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Was geht für die CDU im „Laschet-Land“? Ministerpräsident Armin Laschet beim Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen.

NRW

Mehr als nur eine Kommunalwahl

Die Abstimmung in Nordrhein-Westfalen ist der letzte Stimmungstest 2020. Sie steht somit auch als Trendbarometer, wo die Gunst der Wähler aktuell liegt.

Wenn am Sonntag rund 14 Millionen Wählerinnen und Wähler in Nordrhein-Westfalen zur Kommunalwahl aufgerufen sind, geht es um mehr als Rathäuser und Kreistage. Wahlen im einwohnerreichsten Bundesland gelten vor allem den Parlamentsparteien in Deutschland stets auch als Trendbarometer, wo sie in der Wählergunst stehen.

Mit besonderer Spannung wird auf NRW geblickt: Hier ist der Schauplatz der letzten großen Wahl in Deutschland 2020 und der letzten vor dem CDU-Bundesparteitag im Dezember. Dort will der Ministerpräsident von NRW, Armin Laschet in Angela Merkels Fußstapfen treten – mindestens an der Parteispitze, am liebsten auch mit Vorschusslorbeeren für die Kanzlerkandidatur.

Auch für die SPD, der eine repräsentative Umfrage kürzlich Mandatsverluste prognostiziert hatte, steht viel auf dem Spiel: Landeschef Sebastian Hartmann hatte darauf gedrungen, Bundesfinanzminister Olaf Scholz früh als Kanzlerkandidat zu nominieren, weil das „sicher für die Kommunalwahlen in NRW Rückenwind bedeuten würde“ – es wäre ein verheerendes Signal, sollten die Zahlen für die SPD am Sonntag weiter in den Keller gehen.

In Düsseldorf könnte es der CDU gelingen, erstmals wieder in der Landeshauptstadt eines Flächenlands den Oberbürgermeister (OB) zu stellen. Bislang stellt die CDU mit Uwe Conradt nur in Saarbrücken einen OB. In Düsseldorf werden sich laut einer im August erhobenen Wählerbefragung voraussichtlich OB Thomas Geisel (SPD) und sein CDU-Herausforderer Stephan Keller ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Die Rückeroberung des OB-Sessels in der Landeshauptstadt für die CDU hat Laschet als ein besonderes Ziel vorgegeben.

Laschet werde versuchen, gute CDU-Ergebnisse auch auf seine Fahne zu schreiben, sagte der Münsteraner Professor für Kommunalpolitik, Norbert Kersting, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. 2014 war die CDU erneut mit 37,5 Prozent Siegerin der Kommunalwahl, vor SPD (31,4), Grünen (11,7) sowie FDP und Linken (jeweils 4,7).

Risiken sieht Kersting auch für die SPD, deren Bundesparteispitze, Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken, Anfang September bei einer dreitägigen Tour ihr ganzes politisches Gewicht in den Kommunalwahlkampf in NRW geworfen hatte – allerdings kaum bemerkt vom Wahlvolk.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für mehrere Medien können die Grünen mit Zugewinnen in zahlreichen Kommunen und möglicherweise ersten OB-Posten in NRW rechnen. Die Öko-Partei dürfte in besonderem Maße von Jungwählern profitieren, die schon ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben dürfen. Für die AfD, die bei der Kommunalwahl 2014 mit 2,5 Prozent der Stimmen so gut wie keine Rolle gespielt hatte, deutet sich der Befragung zufolge auch 2020 kein Höhenflug an.

Armin Laschet träumt derweil davon, den OB-Posten in Dortmund zu erobern. Dort, in der „Herzkammer der Sozialdemokratie“, konnte die CDU seit der Nachkriegszeit noch nie den OB-Sessel erobern. Es wäre für seine CDU ein Aushängeschild – und vielleicht auch eine Demonstration für den Mann mit noch größeren Ambitionen, was geht im „Laschet-Land“. (dpa)

Die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen haben begonnen. Bei der Auszählung der Stimmen wird sich nach der Wahl in NRW zeigen, wie hoch Armin Laschet und die CDU in der Wählergunst stehen.

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