wollte sie sich um die „soziale, emotionale und körperliche Gesundheit“ von Kindern kümmern. Dabei standen „Wohlbefinden, soziale Medien und Opioidmissbrauch“ im Fokus - ohne genau zu konkretisieren, was „Wohlbefinden“ bedeuten soll. Wie die Journalistin Katy Waldman vom US-Magazin The New Yorker bereits 2018 schrieb, degradieren die Charity-Initiativen von Melania Trump und auch der Name „Be Best“ das Leben zu einer Art Wettbewerb, der in Gewinner und Verlierer unterteilt ist, und Einwanderer in eine Art Ranking einteilt. Parallel ließ Donald Trump die Gesundheitsversorgung von Kindern kürzen und Kinder von Einwanderern von ihren Familien trennen. Zudem verleugnete der ehemalige US-Präsident lange die Gefahr durch das Coronavirus.

USA: Melania Trump kann sich Rückkehr ins Weiße Haus vorstellen

Melania Trump visiert wohl mit dem Versuch der positiven Publicity auch schon die nächste Wahl an. In einem Interview mit Fox News antwortete Melania auf die Frage nach einer erneuten Kandidatur ihres Gatten mit den Worten „Sag‘ niemals nie!“. Das Leben sei großartig und halte einen auf Trab. First Lady der USA gewesen zu sein, sei ihre „größte Ehre“ gewesen und sie habe es genossen, sich um das Weiße Haus zu kümmern. Es sei eine Zeit lang ihr Zuhause gewesen und auch die Stadt Washington habe ihr gefallen. Während Donald Trumps Amtszeit gab es allerdings auch Berichte, dass Melania Trump mit ihrer Rolle als First Lady und Washington hadere. (df)

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