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Städte, Landkreise und die Bundesagentur für Arbeit (BA) haben die Bundesregierung jetzt aufgefordert, mehr Geld für die Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit bereitzustellen.
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Städte, Landkreise und die Bundesagentur für Arbeit (BA) haben die Bundesregierung jetzt aufgefordert, mehr Geld für die Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit bereitzustellen.

Langzeitabeitslose

Maßanzug für Langzeitabeitslose

Gut eine Million Menschen sind derzeit langzeitarbeitslos. Städte, Landkreise und die Bundesagentur für Arbeit (BA) haben die Bundesregierung jetzt aufgefordert, mehr Geld für die Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit bereitzustellen.

Während die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung (Hartz IV) von 2010 bis 2013 um acht Prozent gesunken sei, seien die Mittel für Förderprogramme um fast die Hälfte von 6,6 Milliarden Euro auf 3,9 Milliarden Euro geschrumpft. "Wir brauchen eine Offensive zur besseren Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetages, Stephan Articus, am Dienstag in Berlin bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem Landkreistag und der BA. Drei Millionen erwerbsfähige Menschen bekämen seit zwei oder mehr Jahren Hartz IV. Davon gilt gut eine Million als langzeitarbeitslos.

In der Statistik wird als arbeitslos nur gezählt, wer dem Arbeitsmarkt auch zur Verfügung steht. Alleinerziehende Mütter etwa, die wegen fehlender Kinderbetreuung für Unter-Dreijährige keinen Job annehmen können, zählen nicht dazu. Die Langzeitarbeitslosen, die mindestens ein Jahr ohne Beschäftigung sind, sind kein fester Block: Laut BA wurden 2013 gut 1,4 Millionen Menschen neu langzeitarbeitslos, während fast genauso viele die Langzeitarbeitslosigkeit beendeten. Von den Abgängen nahm aber nur gut ein Drittel eine Beschäftigung oder eine Ausbildung auf. Nur ein harter Kern von 100.000 bis 200.000 Langzeitbeziehern hat nach BA-Angaben konstant seit Einführung von Hartz IV 2005 nicht einmal zeitweise Zugang zum Arbeitsmarkt gefunden.

Maßanzug statt Konfektionsware

"Mit Konfektionsware kommen wir in der Grundsicherung nicht weiter" - mit diesen Worten forderte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt Gestaltungsspielraum für die Jobcenter für Hartz-IV-Bezieher, die Städte, Landkreise und BA überwiegend gemeinsam betreiben. "Wir brauchen eher was wie den Maßanzug, der vor Ort geschneidert werden sollte." Die Jobcenter könnten am besten über passgenaue, individuelle Hilfen entscheiden. Wer ein Jahr nicht gearbeitet habe, benötige in einem neuen Stelle etwa ein halbes Jahr, um seine volle Leistungsfähigkeit zu erreichen.

Für welche Hilfen mehr Geld aufgewendet werden sollte, blieb vage. Articus wie auch der Landkreistag plädierten dafür, die öffentlich geförderte Beschäftigung auszuweiten. In den vergangenen Jahren hatten die Jobcenter das vom Bund zur Verfügung gestellte Budget gar nicht ausgeschöpft. 2012 blieben am Jahresende laut Alt rund 350 Millionen Euro von 4,4 Milliarden Euro übrig, 2013 rund 70 Millionen Euro von 3,9 Milliarden Euro.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag ein Bundesprogramm für Langzeitarbeitslose aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) angekündigt. (Reuters)

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