Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nahost

Nach Bombardierung durch Israel: Medien in Gaza schockiert – Joe Biden schaltet sich ein

  • Inge Günther
    VonInge Günther
    schließen

Israelische Bomben zerstören ein Hochhaus mit Büros internationaler Medien. Dafür setzt es scharfe Kritik, auch Joe Biden schaltet sich ein und mahnt in Richtung Israel.

Gaza – Die Warnung erfolgte eine Stunde, bevor Israels Luftwaffe am Samstagnachmittag das Medienhaus in Gaza-City in Schutt und Asche bombardierte. Den Journalistinnen und Journalisten blieb gerade genug Zeit, sich selbst und ihr Equipment zu retten. In dem zwölfstöckigen Al-Jalaa-Gebäude befanden sich neben Wohnapartments Büros internationaler Medien, unter anderen Associated Press (AP) aus den USA, die größte westliche Nachrichtenagentur, sowie der Fernsehsender Al Dschasira. Nach Darstellung der israelischen Armee zielte der Angriff auf Installationen einer geheimdienstlichen Hamas-Einheit, die unter dem Dach des Medienhauses unerkannt operiert habe.

Ausschließen lässt sich dies nicht. Aber der Beweis dafür fehlt. Der Angriff auf die Medienzentrale jedenfalls hat Israel schwere Vorwürfe eingetragen. Walid al-Omari, Bürochef von Al Dschasira, bezichtigte es gar, „nicht nur Tod und Zerstörung über Gaza zu bringen, sondern auch jene zum Schweigen bringen zu wollen, die darüber berichten“. AP-Präsident Gary Pruitt, der in diversen Interviews seinen „Schock und Horror“ über das zerstörte Gebäude kundtat, sprach über eine Behinderung journalistischer Arbeit. „Die Welt wird weniger erfahren, was in Gaza passiert.“ Aber er betonte ebenso: „Wir machen weiter.“ Auch wenn die ausgebombten zwölf AP-Mitarbeiter:innen zunächst in Provisorien arbeiten müssten.

Was vom Jalaa-Hochhaus übrig blieb: palästinensische Journalisten im Schutt des zerstörten 13-geschossigen Gebäudes, in dem auch Medien untergebracht waren.

Joe Biden weist Israel zurecht - „Höchste Verantwortung“ für Sicherheit der Medien

Rückendeckung erhielt er auch aus dem Weißen Haus. Die Regierung Joe Biden, twitterte Pressesprecher Jena Psaki, habe Israel direkt kommuniziert, dass die Sicherheit für Medien in ihrer höchsten Verantwortung liege. Israel wiederum meint, dem mit der Vorwarnung, erfolgt über Telefon sowie dem „Anklopfen“ dreier nichtexplosiver Geschosse auf das Al-Jalaa-Dach bereits Genüge getan zu haben.

Wenn ein ziviles Gebäude militärisch genutzt werde, sei es „ein legitimes Ziel“, so die Sicherheitsexpertin Pnina Shavrit Baruch. Bei einem Angriff stelle sich nach internationalem Kriegsrecht in einem solchen Fall nur die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Die Foreign Press Association (FPA), in der die Auslandskorrespondent:innen in Israel und Palästina organisiert sind, zeigte sich ebenfalls tief besorgt über das israelische Vorgehen, das letztlich die Pressefreiheit gefährde.

Die EU will helfen:

Angesichts der Eskalation im Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinenser:innen im Gazastreifen kommen die EU-Außenminister:innen am Dienstag zu einer Krisensitzung zusammen. Bei der Videokonferenz werde es darum gehen, wie „die EU am besten zu einem Ende der derzeitigen Gewalt beitragen“ könne, teilte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Sonntag auf Twitter mit. Die Zahl der zivilen Opfer durch die gegenseitigen Angriffe bezeichnete er als „inakzeptabel“. (afp)

Israel soll Presse aus militärischen Gründen hinters Licht geführt haben

Ihr Verhältnis zu den israelischen Streitkräften belastet zudem ein weiterer Vorfall: Laut israelischen Medien soll ein Armeesprecher internationale News-Networks am Freitag gezielt mit Informationen über den Beginn einer Bodenoffensive hinters Licht geführt haben. Zweck der Sache sei gewesen, mittels dieser Meldungen Hamas-Kommandeure zum sofortigen Aufsuchen der Bunker in Gazas unterirdischem Tunnelsystem zu bewegen, das wenig später bombardiert worden war. Israel bestreitet dies. (Inge Günther)

Rubriklistenbild: © Mohammed Abed / afp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare