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Wahlvorbereitungen in Sarria de Ter - das Referendum kann beginnen.
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Wahlvorbereitungen in Sarria de Ter - das Referendum kann beginnen.

Referendum in Katalonien

Massive Polizeigewalt in Barcelona

Trotz eines großen Polizeiaufgebots nehmen tausende Katalanen an dem verbotenen Unabhängigkeits-Referendum teil. Bilder und Videos zeigen das rabiate Vorgehen der Sicherheitskräfte.

Trotz eines großen Polizeiaufgebots haben tausende Katalanen am Sonntag bei dem verbotenen Unabhängigkeitsreferendum ihre Stimme abgegeben.

Die spanische Polizei ging gewaltsam und teilweise mit großer Härte gegen Demonstranten vor. Diese hatten versucht, Polizisten am Betreten von Wahllokalen zu hindern und den Abtransport beschlagnahmter Wahlurnen zu stoppen. Nach Angaben der katalanischen Rettungskräfte wurden mindestens 38 Menschen verletzt, Sicherheitskräfte setzten unter anderem Schlagstöcke und Gummigeschosse ein. 

Die Zentralregierung in Madrid sieht die Volksabstimmung in der nach Unabhängigkeit strebenden Region Katalonien im Nordosten Spaniens als illegal an und ließ schon im Vorfeld Stimmzettel und Abstimmungsunterlagen beschlagnahmen. Bereits am Samstag wurde von der Polizei die Hälfte der rund 2300 Wahllokale abgeriegelt.

Trotz des massiven Polizeiaufgebots versammelten sich aber schon in der Nacht zum Sonntag tausende Menschen vor den Wahllokalen, um der Polizei den Zutritt zu versperren. Lehrer, Eltern und Schulkinder übernachteten in dutzenden Schulen, um diese als Abstimmungslokale nutzen zu können.

In der Regionalhauptstadt Barcelona feuerten spanische Polizisten am Sonntag dann laut Berichten zahlreicher Augenzeugen mit Gummigeschossen auf Demonstranten vor einem Wahllokal. Die Polizei war zuvor gewaltsam in die Schule eingedrungen, um Wahlurnen und Stimmzettel zu beschlagnahmen. Als sie das Gebäude wieder verlassen wollte, versperrten ihnen hunderte Demonstranten mit einer Sitzblockade den Weg. Die Polizisten hätten die Demonstranten daraufhin massiv angegriffen, sagten Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP.

Puigdemont: „unverantwortliche“ Gewalt 

In Girona drangen spanische Polizisten gewaltsam in eine als Wahllokal genutzte Sporthalle ein, in der der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont seine Stimme abgeben sollte. Behelmte Polizisten mit Schutzausrüstung schlugen die gläserne Eingangstür ein. Puigdemont wich daraufhin auf ein Wahllokal im Dorf Cornella del Terri aus und gab dort seine Stimme ab. Er verurteilte die „ungerechtfertigte“ und „unverantwortliche“ Gewalt, mit der der spanische Staat gegen friedliche Demonstranten vorgehe.

Heftige Bilder. Sollen aus Wahllokal in Barcelona stammen, wie auch lokale Medien berichten. https://t.co/1Kg5ua1bn8 #1Oct #referendumCAT

— Martín Steinhagen (@mstnhgn)

October 1, 2017

Trotz der Polizeisperren gelang es vielen Wählern, ihre Stimme abzugeben. Die katalanische Regionalregierung richtete kurzfristig neue Wahllokale ein. Die 5,3 Millionen Wahlberechtigten durften zudem in jedem beliebigen Wahllokal abstimmen. Dort mussten sie lediglich ihren Personalausweis oder ein anderes Ausweisdokument zeigen. Die Stimmzettel konnten sie vorab zu Hause auszudrucken.

Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy forderte die katalanische Regionalregierung auf, die vom Verfassungsgericht untersagte Abstimmung zu stoppen. Das Referendum sei eine „Farce“, sagte der Vertreter der spanischen Regierung für Katalonien, Enric Millo, am Sonntag. Puigdemont und seine Regierung seien „allein verantwortlich für alles, was heute passiert ist und was noch passieren könnte, wenn sie diese Farce nicht beenden“.

Katalonien mit seinen etwa 7,5 Millionen Einwohnern kommt für knapp ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf. In der wohlhabenden Region im Nordosten Spaniens, in der eine eigene Sprache gesprochen wird, gibt es seit Jahrzehnten Bestrebungen, sich von Spanien loszulösen.

In den Umfragen sind die Katalanen in der Frage der Unabhängigkeit gespalten; allerdings pocht eine deutliche Mehrheit auf ihr Recht, ein Referendum dazu abhalten zu dürfen. Madrids verschärfte Gangart brachte in den vergangenen Tagen in Barcelona und anderen Städten hunderttausende empörte Katalanen auf die Straße. (afp) 

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