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Nervös: Soldaten vor der Militärzentrale in Ouagadougou.
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Nervös: Soldaten vor der Militärzentrale in Ouagadougou.

Westafrika

Mehr Islamisten in Westafrika

  • Johannes Dieterich
    VonJohannes Dieterich
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Extremisten bauen ihre Präsenz in mehreren Staaten aus. IS-Anhänger kehren aus Syrien zurück.

Der koordinierte Terroranschlag auf die französische Botschaft und das militärische Hauptquartier in Ouagadougou, bei dem am Freitag acht Soldaten und acht Angreifer getötet wurden, ist die dritte Attacke in der Hauptstadt des westafrikanischen Staats Burkina Faso innerhalb von gut zwei Jahren. Das Land rückt offenbar ins Zentrum der Umtriebe islamistischer Extremisten.

Gegenüber der mauretanischen Nachrichtenagentur Alakhbar, die von militanten Islamisten regelmäßig als Adressat für Bekennerschreiben benutzt wird, hat Jama’a Nusrat ul-Islam wa al-Muslimin (JNIM) inzwischen die Verantwortung für den Anschlag übernommen: Die Gruppe gilt als Partner von Al-Kaida im Maghreb (Aqim), die bereits seit fast zwei Jahrzehnten im Nordwesten Afrikas operiert.

Mit der Attacke sollte offenbar der Tod des JNIM-Kommandeurs Mohamed Hacen al-Ancaris gerächt werden: Französische Soldaten hatten ihn jüngst im Nachbarland Mali getötet. Gleichzeitig galt der Anschlag aber auch führenden Militärs der in der sogenannten „G5“ zusammengeschlossenen Streitkräfteallianz, die zu diesem Zeitpunkt im militärischen Hauptquartier Ouagadougous tagen sollten – ihr Treffen war allerdings in letzter Minute verlegt worden.

Grenzüberschreitender Kampf gegen Extremisten

Zur G5 gehören neben Burkina Faso auch Mali, Mauretanien, der Tschad und der Niger. In allen diesen Ländern treiben militante Extremisten ihr Unwesen.

Die rund 5000 Soldaten umfassende G5-Truppe soll den grenzüberschreitenden Kampf gegen die Extremisten aufnehmen, hat momentan jedoch finanzielle und logistische Schwierigkeiten. Die US-Regierung sagte der G5 inzwischen 60 Millionen Dollar zu, die Europäische Union hat ihre Unterstützung vor zehn Tagen auf 120 Millionen Dollar verdoppelt.

Frankreich, das im Rahmen seiner „Mission Barkhane“ rund 3000 Soldaten in der Region zum Antiterrorkampf stationiert hat, verspricht sich von der G5 Entlastung: Doch die Nähe zur ehemaligen Kolonialmacht bringt für die multinationale Truppe auch Probleme mit sich. Die algerische Regierung, die in der Region großen Einfluss ausübt, sagte ihre Unterstützung für G5 wegen deren französischen Verbindungen ab.

IS-Rückkehrer sorgen für Nervosität

Experten bezweifeln ohnehin, dass die extremistische Herausforderung mit militärischen Mitteln beendet werden kann. Die Islamisten haben in zahlreichen Gegenden Fuß gefasst, in denen es bereits Konflikte einheimischer Gruppen oder Spannungen zwischen der lokalen Bevölkerung mit der Zentralregierung gab: Für sie sind die mit westlichen Mächten verbündeten Regierungstruppen der „neokolonialistische“ Feind.

Vor allem die Grenzregion zwischen Mali, dem Niger und Burkina Faso ist ein derartiger Brandherd: Dort kamen im Herbst des vergangenen Jahres acht US- und nigrische Soldaten in einem von Islamisten gelegten Hinterhalt ums Leben. Es gilt als sicher, dass die lokale Bevölkerung den Islamisten geholfen hatte. Verstärkte Aktivitäten der von westlichen Soldaten unterstützten Regierungstruppen würden diese Brandherde nur noch weiter anheizen, ist Alexander Thurston, Westafrika-Experte an der Washingtoner Georgetown University, überzeugt.

Für Nervosität in der Region sorgen außerdem Berichte, wonach Tausende afrikanischer Extremisten, die in Syrien und dem Irak auf der Seite von IS gekämpft hatten, nach der Niederlage der Islamisten in ihre Heimat zurückkehren: Unter den 30 000 ausländischen IS-Kämpfern sollen rund 6000 Afrikaner gewesen sein, sagte jüngst der Kommissar der Afrikanischen Union für Frieden und Sicherheit, Smail Chergui. Zwar stehen sich auch in Westafrika Al-Kaida und IS eher feindlich gegenüber. Doch der Graben zwischen ihnen ist hier nicht so tief wie in arabischen Staaten.

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