UN

Mehr Kinder in Afghanistan getötet

UN sprechen von „inakzeptabler Bilanz“.

In Afghanistan sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Vereinten Nationen 927 Kinder getötet worden, so viele wie noch nie zuvor in dem Konflikt. Insgesamt kamen 3 804 Zivilisten ums Leben, elf Prozent mehr als 2017, wie aus einem am Sonntag veröffentlichten Bericht des UN-Menschenrechtskommissariats und der UN-Mission in Afghanistan (Unama) hervorgeht. Darüber hinaus wurden 7 189 Zivilpersonen verletzt, 5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Dies sei eine weitere „zutiefst beunruhigende und völlig inakzeptable“ Bilanz, hieß es. „Die Tatsache, dass die Anzahl der in diesem Jahr getöteten Kinder die höchste ist, die je verzeichnet wurde, ist besonders schockierend“, sagte UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet.

Fast zwei Drittel der zivilen Opfer wurden laut UN von bewaffneten Gruppen wie den Taliban oder der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) getötet. Knapp ein Viertel seien jedoch auch „Kollateralopfer“ gewesen infolge von Aktionen regierungsnaher Kräfte wie dem afghanischen Militär oder internationaler Streitkräfte.

Ursachen des Anstiegs sind laut UN die gestiegenen Anschläge bewaffneter Oppositionsgruppen sowie erhöhte Schäden durch Luft- und Suchoperationen von regierungsnahen Kräften. Die höchste Zahl ziviler Opfer an einem Tag im ganzen Jahr verzeichnete Unama am 20. Oktober 2018, dem Wahltag in Afghanistan.

Laut dem zehnten UN-Jahresbericht zu Afghanistan wurden innerhalb eines Jahrzehnts mehr als 32 000 Zivilisten getötet und etwa 60 000 verletzt. Insgesamt seien in dem vier Jahrzehnte andauernden Konflikt „Abertausende“ Menschen getötet worden. Bachelet kritisierte, über die vielen verlorenen Leben von Zivilisten hinaus hindere die „entsetzliche Sicherheitslage“ viele Afghanen daran, ihre wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte wahrzunehmen. (kna)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion