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Von Twitter zu Mastodon: Die bessere Alternative

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Von: Jana Ballweber

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Weil Twitter im Chaos versinkt, ruhen viele Hoffnungen auf Mastodon.
Weil Twitter im Chaos versinkt, ruhen viele Hoffnungen auf Mastodon. © Imago/NurPhoto

Wer vor Elon Musk fliehen will, kann beim sozialen Netzwerk Mastodon eine neue Heimat finden. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Weil Twitter wankt, fürchten viele um einen Ort für öffentlichen Diskurs im Netz. Bei der Suche nach einer Alternative fällt immer öfter der Name Mastodon. Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen dazu:

Was ist Mastodon, die Twitter-Alternative, zu der viele wechseln?

Mastodon ist ein dezentrales soziales Netzwerk. Von den Inhalten her ist es mit Twitter vergleichbar, auf technischer Ebene ist es jedoch etwas anders aufgebaut.

Wie unterscheidet sich Mastodon von Twitter?

Während Twitter eine zentrale Plattform für alle bereitstellt, gibt es auf Mastodon viele verschiedene Instanzen, die untereinander vernetzt sind. Eine Instanz ist wie ein kleines, eigenes Twitter, das oft einen thematischen Schwerpunkt, einen geografischen Bezug und eigene Regeln zur Moderation von Inhalten hat. Sie liegen alle auf unterschiedlichen Servern, werden von unterschiedlichen Menschen betrieben und teilen sich nur den Programmiercode.

Wer steckt hinter Mastodon?

Durch den dezentralen Aufbau finanziert sich jede Instanz selbst. Die Infrastruktur, die die Instanzen miteinander vernetzt, kann man kostenlos nutzen, da der Entwickler Eugen Rochko sie als freie Software zur Verfügung gestellt hat. Seine Arbeit und seine Instanz mastodon.social finanzieren sich hauptsächlich aus Spenden.

Welche Instanz ist die richtige für mich?

Wer bei Mastodon mitmachen will, muss beim Erstellen des Kontos auf joinmastodon.org eine Instanz auswählen. Wer noch keinen Anknüpfungspunkt hat, für den gibt es allgemeine Instanzen ohne inhaltlichen Schwerpunkt, zum Beispiel troet.cafe oder mastodon.social. Man kann sein Konto später jederzeit auf eine andere Instanz umziehen.

Kann ich mit Nutzer:innen auf anderen Instanzen interagieren?

Wer sich auf unterschiedlichen Instanzen befindet, kann trotzdem ohne Probleme kommunizieren. Das funktioniert ähnlich wie bei E-Mails, die man auch austauschen kann, wenn die Personen unterschiedliche Mailanbieter nutzen.

Wie funktioniert der Umzug von Twitter?

Wer sich ein Konto auf Mastodon angelegt hat und sich für eine Instanz entschieden hat, kann seine Twitterkontakte importieren, sodass man gleich mit dem Teil seines bekannten Netzwerks startet, der auch schon ein Mastodon-Konto hat, zum Beispiel mit dem Tool „Debirdify“. Das Tool durchsucht die eigenen Twitter-Kontakte nach Hinweisen auf ein Mastodon-Konto, also zum Beispiel ein Link in der Profilbeschreibung. Wer also auf Mastodon gefunden werden will, sollte sein Konto in seinem Twitter-Account verlinken. Wer sein Twitter-Profil parallel weiter betreiben möchte, kann Tools nutzen, die Beiträge automatisch auch auf Mastodon ausspielen oder umgekehrt.

Ist Mastodon das bessere Twitter?

Durch den dezentralen Aufbau besteht nicht die Gefahr, dass Mastodon ein ähnliches Schicksal wie Twitter ereilt. Denn selbst wenn jemand eine Instanz aufkaufen würde, gäbe es immer noch all die anderen, die unabhängig bleiben, da der Programmiercode offen verfügbar ist. Ob die Moderation von Hassrede und Falschinformationen besser funktioniert, hängt von den selbstauferlegten Regeln der jeweiligen Instanz ab. Es steht den Nutzer:innen frei, eine Instanz zu wählen, die den eigenen Erwartungen entspricht; das bedeutet aber nicht, dass Hass und Lügen nicht anderswo verbreitet werden können. Durch die Dezentralität ist die Handhabung von Mastodon etwas schwieriger und erfordert ein wenig Übung.

Wird Mastodon sich durchsetzen?

Ob der Boom, den Mastodon derzeit erlebt, von Dauer ist, ist schwer vorherzusagen. Das hängt auch davon ab, wie es mit Twitter weitergeht. Der Aufwand, zwei Accounts zu betreiben, könnte für viele Menschen zu groß sein. Sollte sich die Situation bei Twitter wieder stabilisieren, könnte eine Mehrheit dort aktiv bleiben oder zurückkehren. Sollte Twitter allerdings den befürchteten Weg einschlagen, könnte der Anreiz groß genug sein, dauerhaft zu wechseln – insbesondere, wenn viele große Accounts den Umzug mitmachen.

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