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Machtübergabe in den USA

Kurz vor Machtwechsel: Funkstille zwischen First Ladies Melania Trump und Jill Biden

  • Matthis Pechtold
    vonMatthis Pechtold
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Donald und Melania Trump gehen den Bidens aus dem Weg: Er will nicht zur Amtseinführung kommen, sie wendet sich entgegen der Tradition nicht an die kommende First Lady Jill Biden.

  • Am 20. Januar wird Joe Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt und seine Ehefrau Jill Biden damit die sogenannte First Lady.
  • Normalerweise tauschen die Präsidentenpaare im Vorfeld der Vereidigung und bei der Amtseinführung Nettigkeiten aus – dieses Mal enfällt die Tradition.
  • Donald Trump bleibt irrigerweise der Meinung, er habe die US-Wahl 2020 gewonnen, er und Ehefrau Melania scheinen den Bidens deswegen die kalte Schulter zu zeigen.

Washington, D.C. - In den USA hat es Tradition, dass sich das abgewählte mit dem frisch gebackenen Präsidentenpaar vor der Übergabe der Regierungsgeschäfte trifft. Damit soll wohl auch öffentlichkeitswirksam demonstriert werden, dass man trotz aller politischer Differenzen immer noch ein gemeinsames Verständnis über bürgerlicher Tugenden besitzt. Feuerte man sich im Wahlkampf gegenseitig noch so fiese Vorwürfe, Bezichtigungen und Halbwahrheiten um die Ohren, spätestens mit Bekanntgabe des Wahlergebnisses kehrte wieder Ruhe ein.

Schließlich repräsentieren die Kandidatenteams nie allein nur ihre Partei, sondern gegenüber dem Ausland auch eine ganze Nation. Besonders Amerikas zahlreiche Intimfeinde sollten sich ja nicht dem Gedanken hingeben, Machtwechsel gingen mit einem Machtvakuum einher, der das Land verwundbar mache.  

Sind sich vor dem Machtwechsel in den USA nicht näher gekommen: Melania Trump (l.) und Jill Biden (r.)

Barack Obama beglückwünschte 2017 noch Donald Trump zu dessen Wahlsieg

Dieser ungeschriebenen Regel des US-amerikanischen Politikbetriebs beugte sich im Januar 2017 sogar noch Barack Obama, als er Donald Trump bei dessen Amtseinführung per Handschlag gratulierte. Kurz zuvor, bei der Begrüßung von Trump und Ehefrau Melania im Weißen Haus traten beide Paare in feinem Dress auf, Melania Trump überreichte der scheidenden First Lady Michelle Obama ein Präsent.

All das, nachdem Donald Trump in einem auffällig schmutzigen Wahlkampf gegen Hillary Clinton noch eine rassistische Verschwörungstheorie in die Welt gesetzt hatte, derzufolge Barack Obama gar kein Staatsbürger der USA sei. Obama bewahrte in den letzten Tagen als 44. US-Präsident Contenance und wurde damit dem Anspruch gerecht, gute Miene auch noch im Angesicht des politischen Intimfeinds zu machen.  

Melania Trump bleibt stumm gegenüber Jill Biden – Lieber arbeitet sie an einem Bildband

Bei der US-Wahl 2020 scheiterte Donald Trump dann zuerst an der Verteidigung seines Amtes gegen den demokratischen Bewerber Joe Biden – und jetzt an den tradierten Regeln des präsidentiellen Anstand. Der Amtseinführung von Biden und der gewählten Vizepräsidentin Kamala Harris werde er nicht beiwohnen, ließ er via Twitter verlautbaren, als ihm dieser Kanal noch offenstand.  Auch das Gebaren von First Lady Melania lässt alles außer eine versöhnliche Geste gegenüber den Bidens erkennen.

Wie das britische Medium „The Independent“ berichtet, hat Melania Trump bis dato keinen Kontakt zu Jill Biden aufgenommen. Stattdessen packe sie Umzugskartons im Weißen Haus und arbeite an einem Bildband über die Einrichtung des Weißen Hauses in den vergangenen vier Jahren. Gehört hat man von ihr selbst seit Weihnachten nichts mehr, abgesehen von einem schriftlichen Statement zur Erstürmung des Kapitols in Washington am 6. Januar, das in Teilen aus Versatzstücken älterer Reden Melanias bestand.

Kommende First Lady Jill Biden: Soziales Engagement für Veteranen und ihre Familien

Dessen ungeachtet bringt sich Jill Biden für ihre Zeit als First Lady an der Seite von Joe Biden in Stellung. Mit der Initiative „Joining Forces“ will sie Engagement für Militärveteranen und deren Familien intensivieren.  „Ich konnte es kaum erwarten, mit unserem Team im Weißen Haus an die Arbeit zu gehen“, twitterte sie vergangene Woche (14.01.2021).

2011 gründete die Initiative als damalige Second Lady – Ehemann Joe war Barack Obamas Vize – gemeinsam mit Michelle Obama. Ob sie dabei von Harris‘ Ehemann Douglas Emhoff unterstützt werden wird, ist noch nicht bekannt. Er wird ab 20. Januar der erste „Second Gentleman“ in der Geschichte der Vereinigten Staaten sein. 

Während mit Melania und Donald Trump auch ihr gemeinsamer Sohn Barron Trump das Weiße Haus verlassen wird, dürfte die gemeinsame Tochter von Joe und Jill Biden nicht einziehen. Im Gegensatz zum 14 Jahre alten Barron ist Ashley Biden 39 Jahre alt, seit acht Jahren verheiratet, arbeitet als Sozialarbeiterin und steht entsprechend auf eigenen Füßen. (Matthis Pechtold)

Rubriklistenbild: © Chip Somodevilla/AFP

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