Endspurt im US-Wahlkampf

US-Wahl: Melania Trump tritt erstmals im laufenden Wahlkampf auf - Donald Trump siegessicher

  • vonMirko Schmid
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Donald Trumps Ehefrau Melania Trump war im bisherigen Wahlkampf quasi unsichtbar. Jetzt trat sie in Florida vor eine begeisterte Menge, um für ihren Mann zu werben.

  • In Florida macht Donald Trump gemeinsam mit seiner Frau Melania Wahlkampf.
  • Neben Florida besuchte Trump zuletzt Pennsylvania steht Michigan, ebenfalls wichtige Swing States.
  • Alle Informationen rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

+++ 19:18 Uhr: Donald Trump erneuert seine Forderung, dass das Ergebnis der US-Wahl noch in der Wahlnacht „klar sein“ müsse. Der erklärte Gegner der Briefwahlen bezeichnete es als „verrückt und schlecht für die USA“, dass in North Carolina noch bis zu neun Tagen nach der Wahl ausgezählt werden dürfe. Dies hatte zuletzt der Supreme Court entschieden. Seine Twitter-Gemeinde fragte er rhetorisch: „Könnt ihr euch vorstellen, was während diesen neun Tagen passieren wird?“ Immer wieder kommt in den US-Medien der Verdacht auf, Trump könnte sich in der Wahlnacht zum Sieger ausrufen, auch wenn bis dahin nicht alle Briefwahlstimmen ausgezählt sein werden - in Umfragen liegen die Demokraten bei den Briefwähler:innen klar vorn.

+++ 18:03 Uhr: Melania Trump trat im Swing State Florida erstmals im laufenden Wahlkampf an der Seite ihres Mannes Donald auf. In Tampa trat sie ans Pult und sprach im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zur jubelnden Menge: „Wir sind ein Land der Hoffnung. Kein Land der Angst oder Schwäche. Und wir haben einen Anführer, der uns das jeden Tag zeigt.“ Nachdem Melania die Menge aufgeheizt hatte, versprach Donald Trump seinen Anhänger:innen, dass es keinen zweiten Lockdown in den USA geben werde, solange er im Amt ist: „Wir hatten einen Lockdown, wir haben die Krankheit verstanden und jetzt machen wir für die Wirtschaft wieder auf. So läuft es.“

Melania Trump: Erstmals im laufenden Wahlkampf macht sie Werbung für ihren Ehemann Donald

Donald Trump glaubt, dass er die US-Wahl gewinnt - weil zu seinen Events mehr Leute kommen

Joe Biden - ebenfalls in Florida auf Wahlkampftour, warf Trump bei seiner Drive-In-Veranstaltung vor, im Kampf gegen das Coronavirus aufgegeben zu haben: „Trump schwenkt die weiße Flagge. Er lässt unsere Familien im Stich und gibt sich dem Virus geschlagen.“ Donald Trump macht sich immer wieder über die Corona-sicheren Drive-In-Auftritte seines Herausforderers lustig. Man könne doch gut sehen, wie wenige Leute bei Biden sind - und wie viele zu seinen Veranstaltungen kommen. Das sei - im Gegensatz zu „den gefälschten Umfragen“ ein klares Zeichen dafür, dass er und die Republikaner bei der Wahl am 3. November klar gewinnen werden.

Update von Freitag, 30.10.2020, 06.45 Uhr: Ganz allmählich biegt der Wahlkampf in den USA auf die Zielgrade ein. Donald Trump und Joe Biden kämpfen noch einmal verstärkt um jede Stimme - vor allem in den umkämpften Swing States. Jetzt waren beide Präsidentschaftskandidaten in einem der wichtigsten Bundesstaaten der US-Wahl 2020 unterwegs. in Florida haben sich der Amtsinhaber und sein Herausforderer ein Fernduell geliefert.

US-Wahl 2020: Joe BIden greift Donald Trump scharf an

Angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen in der weiter grassierenden Corona-Pandemie griff Joe Biden den Präsidenten scharf an. Dessen Großveranstaltungen seien „Superspreader-Events“, bei denen Donald Trump nicht nur Viren, sondern auch Zwietracht im Land verteile. Biden trat dabei vor einer kleinen Menge auf - die Besucher waren in rund 200 Autos gekommen. Sie mussten dabei stets in der Nähe ihrer Wagen bleiben, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Mit der Corona-Politik Trumps ging der ehemalige Vize-Präsident dabei hart ins Gericht: „Er sagt, es geht dem Ende entgegen, dass (das Virus) weggeht. Dass wir damit leben lernen. Nein, er erwartet, dass wir lernen, damit zu sterben“, rief Biden seinen Anhängern am Donnerstag im Ort Coconut Creek (Florida) nahe Miami zu.

US-Wahl 2020: Donald Trump verspottet Joe Biden

Zur gleichen Zeit hielt Donald Trump eine Wahlkampfrede in Tampa. Bei der Veranstaltung standen wie in den vergangenen Tagen Tausende Menschen dicht zusammengedrängt vor der Bühne - viele von ihnen ohne Masken. Trump spottete dabei, die Biden-Events seien nicht wegen Corona so klein, sondern weil niemand hingehen wolle. „Ich denke, wie viele Leute kommen, das ist die ultimative Umfrage - und basierend darauf werden wir am Dienstag gewinnen.“

Bei Donald Trumps Auftritten gelten keinerlei Corona-Regeln.

US-Wahl 2020: Donald Trump beschwert sich über die Medien

Update von Mittwoch, 28.10.2020, 19:33 Uhr: Donald Trump ist wieder einmal unzufrieden mit den Inhalten der US-Medien. Auf Twitter beschwerte sich der US-Präsident und Wahlkämpfer jetzt bitterlich darüber, dass zu viel über Corona berichtet werde. Donald Trump wörtlich: „Covid, Covid, Covid ist der einheitliche Gesang der langweiligen Fakemedien. Die werden bis zum 4. November, wenn die Wahl (hoffentlich!) gelaufen ist, über nichts anderes sprechen. Danach wird darüber gesprochen, wie niedrig die Sterblichkeitsrate ist, wie viele leere Krankenhauszimmer es gibt und wie viele junge Leute getestet werden.“

Dass die Unzufriedenheit des Präsidenten nicht nur daran liegt, dass er sich selbst immer wieder mit Kritik an seinem Management der Corona-Pandemie ausgesetzt sieht, vermutet sein Amtsvorgänger Barack Obama. Der Demokrat hat eine ganz andere Vermutung: Donald Trump sei schlicht „eifersüchtig“, weil in den Medien mehr über Corona berichtet werde als über ihn und seine vermeintlichen Glanztaten als Präsident der USA.

Donald Trump ist „eifersüchtig“ auf die mediale Präsenz von Corona - sagt Barack Obama

Trump selbst spricht weiter davon, dass es bei der Wahl am 3. November eine „große rote Welle“ - also einen klaren Sieg der Republikaner - geben werde. Währenddessen errechnet FiveThirtyEight, eine US-amerikanische Nachrichtenwebsite mit den Schwerpunkten Statistik und Datenjournalismus, eine Wiederwahlchance von 12 Prozent für Donald Trump.

Donald Trump kämpft im Wahlkampfendspurt um weiße Arbeiter

Erstmeldung von Dienstag, 27.10.2020, 16:23 Uhr: USA - Donald Trump ist im Wahlkampfendspurt. Auf der Zielgeraden zur US-Wahl am 3. November nimmt er besonders die als umkämpft bekannten Swing States Pennsylvania und Michigan in den Fokus. In Pennsylvania stellt er dabei das Thema Fracking in den Mittelpunkt seiner Wahlwerbung.

Donald Trump in Pennsylvania: Mit dem Thema Fracking umwirbt der Präsident im Wahlkampf die weiße Arbeiterklasse

Donald Trump versucht in Pennsylvania, mit Fracking gegen seinen Herausforderer Joe Biden zu punkten

Während Joe Biden im Verlauf des letzten TV-Duells mit Donald Trump in Aussicht gestellt hatte, mittelfristig aus der Gewinnung von Öl als Energiequelle aussteigen und die USA auf emissionsfreie Energiewirtschaft umstellen zu wollen, möchte Donald Trump auf keinen Fall auf die Ölgewinnung per Fracking verzichten. Das kommt vor allem bei der weißen Mittelschicht gut an, da gerade innerhalb dieser viele Menschen von Jobs in der Fracking-Industrie profitieren. 2016 war es Donald Trump gelungen, den als Hochburg der Demokraten bekannten Arbeiterstaat Pennsylvania für sich und die Republikaner zu gewinnen.

Was ist Fracking?

Fracking (Kurzform von Hydraulic Fracturing) ist eine Methode zur Ölgewinnung. Hierbei werden Risse im Gestein im tiefen Untergrund erzeugt, geweitet und mit dem Ziel stabilisiert, die Durchlässigkeit (Permeabilität) der Öl-Lagerstättengesteine zu erhöhen. Darin befindliche Gase oder Flüssigkeiten können somit leichter und beständiger fließen und zur Bohrung gewonnen werden.

Seit Anfang der 2000er Jahre fokussiert sich die Förderung mittels Fracking insbesondere in den USA auf Erdöl und Erdgas (z.B. „Schiefergas“). Der Fracking-Boom veränderte den Energiemarkt in den USA beträchtlich, was einen Preisverfall zur Folge hatte und zu Debatten über die Rentabilität des Frackings führte. Seit 2013 unterstützen die Regierungen der USA von daher Bestrebungen, den Export von Flüssigerdgas nach Europa und Japan zu verstärken, wozu unter anderem Genehmigungsverfahren beschleunigt wurden.

Fracking steht häufig in der Kritik. Umweltrisiken und Gesundheitsgefahren infolge des „Fracking-Booms“ führten vor allem in Europa zu kontroversen und weiterhin andauernden politischen, fachlichen und gesellschaftlichen Debatten. Einige Länder und Regionen, darunter Deutschland, haben Erdgas-Fracking auf ihrem Staatsgebiet gesetzlich verboten.

Und Donald Trump macht den Anschein, Pennsylvania auch bei der anstehenden US-Wahl mit ähnlichen Argumenten erneut sichern zu wollen. So behauptete der Präsident zuletzt vor seinen Anhängern in Allentown, Joe Biden wolle „die gesamte US-Ölindustrie abschaffen.“ Eine Falschbehauptung, hatte Bidens doch lediglich angekündigt, staatliche Subventionen für Unternehmen zu beenden, die auf fossile Brennstoffe setzen, sofern keine neuen Genehmigungen für fossile Brennstoffe vorliegen. Trump erwähnte diesen Umstand nicht, vielmehr schrumpfte er den Sachverhalt auf eine einfache Parole zusammen: „Das bedeutet kein Fracking, keine Jobs, keine Energie für Familien in Pennsylvania.“

Donald Trump könnte sich mit der Vorliebe der Menschen in Pennsylvania für Fracking verschätzt haben

Das Kalkül von Donald Trump, das Fracking in den Vordergrund zu stellen und den Industriestaat Pennsylvania so für sich zu halten, hat jedoch eine entschiedene Schwachstelle. Eine Umfrage des Kabelsenders CBS ergab im August eine knappe Mehrheit für den Ausstieg aus dem Fracking, knapp die Hälfte der Befragten sprachen sich sogar für ein vollständiges Verbot der Bohrungen aus. Pennsylvania mit seinen 20 Wahlleuten ist aber nicht der einzige Swing State, den Donald Trump ins Auge gefasst hat, um seine Wiederwahl am 3. November abzusichern. Seine „Make America Great Again Victory Tour“ führt ihn jetzt nach Michigan.

Am Dienstag (27.10.2020) spricht Donald Trump am Flughafen von Lansing in der Hauptstadtregion von Michigan zu seinen Anhängern. Dabei möchte er die Wähler:innen im See-Staat (vier von fünf der größten Seen liegen auf dem Staatsgebiet von Michigan, zusätzlich gibt es dort über 11.000 kleinere Seen) davon überzeugen, ihm mehrheitlich ihre Stimme zu geben und sich somit wie 2016 die 16 Wahlleute der ehemals demokratischen Hochburg zu sichern. Noch am selben Tag sind Veranstaltungen in West Salem, Wisconsin und Omaha, Nebraska geplant. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Octavio Jones/afp

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