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Hunderttausende demonstrieren in Teheran gegen Israel und die saudische Königsfamilie.

Iran

Massenproteste gegen Israel

Im Iran demonstrieren zum Al-Kuds-Tag Hunderttausende gegen Israel. Bei den Protesten wird in diesem Jahr auch der saudischen Königsfamilie der Tod gewünscht. Viele sind aber mit ihren Gedanken bei den Atomverhandlungen in Wien.

Hunderttausende Menschen sind am Freitag im Iran zu Protesten gegen Israel auf die Straßen gegangen. Zu den landesweiten Demonstrationen hatte die Regierung anlässlich des jährlich stattfindenden Al-Kuds-Tages aufgerufen. Gleichzeitig mit den Demonstrationen wurden diesmal in Wien die Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland (5+1) fortgesetzt.

Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Aus Solidarität mit den Palästinensern findet im Iran jedes Jahr am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan eine Kundgebung statt. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Der Iran erkennt Israel nicht an und betrachtet dessen Regierung als Wurzel aller Probleme im Mittleren Osten.

Auch Präsident Hassan Ruhani nahm an den staatlich organisierten Demonstrationen im Zentrum Teherans teil. "Die Palästinenser werden letztendlich ihre Ziele erreichen", sagte er Reportern. Eine Rede hielt er - obwohl geplant - nicht. Ruhani war gerade von einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Ufa zurückgekommen. Dort ging es auch um das Atomtreffen in Wien.

Die Rede wurde von Parlamentspräsident Ali Laridschani gehalten. Aber auch er befasste sich mit den Atomverhandlungen. "Der Westen würde einen großen strategischen Fehler begehen, falls er die Gespräche scheitern lässt", sagte Laridschani. Der Iran würde in diesem Fall sehr schnell das Atomprogramm wieder aufnehmen. Auch eine Zusammenarbeit in der Region würde dann scheitern.

Besonders auffällig bei der diesjährigen Demonstration waren die vielen Sprechchöre und Plakate gegen Saudi-Arabien. "Nieder mit der saudischen Königsfamilie" sei in Teheran und anderen Städten gerufen worden, berichtete die Nachrichtenagentur IRNA. Die saudischen Luftangriffe auf die pro-iranischen Huthi-Rebellen in Jemen und Riads Politik in Syrien haben in den letzten Monaten zu einer Krise zwischen den beiden islamischen Mächten geführt. (dpa)

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